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	<title>Matthias Schumacher</title>
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	<description>AUTOR ◊ DICHTER ◊ JOURNALIST</description>
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		<title>Matthias Schumacher</title>
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	<itunes:author>Matthias Schumacher</itunes:author>
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		<title>Ersatzverkehr mit Busen</title>
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		<pubDate>Sat, 19 May 2012 07:39:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mai 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Zeilen sind jenen gewidmet, die sich durch gesellschaftlichen Druck in Beziehungen gedrängt wurden, die sie, hätten sie eine Alternative gesehen, nicht eingegangen wären. Dieser Text gehört den Männern, denen es nicht möglich schien, frei ihre Homosexualität zu leben und sich für den schweren Weg in eine heterosexuelle Partnerschaft entschieden haben &#8211; und nun, nach [...]]]></description>
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<p style="text-align: left;"><img class="alignnone size-full wp-image-18398" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/05/rainbow.jpg" alt="Rainbow in Ersatzverkehr mit Busen" width="500" height="325" /></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Diese Zeilen sind jenen gewidmet, die sich durch gesellschaftlichen Druck in Beziehungen gedrängt wurden, die sie, hätten sie eine Alternative gesehen, nicht eingegangen wären. Dieser Text gehört den Männern, denen es nicht möglich schien, frei ihre Homosexualität zu leben und sich für den schweren Weg in eine heterosexuelle Partnerschaft entschieden haben &#8211; und nun, nach eingegangenen Verpflichtungen, nach der Geburt von Kindern keine andere Möglichkeit sehen, als das Rollenspiel fortzuführen. Diese Zeilen gehören jenen, die nicht aus ihrer Verantwortung fliehen, die gegen ihr Innerstes bei Ihren Partnerinnen bleiben, mag es aus Schuldgefühlen, Angst, Schwäche oder ehrlich empfundener Zuneigung sein.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">In dieser Stunde denke ich an Euch, ihr seid so viele. So viele, die mit schlechtem Gewissen heimlich ihren eigentlichen sexuellen Vorlieben nachgehen. Bei denen jedes Fremdgehen ein Heimkommen ist, eine Erlösung und Hölle zugleich, und jede Erfüllung der ehelichen Pflichten lediglich ein Ersatzverkehr mit Busen.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Ich denke an die Versteckten und Latenten. Keiner macht es sich leicht.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Ich denke auch an die, die noch jung sind und ihr Leben leben, frei und fern der Orte, in denen sie aufgewachsen sind. Denke an die, die sie selbst sind und wenn sie auf ihre Eltern treffen, von Freundinnen berichten oder schweigen, die Nachfragen der Verwandtschaft geduldig ertragen, um ihre Eltern nicht in Verlegenheit zu bringen. Ich kenne das. Ich fühle mit Euch.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Ich kann Euch nichts raten, nur wissen lassen, Ihr seid nicht allein. Vielleicht wird es eines Tages ein neues Denken geben. Es ist noch fern und nur in den Großstädten auf einem guten Weg. Euch, die Ihr in Eurem Leben, in Euren Partnerschaften verwurzelt, verhaftet, eingeschlossen seid, einem Leben, auf das alle bauen und auf das Ihr alles gebaut habt, Euch wird dieses Denken kaum helfen. Vielleicht Euren Kindern. Seid offener als Eure Eltern und die, die Eure Auswege versperrten. Seid für Eure Kinder stärker als Ihr es wart! Das neue Denken muss bei Euch beginnen und weitergetragen werden, für nächste Generationen. Damit nicht auch eines Tages für sie der letzte Zug abgefahren ist und nur ein Ersatzverkehr mit Busen bleibt.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #999999;">◊</span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #999999;">19/05/2012</span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #808080;">Lesen Sie auch: <a href="http://matthias-schumacher.com/2011/09/07/der-regenbogen-ist-nicht-bunt-retusche-des-homosexuellen-bildes-ms/" target="_blank"><span style="color: #808080;">Der Regenbogen ist nicht bunt -<br />
Retusche des Homosexuellenbildes</span></a></span></p>
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		<title>Getroffen</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 19:20:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mai 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Geschichte einer Begegnung in den Trümmern Berlins. Jetzt lesen &#62;&#62;&#62;]]></description>
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<p><img class="alignnone  wp-image-18485" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/05/597px-Bundesarchiv_Bild_183-S75801_Berlin_Blick_auf_die_zerstörte_Stadt.jpg" alt="597px-Bundesarchiv Bild 183-S75801 Berlin Blick Auf Die Zerst Rte Stadt in Getroffen" width="500" height="503" /></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Geschichte einer Begegnung in den Trümmern Berlins.</span> <a href="http://matthias-schumacher.com/getroffen-kurzgeschichte-alexanderplatz-parochialkirche-berlin/" target="_blank">Jetzt lesen &gt;&gt;&gt;</a></p>
