Author: Matthias Schumacher | Date: 17. März 2015 | No Comments »

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Jahre meiner Kindheit. Sterbejahre der DDR.
Die 80er, an deren Ende sich das kleine Land zwischen den Fronten des Kalten Krieges auflöste wie Brausepulver, das man sich in die Hand geschüttet und gründlich bespuckt hat. Es blubbert, schäumt hoch, plustert sich auf, wirft Blasen und man schluckt es runter, bevor es ganz unappetitlich wird. Manchmal stößt mir die DDR noch heute auf. Das ist ein anderes Thema. Bleiben wir in der Zeit, wo ich beim Anblick von Brausepulver nur an Brausepulver dachte …

Noch ein bißchen ABBA, viel Nena, Trio, Nik Kershaw, Shakin‘ Stevens. Mein Leben spielte sich zwischen „Ein Colt für alle Fälle“, „Schwarzwaldklinik“ und den „Waltons“ ab. Zu Weihnachten gab es Mehrteiler wie „Anna“ und „Patrick Pacard“. Ich liebte „Remington Steele“, „Trio mit vier Fäusten“ und natürlich „Löwenzahn“. Ich verpaßte keine Folge von „Spaß am Montag“ mit dem Wuslon Zini, einem merkwürdigen animierten Lichtwurm, später hieß es „Spaß am Dienstag“ und irgendwie war dann die Luft raus. Keine Ahnung. Seit Manfred (Krug) und Lilo (Pulver), Horst (Janson) und Ute (Willing) nicht mehr dabei sind, schaue ich übrigens aus purem Protest die Sesamstraße nicht mehr. Und verdammt noch mal, ich will Herrn von Bödefeld zurück!

Habe ich schon erwähnt, daß ich damals viel in die Glotze geschaut habe? Ich habe damals viel ferngesehen. Meistens Westfernsehen, aber auch den „Kessel Buntes“ und die „Flimmerstunde“. Filme mit Agnes Kraus waren Pflicht, „Geschichten übern Gartenzaun“ sowieso und wenn Benno Geschichten machte, war die ganze Republik begeistert. Es hatte nicht selten etwas von Durchhaltefernsehen, wenn das feste Ensemble des DDR-Fernsehens, vorneweg Herbert Köfer, in einer neuen Fernsehserie, die letztlich nicht anders war als alle anderen, die Widrigkeiten des realsozialistischen Alltags aufgriffen und meisterten. Da erkannte sich jeder Werktätige sofort wieder.

Für die ganz jungen Menschen, die diesen Text lesen, sei erwähnt, daß Fernsehen in der DDR in der Regel schwarz-weiß stattfand. Farbfernseher waren für die meisten Arbeiter und Bauern unbezahlbare Luxusgüter. Meine Oma kaufte sich kurz vor der Wende (konnte ja keiner ahnen) ein Farbgerät für 6000 Mark, dafür hatte sie ein ganzes Leben lang gespart. Kein Wunder bei einem Lohn von 600 Mark monatlich.

1983 wurde ich widerwillig eingeschult. Ich ahnte, daß die Schule und ich immer auf Kriegsfuß stehen würden und das Desaster am Ende meiner Schulzeit hat die Ahnung Wirklichkeit werden lassen. Dieser Kriegszustand hinderte mich allerdings nicht daran, in den ersten sechs Schuljahren stets der zweitbeste Schüler unserer Klasse zu sein. Immer der Zweite! Was dazu führte, daß ich auch nur zum stellvertretenden Gruppenratsvorsitzenden gewählt wurde und später im Freundschaftsrat den Agitator geben mußte. Ja ich mußte, weil Pioniere „immer bereit“ waren und Neinsagen einfach nicht drin war. So war das damals. Außerdem war man ja als Schüler, Pionier und Timurhelfer, als intensiver Frösi-Leser und leidenschaftlicher Westfernsehengucker auch überzeugt vom Sozialismus. Und daß Ernst Thälmann unser Vorbild war, stand außer Frage. Thälmann hatte kein Westfernsehen. Wahrscheinlich war er deshalb noch ein wenig überzeugter als die meisten von uns. Vorbilder bekam man in der DDR vorgesetzt. Da hatte man keine Wahl. Überhaupt kam man in der DDR selten in die Verlegenheit, etwas zu wählen.

Und all dieser Pionierkram war schon sehr zeitraubend, aber auch schön. Ja es war schön! Als Kind, das weder 15 Jahre auf einen Trabbi warten muß und auch keinen Urlaub auf Mallorca anstrebt, fühlt man sich durchaus wohl in einer Diktatur. Ich mußte als Kind nicht fürchten, in Bautzen zu landen. Höchstens im Heim oder später im Jugendwerkhof, aber ich war ja zweitbester Schüler in unserer Klasse, stellvertretender Gruppenratsvorsitzender… Sowas schützt. Obwohl unsere ganze Familie immer etwas aufmüpfig war.

