Author: Matthias Schumacher | Date: 12. Januar 2012 | Please Comment!

Matthias Schumacher, Regen/Ecke Schönhauser

Nachtgeschwärzte Regenwolken
Verhüllen Mond und Sterne,
Wie von Geisterhand gemolken
Fällt Milch auf die Laterne.

Ruhlos Rasten weiße Flammen,
Unbarmherzig grelle Lichter,
Die Blitze in den Asphalt rammen
Und Hast in die Gesichter.

Eingefärbte Riesenschlangen
Speien Menschen im Akkord,
Sobald Nachschub eingefangen,
Stelzen sie sich fort.

Teilnahmslos glotzende Voyeure
Flankieren das Geschehen,
Verziehen alsdann beim Verhöre
Die Fassaden und gestehen.

Melancholisch angehaucht
Rutscht haltlos von den Wegen
Zeit, die lange aufgebraucht.
Ich spüre nur noch Regen

Matthias Schumacher, Regen/Ecke Schönhauser


Gedicht nach einem Entwurf um 1999, Endfassung 17. Juni 2011, Berlin

© Matthias Schumacher