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		<title>Ich bin der Urheber!</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 17:19:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[wir sind die urheber]]></category>

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		<description><![CDATA[www.wir-sind-die-urheber.de &#160; Es ist nicht die erste Aktion von Autoren und Künstlern, die sich für das Urheberrecht einsetzen. Aber es ist die erste, die bundesweit wahrgenommen wird. Ich habe unterschrieben. Und ich habe aus tiefster Überzeugung unterschrieben. Es sind schon lang alle Argumente ausgetauscht und Erklärungen überflüssig. Hier galt und gilt es, Farbe zu bekennen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p style="text-align: center;"><a href="http://www.wir-sind-die-urheber.de/">www.wir-sind-die-urheber.de</a></p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-18356" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/05/Matthias-Schumacher_wir_sind_die_urheber.jpg" alt="Matthias-Schumacher Wir Sind Die Urheber in Ich bin der Urheber!" width="500" height="86" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Es ist nicht die erste Aktion von Autoren und Künstlern, die sich für das Urheberrecht einsetzen. Aber es ist die erste, die bundesweit wahrgenommen wird. Ich habe unterschrieben. Und ich habe aus tiefster Überzeugung unterschrieben. Es sind schon lang alle Argumente ausgetauscht und Erklärungen überflüssig. Hier galt und gilt es, Farbe zu bekennen. Welch ein gewaltiges Podium wurde in den vergangenen Monaten denen geboten, die das Urheberrecht verändern oder abschaffen wollen! Wie wenig kamen die zu Wort, die es stützen, stärken und in ihren Grundfesten erhalten wollen, weil es sinnvoll und nützlich ist, weil es sich bewährt hat und eine Errungenschaft darstellt. Sicher, nichts ist für die Ewigkeit, alles ist im Wandel. Aber solange die Frage &#8220;Wovon soll der Künstler, der Autor am Ende des Tages leben?&#8221; unbeantwortet im Raum steht, ist das Urheberrecht wie wir es in Deutschland derzeit haben und Verwertungsrechte nicht die schlechteste Lösung. Vielleicht kommen wir nun endlich dahin, dass Urheber, Nutzer und Urheberrechtsgegner ins Gespräch kommen und sich vielleicht annähern und verstehen können. Und Lösungen finden. Ein Argument wie &#8220;Das Urheberrecht in seiner Form wurde von der digitalen Wirklichkeit überholt&#8221; ist inakzeptabel. Ganz einfach, weil es falsch ist und lediglich eine Aussage, die meint, dass etwas, nur weil es geht, richtig ist oder mit der Zeit zwingend richtig werden muss. Würden morgen alle zu morden beginnen und sich daraus eine Gewohnheit ergeben, weil die Behörden mit der Strafverfolgung nicht mehr nachkämen und selber morden würden, wäre es dann richtig? Polemik? Schauen Sie mal, was die Gegenseite an Argumenten zu bieten hat und wie wenige Antworten.<br />
Wir haben das Urheberrecht. Wir sind die Urheber.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Matthias Schumacher</span><br />
<span style="color: #000000;"> (seit 2006 Wahrnehmungsberechtigter der VG Wort)</span></p>
<p style="text-align: center;">◊</p>
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		<title>Der 280-Euro-Wecker</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 11:58:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mai 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie kürzlich in einem Artikel erwähnt, verlost die GEMA derzeit in einer Kampagne pro Urheberrecht u.a. ein exklusives Privatkonzert mit dem Liedermacher, Schauspieler, Autor, Kapitalismus-, Kriegs-; Banken-, Gesellschafts-; Westerwelle-, Stuttgart-21-, Schäuble-, Gerd Schröder-, Merkel- kurz: Allroundkritiker Konstantin Wecker. Wecker und die GEMA:  Ein Traumpaar. Eine Symbiose. Nehmen, geben, sich ergänzen. Nichts dagegen zu sagen! Es ist beruhigend, wenn ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p style="text-align: left;"><img class="size-full wp-image-18326 alignnone" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/05/Konstantin-Wecker.jpg" alt="Konstantin-Wecker in Der 280-Euro-Wecker" width="500" height="367" /></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wie kürzlich in einem <a href="http://bloghalde.de/2012/04/27/was-die-gema-so-alles-durch-durchwinkt/" target="_blank"><span style="color: #000000;">Artikel</span></a> erwähnt, <a href="http://www.musik-ist-uns-was-wert.de/" target="_blank"><span style="color: #000000;">verlost die GEMA</span></a> derzeit in einer Kampagne pro Urheberrecht u.a. ein exklusives Privatkonzert mit dem Liedermacher, Schauspieler, Autor, Kapitalismus-, Kriegs-; Banken-, Gesellschafts-; Westerwelle-, Stuttgart-21-, Schäuble-, Gerd Schröder-, Merkel- kurz: Allroundkritiker Konstantin Wecker. Wecker und die GEMA: </span><br />