Mein Vater war in den 70er Jahren Hausmeister in einer Schule. Als im Chaoswinter 1978 keine Kohlen mehr da waren, um das Gebäude zu heizen, rief Vater kurzerhand beim Staatsrat an. Sowas ging damals und blieb selten ohne Folgen. Die erste Folge waren 1A-Kohlen schon am nächsten Morgen. Die zweite Folge eine Abmahnung vom Schuldirektor, der sich übergangen fühlte und mit einem Parteiverfahren drohte, was an meinem Vater, der nie Parteimitglied war, abprallte.

Die 80er in der DDR waren schon eine merkwürdige Zeit. Man hatte als Kind immer das Gefühl, es könne jeden Moment losgehen. Irgendwas. Die wöchentlichen Alarme, meist Mittwoch, bei denen die Sirenen auf den Dächern probeweise angeworfen wurden, sorgten sicherlich nicht nur bei mir für ein flaues Gefühl im Magen. Ich erinnere, daß einmal, versehentlich, das Signal für Fliegeralarm ausgelöst wurde und mein Herz zu rasen begann, wie es dies sonst nur tat, wenn wir im Intershop an den Überraschungseiern vorübergingen. Und wenn in der Regel am 1. September nach achtwöchigen Sommerferien das neue Schuljahr begann, jagten zuweilen beim Fahnenappell Düsenjäger über unsere Köpfe hinweg. Tiefflieger. Zur Übung und als Demonstration der Stärke und Überlegenheit unserer friedlichen Heimat. Als Kind schwankt man da zwischen Entsetzen und Faszination.

Ich könnte hier noch viel erzählen von Kuchenbasaren für Nicaragua, vom Smog, den es bei uns nicht gab, das war alles nur Nebel, Smog machte an der Grenze halt, ebenso die Umweltverschmutzung und das Waldsterben. Ich könnte vom Supergau in Tschernobyl berichten, der in der DDR runtergespielt wurde, von Pioniernachmittagen und wie ich es schaffte, nicht zum Pioniertreffen nach Karl-Marx-Stadt zu müssen. Das ist ja alles nicht mehr wahr, und wer mir den Pionierknoten beibrachte, was spielt das noch für eine Rolle?

Ich muß so acht Jahre alt gewesen sein, als ich an der Hand meiner Mutter in Berlin Unter den Linden stand, so nah am Brandenburger Tor wie wir herankamen. Grenzer, Absperrungen, Mauer. Und ich wußte, da wirst du erst rüberkommen, wenn du Rentner bist, vielleicht nie. Mögen es 100, 200 Meter gewesen sein, sie waren unüberwindbar. Weit, weit weg. Und heute so nah. Gleich um die Ecke. Die ersten paar Meter hinter dem Brandenburger Tor heißen inzwischen „Platz des 18. März„. Manchmal stehe ich dort, schaue gen Osten, zurück, dem kleinen Jungen von damals nach. Er ist verschwunden und frei.

So weit dieses Damals zurückliegt, so weit voraus auch der Tag, an dem die Kinder und Jugendlichen von heute ähnlich wie ich auf ihre Jugendzeit zurückblicken werden. Sie werden von ihrer Freiheit berichten und ihren Grenzen auch, von Zwängen und Pflichten, von Dingen, die dann unvorstellbar scheinen werden. Sie werden darüber lachen, wie viel ihre Smartphones gekostet haben und ihren Kindern berichten, daß deren Großeltern damals noch TV schauten. Und einige werden vielleicht von diesem Gefühl erzählen, daß irgendetwas jeden Moment hätte losgehen können. Irgendwas.

17.III.2015

 
 

Author: Matthias Schumacher | Date: 22. Dezember 2014 | Kommentare deaktiviert für Zum Tod von Udo Jürgens: Der Hautnahe

Udo Jürgens - (c) Hubert Burda Media: Bambi 2013, 14.11.2013, Berlin

Ich mag in diesen Stunden keinen klassischen Nachruf schreiben.
Zu nah geht mir unser Verlust. Wir sind alle ärmer geworden und wie sehr uns Udo Jürgens fehlen wird, werden wir erst in den nächsten Jahren feststellen, wenn es um uns herum nur noch monoton plätschert oder wummert.
Jetzt wird viel geschrieben, viel Wahres von Freunden, Anekdotenreiches von Weggefährten und Enzyklopädisches von Journalisten, die mit dem Verstorbenen nie etwas anzufangen wussten und nun diesen Tod aufs Auge gedrückt bekommen. Vielleicht weil alle anderen im Weihnachtsurlaub sind. Mein Nachruf würde untergehen. Ist das ein Grund, ihn nicht zu schreiben? Nein.

Ich habe auf dieser Seite schon etliches über Udo Jürgens geschrieben, eine meiner Rezensionen hat es sogar auf die offizielle Website des Künstlers geschafft. Was aus der Jürgensschen Vita zu pressen ist, werden die Medienhäuser in den kommenden Tagen noch einmal ausführlichst über uns ausschütten. Und während manche der Großen, die ihm mal auf einer Gala zuprosteten und mit ihm kaum etwas zu tun hatten, nun vielbeachtete Tweets in die Welt setzen und auf Facebook Likes sammeln, darf der langjährige Fan die Kommentarspalten fluten und geht in der Flut unter. Udo Jürgens wusste, dass er von Millionen geliebt und verehrt wurde, und jene, die eines seiner zahllosen Konzerte besuchten, lange Fan waren, bewundernde Briefe schrieben oder ihm ausschließlich beim Hören seiner Platten nahe waren, trauern nun bei seinen Liedern. Die werden sie trösten wie so oft, wenn ihnen das Leben übel mitgespielte, sie neu liebten oder vergebenen Chancen nachweinten. Ihre unerzählten Geschichten sind mit den viel gesungenen Liedern von Udo Jürgens verbunden und viele denken nun zurück an ihre ersten musikalischen Berührungen.

Bei mir muss es 1986 gewesen sein, es war ein herrlicher Sommermorgen und aus dem klobigen Röhrenradio meiner Oma klang „Du hörst dasselbe Lied im Radio…“ Welch eine Story! Ein verlorenes Stück Papier mit einer Telefonnummer. Ich war mit meinen 10 Jahren hin und weg. Zum einen, weil mir der Song nicht mehr aus den Ohren ging, zum anderen, weil an ein Telefon bei uns zu Hause nicht zu denken war, aber vor allem, weil ich bis dato noch nie einen im Radio vom Radio hatte singen hören. Als meine Oma den Sänger identifizierte und ich ganz langsam neben ihr her in die Küche schlurfte, um keinen Ton zu verpassen, sagte sie etwas wie „Den Jürgens mit der großen Nase konnte Opa nie leiden… mit 66 Jahren fängt das Leben an… ‚So ein Quatsch‘ hat Opa immer gesagt.“ Mein Opa war ein Jahr zuvor 60jährig verstorben und ja, es war Quatsch. Für ihn. Für Millionen war es die gesungene Hoffnung auf ein Leben nach dem Arbeitsleben.

Bald lernte ich mehr von Udo kennen, die damals frische Produktion „Deinetwegen“ ging mir ins Blut. „Jeder so, wie er mag“, „Ladies and Gentlemen“ sowie der für viele in der DDR zur Metapher gewordene Song „Sperr mich nicht ein“ oder das starke Titellied mit dem Refrain von Thomas Christen „Ich werd‘ nie wieder geboren/bin nie der, den ihr meint/Und vor allem – wer spinnt/wird nie alt!/Ich hab‘ genau so wie du/meine Karte am Eingang bezahlt!“ Da war Biografisches und Glaubwürdigkeit, Trotz, Ironie, Kritik, auch Tod und Verlust, und dieser Wille, diese Lust auf Morgen, diese Lust am Leben. Den doppelten Boden des Anti-Atomkraft-Songs „Guten Morgen, mein Liebes“ entdeckte ich erst viel später, obwohl so kurz nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl auf allen unsichtbaren Uhren „5 Minuten nach 12“ stand. Aber im Alter von 10 Jahren…!

Während meine Freunde auf der Neuen Deutschen Welle ritten, mancher linientreu auf „Puhdys“ und „Karat“ schwor, wurde ich Udo-Fan, holte mir aus der Bibliothek, was es zu holen gab, und überzog die Leihfrist bis die Platte praktisch mir gehörte und meine Mutter die Unterschlagung des Volkseigentums mittels Barzahlung aus der Welt räumte. Ich war udofanatisch, saß stundenlang hochgespannt vor dem Radiorecorder, um blitzschnell „Play“ und gleichzeitig „Record“ zu drücken, und hoffte, der Moderator würde diesmal nicht am Ende ins Lied quatschen. Meist tat er es doch und versabbelte obendrein die ersten Töne. Oft hockte ich mit dem Mikrofon vor dem Fernseher und nahm Udo Jürgens auf, wenn er in einer der vielen erfolgreichen Samstagabendshows der 80er Jahre zu Gast war.

Die Mauer fiel, ich war 13 und ich bekniete meine Mutter, mir „Ohne Maske“, das ’89er Album zu kaufen. Eine Offenbarung. Und dann diese Zeile zum Umbruch „Du kannst den Sänger in Ketten legen, aber niemals sein Lied“ oder „Wer nie verliert, hat den Sieg nicht verdient.“ Wie oft habe ich dieses Lied bis heute gebraucht! Meine Begeisterung riss nicht ab, jedes neue Album musste her und jedes, an das zu DDR-Zeiten nicht ranzukommen war – nicht mal durch dreisten Bibliotheksdiebstahl.

Natürlich gab es schwächere Produktionen. Doch auch zweifellose Meilensteine wie 1999 „Ich werde da sein“ mit dem Titel „Ich lass Euch alles da“, den mancher damals als Anzeichen von Künstlermüdigkeit verstand, ein baldiges Ableben ahnend. Aber Udo zeigte es Fans wie Kritikern immer wieder. Ausverkaufte Konzerttourneen, Gold und Platin. Im Jahr 2000 mein erstes Konzert, ganz vorn stehend mit Hausfrauen, jungen und alten Männern, schwulen und verträumten Sparkassenangestellten, besonders gut gekleideten Rechtsanwaltsgattinnen und 17jährigen Mädchen mit blondem Jahr. Fast wie besungen. Den „Soloabend 2005 auf dem Berliner Gendarmenmarkt bei strömendem Regen erlebte ich von außen vor einem Friseursalon, in dem ein guter Freund arbeitete. Gemeinsam mit einigen flotten Weibern um die 50 tanzten wir nach Ladenschluss mit reichlich Prosecco zu allem ab, was da mit den Wolkenbrüchen über die meterhohe Brüstung schwappte. Die Frauen wurden butterweich bei der Erinnerung an die legendäre Tour „Udo ’70“. Das waren 266 Konzerte am Stück mit über einer halben Million Besuchern. Und alle, auch die letzte Reihe, fühlte sich dem Star und seinen Liedern ganz nah verbunden. Nicht erst seit Mitte der 80er Jahre, wo es sich etablierte, exakt zum Udo-Song „Hautnah“ an die Rampe zu stürmen.

Udo strich über die Tastatur und griff dabei mitten in unser Leben. „Ich war noch niemals in New York“, klar. Doch auch „Donnerstag“, an dem sie „für ein paar Stunden“ seine Frau wird, „Gaby“, die im Park wartet. „Immer wieder geht die Sonne auf“ und es soll vorkommen, „dass ein Mann auch manchmal weint.“  Sahne. Griechischer Wein. Udo. Udo! UDO! Fünf Jahrzehnte. Sehnsucht weckend, Sehnsucht nährend. 

Ich hatte das Glück, Udo Jürgens in diesem Jahr zweimal zu begegnen. Einmal bei der Verleihung des Musikautorenpreises für sein Lebenswerk, kurz zuvor bei der Albumpräsentation „Mitten im Leben„. Ich bin Autor und kein Journalist, und so fehlte mir letzten Endes der Mut, ihn selbst bei Presseterminen anzusprechen, mir ein weiteres Autogramm zu holen, mich gar mit ihm ablichten zu lassen. Die Gelegenheit kommt nicht wieder. Obwohl es noch eben so schien. Neben mir liegt eine Karte für das Konzert am 18. März 2015 in Berlin, Reihe 6 Platz 8. Ich werde sie nicht umtauschen. Wieder wäre ich ihm hautnah gewesen.

Ich werde ihm nah sein und nah bleiben, wie Millionen seiner Fans, ob in Tokio, Peking, Zürich, Berlin, Gelsenkirchen oder Bautzen…

Es bleibt ein großes Werk. 1000 Lieder, viele von ihm über sich, bei denen wir gern glauben, er meinte uns. Ja! Das ist hautnah. Udo Jürgens hat unser Leben mit seinen Liedern berührt. 

Foto: © Hubert Burda Media: Bambi 2013, 14.11.2013, Berlin (flickr, CC2.0)

 

Author: Matthias Schumacher | Date: 16. Dezember 2014 | Kommentare deaktiviert für Der Dritten Welt

the three stooges

Jeder Dritte befürchtet Islamisierung Deutschlands. Wer ist dieser Dritte? Aussagekräftige Fakten – natürlich in der 3. Person zusammengetragen:

Jeder dritte Deutsche ist psychisch krank und fordert ein Verkaufsverbot von Lebkuchen im September, er hat Ärger mit den Nachbarn, mag nebenan keine Sinti und Roma und leidet dauerhaft unter Stress. Er ist zu dickAllergiker, kauft seine Mode im Internet und Weihnachtsgeschenke im Geschäft.
Jeder dritte Deutsche mag kein Bargeld mehr, findet Schwarzarbeit ok und streamt illegal Filme und Serien. Er ist Singlelebt derzeit seine große Liebe und hatte schon Sex auf der WeihnachtsfeierZum Zahnarzt geht er nichtEr würde ein Elektroauto kaufen und ist für die PKW-Maut.
Jeder Dritte glaubt an Engel, an Außerirdische, an ein Leben nach dem Tod

 

Foto: Insomnia Cured Here 
(flickr, CC)

 

Author: Matthias Schumacher | Date: 15. Dezember 2014 | Kommentare deaktiviert für Falls wir uns nicht mehr sehen…

Matthias Schumacher_Weihnachten 2014

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Author: Matthias Schumacher | Date: 28. Oktober 2014 | Kommentare deaktiviert für Nu(h)r Tucholsky

Seit dem 27. Januar 1919 ist alles gesagt.
An jenem Montag stellte Ignaz Wrobel, besser bekannt als Kurt Tucholsky, in der Abendausgabe des Berliner Tageblatts seine berühmteste Frage und beantwortete sie selbst mit „Alles.“

was darf die satire_original_ignaz wrobel_kurt tucholsky_berliner tageblatt_1919

Zuvor hatte er seine Zeilen durch den zwei Zentimeter hohen Schnee getragen. Sieben Kilometer zu Fuß bei Minus 3 Grad von seiner Wohnung an der Kaiserallee bis ins Zeitungsviertel. Wahrscheinlicher wurde er im warmen Wagen vorgefahren. So oder so. Er hätte sich den Weg sparen können.

Denn wir fragen noch immer, was Satire darf. Der Comedian Dieter Nuhr kritisiert satirisch den Islam, verurteilt barbarischen Islamismus und bekommt einen strafrechtlichen Hieb vom Osnabrücker Salafisten Erhat Toka, weil dieser sich und seinen Glauben angepufft sah. „Hassprediger“ Nuhr schüre Islamfeindlichkeit usw. (Selten sagte ein „usw.“ mehr als hier.) „Das ist kein rechter Mann und kein rechter Stand, der nicht einen ordentlichen Puff vertragen kann“, urteilt Tucholsky über die Verspotteten, womit er den Spötter zugleich in Schutz nimmt.

Nun kommt der mit dem ollen Tucholsky, denken Sie, mit einem langbekannten Zeitungsfetzen und fragen, ob es nicht einen Tick aktueller ginge? Einerseits haben Sie ja recht. Seit letzten Freitag beschäftigt sich die gesamte Presselandschaft mit der Causa Nuhr und so langsam ebbt die Welle wieder ab. Andererseits sollte man die Gezeiten nicht außer Acht lassen. Es kam in den vergangenen Jahrzehnten zu etlichen Sturmfluten religiöser Empfindlichkeiten, die das Land regelrecht durchwühlten.

Was ist das für ein ungefestigtes Land, das immer wieder von der Frage „Was darf die Satire?“ überrollt wird? Und warum sind es regelmäßig Anhänger monotheistischer Buchreligionen, die Probleme mit Satire haben? Erst in diesem Mai hatte das Kolpingwerk ARD und ZDF kritisiert, weil man in Comedy-Sendungen zunehmend den Katholizismus der Lächerkeit preisgeben würde. 2012 erwirkte der Vatikan eine Einstweilige Verfügung gegen das Satire-Magazin „Titanic“. 1987 ließ Rudi Carrell in seiner „Tagesshow“ dem Ajatollah in einer Filmmontage BHs zuwerfen, was zu höchsten diplomatischen Verwicklungen führte. Frischer ist das Video „Dunk den Herrn!“ der Komikerin Carolin Kebekus. 2013 wurden fast 100 Strafanzeigen gegen sie gestellt. Der Vorwurf: Beschimpfung von Bekenntnissen nach § 166 StGB. Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren. Wer jemanden „unreligiös“ beleidigt, muss übrigens nur 2 Jahre Gefängnis fürchten. Das religöse Gefühl steht erhaben über allen anderen. Szenen aus Deutschland. In den USA erhielten die Macher der Zeichentrickserie „South Park“ Morddrohungen, in Frankreich wurde auf die Redaktionsräume des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ ein Brandanschlag verübt wurde – und wieder: usw.

Man muss trotz zeitweiliger Humorresistenz die Christen loben, sie empören sich zwar, zünden aber nichts und niemanden mehr an. Sie klagen, schreiben Wut-Mails oder Bücher, die sie dann wacker in Talkshowkameras halten. Für den Glauben, den guten Zweck, für sich. Kämpferisch, als hätte Gott befohlen: „Gehet in Gesprächsrunden und mehret Euer Kapital!“ Gottlob, die Kirchensteuer wird am Einkommen bemessen!

Dass Radikale, die die Anweisungen in ihren Schriften höher bewerten als den Rechtsstaat, sich immer dann auf unsere Gesetze berufen, wenn es ihnen gerade passt, ist eine altbekannte Posse. Allein das Lachen fällt schwer. Man muss dafür fast dankbar sein, denn ihre „Gesetze“ führen allzuoft zum sprichwörtlichen „kurzen Prozess“.

Doch was tun, wenn einen die Satire trifft? „Er mag sich mit denselben Mitteln dagegen wehren, er mag widerschlagen – aber er wende nicht verletzt, empört, gekränkt das Haupt. Es wehte bei uns im öffentlichen Leben ein reinerer Wind, wenn nicht alle übel nähmen“, schreibt Tucholsky. Würde er heute durch den Herbstwind stapfen, wäre sein jüngster Artikel vielleicht mit der Frage „Was darf die Religion?“ überschrieben. Hat sie unsere Gesellschaft nicht längst beantwortet?

 

Verfasst am 27./28.X.2014 in Berlin
© Matthias Schumacher

 
 

Author: Matthias Schumacher | Date: 12. August 2014 | Kommentare deaktiviert für Positionsbestimmung Nahost

Oxymoron_Drahtseilakt (III)

Es ist erschreckend, was dieser Tage im Netz verbreitet wird und wie schnell Menschlichkeit und Mitgefühl unter zunehmender Parteinahme schwinden. Ekelhaft, mit welchen Mitteln ein Meinungskrieg ausgetragen wird, wie rasch man mit Urteilen, Beschimpfungen, Verleumdungen bei der Hand ist, mit welcher Vehemenz man sich vor vernünftigen und vermittelnden Argumenten verschließt. Diskurs ist unmöglich geworden. Es geht weit über das hinaus, was man für gewöhnlich gelassen unter „Naja, das Internet und seine Spinner“ abtun kann. Dummheit und Dreistigkeit haben Hochkonjunktur. Maß und Mäßigung finden kaum statt. Wer es damit versucht, „verharmlost“, wer dagegen hält, ist „Extremist“. Alte Ressentiments gegen Juden werden mit Ressentiments gegen Palästinenser bekämpft. Differenzierungen sucht man vergeblich. Man ordnet den Gegner unentwegt der radikalsten Gruppe zu.

Hobby-Israelis und Wahl-Palästinenser tragen erbitterte Stellvertreterkriege in Sozialen Netzwerken aus. In rund 3000 Kilometern sicherer Entfernung. Ihre Söhne nehmen nicht an Bodenoffensiven teil, sterben nicht in Gefechten, ihre Töchter werden nicht von Granaten zerfetzt; sie erleben nicht, wie Tag und Nacht Sirenen aufheulen, sie müssen keine Schutzräume aufsuchen, und wenn sie morgens aus dem Haus gehen, wissen sie, es wird noch da sein, wenn sie am Abend wiederkommen.

An sommerlichen Grillabenden ist mancher zu aller Härte fähig, twittert sich nebenher die letzte Kälte aus dem Leib und meint, alles sei so leicht zu wenden wie der Tofubratling, der da vor einem brutzelt. Nur nichts anbrennen lassen, das Feuer schüren und unter Kontrolle halten. Die Welt schrumpft auf einen Grillteller. Mancher erklärt seiner unwissenden Frau mit Klecksen aus Senf und Ketchup die Lage in Nahost. „Hier und hier, so dicht beieinander!“ Mit dem Messer werden haarscharf Grenzen gezogen und bald mit der nächsten Wurst verwischt. Mutti serviert was Exotisches dazu. Chutney aus israelischen Granatäpfeln. „Schau schau!“ ruft einer und ein anderer macht schon wieder weltpolitische Kleckse auf Porzellan.

Ich fühle mich allein und weiß nicht, ob es ein Alleingelassensein ist, ob mir jene, die nun so weit von mir stehen, mir jemals nahe waren. Wenn Unschuldige sterben, ganz gleich, auf welcher Seite, sind meine Gedanken und Gefühle bei ihnen. Meine Positionsbestimmung ist nicht schwer. Ich stehe bei den Leidenden.

Ich werde auch fortan Opfer Opfer nennen und zu erkennen versuchen, wer sie zu Opfern machte. Ich sehe tote und verletzte Kinder, ich sehe deren Eltern, die durch aktives Handeln, Hilflosigkeit, Angst, Resignation oder Müdigkeit nach Jahrzehnten des Konflikts militärische Reaktionen heraufbeschworen und/oder nicht verhinderten bzw. verhindern konnten. Ich sehe das Recht zur Selbstverteidigung, aber auch machtpolitische Interessen und die Gunst der Stunde, die Bombardements zulässt, und ich hoffe auf günstigere, friedlichere Zeiten.

Im Herbst jährt sich zum 25. Mal der Tag des Mauerfalls. Vier Jahrzehnte standen sich zwei Machtblöcke unversöhnlich gegenüber. Ich wurde in eine Zeit geboren, in der man sich nicht vorstellen konnte, dass jemals einer von ihnen zurückweichen könnte und Mauern fallen würden. Und dann 1989. Da war ich 13 und die halbe Welt hat sich verändert. Mein Vater wurde während des Palästinakriegs, im Jahr der Unabhängigkeitserklärung Israels geboren.
66 Jahre und Abertausend Tote später sehe ich kein Ende des Konflikts und fürchte, so wird es weitergehen, bis ich selbst ein alter Mann bin.
Doch noch hoffe, sehe, fühle ich. Noch bin ich nicht kalt.

 
PS: Unterdessen ist ein Teil des Abschaums weitergezogen >>>
PPS: Und ja, ich habe mich auch zu anderen Konflikten geäußert >>>



 

12.VIII.2014

 

Author: Matthias Schumacher | Date: 4. Juli 2014 | Kommentare deaktiviert für Die Taube

matthias schumacher_die taube_gedicht_nest_akazie

Die Taube vor meinem Fenster ist fort.
Sie wuchs in der Akazie zwei Meter unter mir
Und grüßte mich geneigten Kopfes am Morgen.
Geheimhaltung fordernd verriet ich den Hort
Meinen Freunden und bald standen wir
Starr hinter Gardinen verborgen.

Die Taube vor meinem Fenster ist fort.
Ich entdeckte sie, als sie zwei Handvoll war.
Ihre Eltern sah ich nur vor der Geburt
Bei Nestbau und Brüten, ich blieb ohne Wort.
Innehalten, wenn sie meiner gewahr,
Dann haben sie weitergegurrt.

Die Taube vor meinem Fenster ist fort.
Das Nest in der Krone zerfällt hin zur Mitte,
Manchmal lasse ich meine Blicke fahren –
Hinunter. Hinauf. Kreisen sie über dem Ort?
Sie war schon die dritte
In den letzten drei Jahren.
 


 
Nachtrag, 04.VII.2014:

Matthias Schumacher_Die Taube_2014

… die vierte in den letzten vier Jahren … 
 

Aus »Nachlass« (eBook), verfasst am 16.08.2013
von Matthias Schumacher in Berlin.

 
 

Author: Matthias Schumacher | Date: 11. Mai 2014 | Kommentare deaktiviert für Geschichte hinter einen Schnappschuss: Warum der Musikautorenpreis Wurst war

Udo Jürgens und Rolf Zuckowski beim Musikautorenpreis 2014_Foto: Matthias Schumacher

Man könnte meinen, die Verleihung des 6. Deutschen Musikautorenpreises fand am vergangenen Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. So war es mitnichten. Zahlreiche Medienvertreter hatten sich am roten Teppich im Berliner Ritz Carlton eingefunden, darunter Teams von ARD und ZDF. Zwei oder drei Print-Journalisten waren sogar gekommen, um – vielleicht – darüber zu berichten. Die Veranstaltung wurde live in den Pressebereich übertragen, was selbst einen zu Distanz und Mäßigung verpflichteten Hotelangestellten in Entzückung versetzte. „Ist das das, was grad im Ballsaal läuft?“, „Ist es-„, „Wie geil ist das denn!? Eigentlich wollt ich drüben arbeiten, kann ich genauso gut hier bleiben!“ Sprach’s und blieb. Inzwischen tippte ein Journalist vom Magazin „Musikmarkt“ fleißig seine ersten Eindrücke in den Laptop.

Währenddessen war der Preis für andere längst Wurst und man tauschte sich über Wichtigeres aus, darüber, wie blind Johnny Depp tatsächlich auf dem rechten Auge ist, wie stark nachgelassen das Buffet in der Presselounge im Vergleich zum letzten Jahr hatte, wie schwach auf der Geldbörse Bud Spencer und wie unbedeutend die Fashion Week ist, wo Westernhagen wohnt und in den Bio-Markt geht, dass Schweighöfer nicht einschreitet, wenn die etwa sieben Berliner Paparazzi ihn mit seinen Kindern auf der Straße ablichten, dass Heike Makatsch in dieser Hinsicht äußerst unentspannt reagiert, wieso sich einige Gäste von Harald Glööckler prügelten und dass Gottschalk nun nicht mehr Unter den Linden residiert. „Morten Harket von AHA steigt hier nachher ab“, „Tom Hanks war für drei Tage in Berlin, kommt aber Mitte des Monats wieder.“ Einer beklagte sich bitterlich, dass ihm BILD für ein Exklusiv-Foto vom Geheimtreffen zwischen Bill Clinton und Angela Merkel nur 70 Euro zahlte.

Überhaupt hätte man es heute als Fotojournalist schwer. Und wenn man es schwer hat, gibt man entweder auf oder Gas. In der Hauptstadt hat man als Fotograf die Wahl. Škoda-gesponsortes Event wie der Deutsche Musikautorenpreis oder BMW. An diesem Abend gab man Gas und nachdem vor Veranstaltungsbeginn alle Nominierten, Laudatoren und Gäste die Sponsorenwand passiert hatten, packten 80 Prozent der Fotografen ihr teils völlig überflüssiges, aber allemal sauteures Equipment zusammen und verschwanden zum bayerischen Autobauer, der zur selben Zeit prominent besetzt die Eröffnung einer neuen Hauptstadtniederlassung feierte. „Kommst du mit?“, „Ich bleib noch hier, wir sehn uns morgen beim Filmpreis.“ Der Hotelangestellte schaute derweil immer mal wieder vorbei und war ordentlich fasziniert. Der junge Mann war ein dankbares Publikum. Nur das falsche.

Ich sah wieder einmal, dass sich nicht wenige Fotojournalisten vor allem als Abknipser verstehen und keiner weiteren Berichterstattung verpflichtet fühlen. Worin der Wert „Roter-Teppich-Fotos“ besteht, die absolut identisch im selben Moment auch 30 andere Kollegen schießen, erschließt sich mir nicht. Sie versinken in den monströsen Archiven der Agenturen und tauchen nie wieder auf. Reich und bekannt wird man damit nicht. Nun wäre es ungerecht und zu viel verlangt, wenn die Kollegen aus dem Bereich „Bild“ die Bedeutung des Musikautorenpreises einfangen hätten sollen.

Es drängt sich ja auf, Wortspielereien mit Brechts „Moritat von Mackie Messer“ zu betreiben: „Denn die einen sind im Dunkeln/Und die andern sind im Licht./Und man siehet die im Lichte/Die im Dunkeln sieht man nicht.“
Was passt besser, wenn die GEMA versucht, Texter und Autoren, die oft unbekannt ein Schattendasein hinter glanzvollen Interpreten führen, für einen Abend ins Blitzlicht zu rücken? Da spielen Fotojournalisten, speziell die Societygeier nicht mit. Also Promis weglassen und auf den Kern konzentrieren? Da kann man den Preis gleich per E-Mail verschicken. Zugpferde sind in der heutigen Medienwelt unverzichtbar, verzichtet man auf sie, geht auch die letzte kleine Chance auf Berichterstattung flöten. Wie man es macht… Es kam, wie zu erwarten. Gieriges Gedrängel, Geschiebe, Geschubse bei GZSZ-Star Raúl Richter und dem Grafen von „Unheilig“, müdes bis widerwilliges Abdrücken bei Kasalla, der nominierten und später prämierten Kölner Mundart-Band. „Wer sind denn die?“, fragt ein alter Kamerahase. „Wurst, unwichtig, keine Chartplatzierung!“ antwortet ein etwas besser informierter Kollege. So könnte man den Abend eigentlich hier abschließend zusammenfassen: Gut gemeint, Ziel verfehlt. Es ist vergebene Liebesmüh, Botschaften auszusenden, wenn diejenigen, die sie weiterleiten sollten, auf stur stellen, bockig und verstockt sind. So wird Deutschland nie vom Deutschen Musikautorenpreis und der schönen Idee dahinter erfahren, auch nicht nach 10 mal 6 Verleihungen.

Und wen interessieren denn schon Musikautoren? Beim Eurovision Song Contest, der bis heute eigentlich ein Wettbewerb der Komponisten und Texter ist bzw. sein soll, spielen ausgerechnet diese Kreativen gar keine Rolle mehr. Zu wenig Glamour, keine Windmaschinen oder Feuerwerke, keine guten Bilder, kein Marktwert. Ausnahme naturgemäß die Singer-Songwirter, zu denen man durchaus auch Udo Jürgens zählen kann. An diesem Donnerstagabend im Ritz sollte der Sieger des Grand Prix Eurovision de la Chanson 1966 nun den Ehrenpreis für sein Lebenswerk erhalten. Die Fotopresse war begeistert und im Grunde warteten alle nur auf ihn. Udo kommt immer zum Schluss, auch auf den roten Teppich, danach kommt selten noch irgendetwas. Diesmal war es unter anderem Rolf Zuckowski. Eine undankbare Startposition. Als sich die Medienmeute noch um den großen Udo scharte, wirkte der kleine Rolf noch kleiner als einige seiner „Freunde“. Kurz nach dem verhuschten, unwürdigen Auftritt entstand obiges Foto, kein wirklich tolles und ich hätte es ohne den diesjährigen ESC-Abend kaum veröffentlicht. Doch nun, wo alles so gekommen ist, ist es in seiner Zufälligkeit schon wieder bedeutend. Denn Alexander Zuckowski, Sohn des Hamburger Musikers, hat zusammen mit den Autorenkollegen Charley Mason, Joey Patulka und Julian Maas den Song „Rise Like a Phoenix“ geschrieben und Dank der überragenden Performance von Conchita Wurst nach 48 Jahren den großen Udo Jürgens vom österreichischen Grand-Prix-Thron gestoßen. 

Und so hat dieser weitgehend unbekannte Berliner Autor Matthias Schumacher mit Gespür und Fortune einen Moment eingefangen, der mehr erzählt als die mit „Jaaaa, komm, dreh dich nochmal, lächeln bitte, Daumen hoch… jaaaa, bleib so!“ erzwungenen Schüsse der Profis. Aber ist ja auch Wurst.

Hier noch einige meiner Bilder vom Deutschen Musikautorenpreis 2014

11/05/2014