<span style="color: #000000;">Ein Traumpaar. Eine Symbiose. Nehmen, geben, sich ergänzen. Nichts dagegen zu sagen!</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Es ist beruhigend, wenn ein Quälgeist eine Lampe à la Aladin gefunden hat, in der er sich zu Hause fühlt. Und immer, wenn sich irgendwer an irgendwas in diesem Lande reibt, erscheint Dschinn Konstantin mit Getön und Gebraus, das einiges einspielt und von der GEMA ordnungsgemäß verwertet wird. Man liebt sich dafür. Wobei Wecker die GEMA künftig etwas mehr zu brauchen scheint, als die vielleicht ihn:</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wie der 64jährige nun dem <a href="http://www.morgenweb.de/freizeit/veranstaltungen/ich-komme-nicht-weit-mit-verdrangen-1.568355" target="_blank"><span style="color: #000000;">Mannheimer Morgen</span></a> in einem vielzitierten Interview öffentlich anvertraute, habe er seine Rente eingereicht, &#8220;heraus kamen 280 Euro.&#8221; Gäbe es da nicht die GEMA! &#8220;Ohne die GEMA hätte ich also keine Altersversorgung.&#8221; Gott schütze die GEMA! Und dann gibt er der Piratenpartei noch eins mit, weil die ihm diese 280 Euro durch Urheberrechtslockerung nehmen will. Darauf läuft seine Aussage sinngemäß hinaus. Und der Unmut ist verständlich. Überhaupt diese Piratenpartei: &#8220;Ich habe noch keine Ahnung, wie ich die Partei einschätzen soll. Wird das eine neue FDP oder wollen die sich sozialen Themen widmen?&#8221; Wecker stehe auf der Seite der GEMA, sagt er. Also auf der Seite der FDP. Das sagt er aber nicht, denn die ist unsozial. Wes Tantiemen ich krieg, von dem lass ich mich verlosen! </span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Einer wie Wecker, der über 40 Alben produzierte (16 Chartplatzierungen), der an 16 Musicals arbeitete, der mehr als 40 Film- und Fernsehmusiken und 23 Bücher schrieb und in 50 Filmen spielte, muss eine arme Sau sein. Nicht zu vergessen, all die Fernsehtermine und Konzerte, wo man ihm Geld (pfui!) auf das Konto einer Bank (pfui!) überwies. Eine private Rentenvericherung bei einem dieser Versicherungskonzerne? (Pfui, pfui, pfui!) Eigenverantwortung ist eh viel zu FDP, unsozial und oberpfui!</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wünschen wir ihm alles Gute und dass ihn im Alter weder Geldsorgen noch Nackenschmerzen plagen. Doch wo sollte er sonst all den Zaster bunkern, wenn nicht unterm Kopfkissen? Man kann ja in diesem System niemandem trauen!</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><em>PS: Die Liste der Wecker-Produkte wurde Wikipedia entnommen. In Wahrheit hat der Künstler noch viel mehr gearbeitet und sein Kissen liegt noch viel höher</em></span><em><span style="color: #000000;">. PPS: Gibt Leute,</span> die gar nichts von der GEMA bekommen!</em></p>
<p style="text-align: left;">◊</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #999999;">11/05/2012</span></p>
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		<title>Meine neuen und neuen alten Gedichte</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/05/10/meine-neuen-und-neuen-alten-gedichte-15-mal-poesie/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 22:56:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mai 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[In den vergangenen Wochen habe ich nach und nach neue und neue alte Gedichte veröffentlicht, die allerdings nicht auf der Startseite erschienen sind. Es ist Lyrik, die entweder neu geschrieben, überarbeitet oder vollendet wurde &#8211; wie mein »Erstes Bild«, das für einige Tage den Titel Phönix trug. Nach sechs Jahren immer wieder unterbrochener Arbeit an [...]]]></description>
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<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-17398" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/02/Schreibzeit-2012-Matthias-Schumacher.jpg" alt="Schreibzeit-2012-Matthias-Schumacher in Meine neuen und neuen alten Gedichte" width="480" height="360" /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">In den vergangenen Wochen habe ich nach und nach neue und neue alte Gedichte veröffentlicht, die allerdings nicht auf der Startseite erschienen sind. Es ist Lyrik, die entweder neu geschrieben, überarbeitet oder vollendet wurde &#8211; wie mein »Erstes Bild«, das für einige Tage den Titel <em>Phönix</em> trug. Nach sechs Jahren immer wieder unterbrochener Arbeit an seinen 20 Zeilen kam es im Feuer der Begeisterung zu gefährlichen Funkenschlägen. Da dies Gedicht aber in den ersten beiden Zeilen eine Schwarzweiß-Fotografie aus meinen frühsten Kindertagen beschreibt und darauf aufbaut, bekam es seinen ursprünglichen Namen zurück, obwohl mir <em>Phönix</em> noch immer bedeutsamer, beeindruckender, irgendwie eleganter erscheint &gt;&gt;&gt;</span></p>
<p style="text-align: center;"><a title="Bitte klicken!" href="http://matthias-schumacher.com/erstes-bild-gedicht-von-matthias-schumacher/" target="_blank"><span style="color: #000000;"><img class="size-thumbnail wp-image-18075 aligncenter" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/05/Kleiner-Mann-mit-Gießkanne-150x150.jpg" alt="Kleiner-Mann-mit-Gie Kanne-150x150 in Meine neuen und neuen alten Gedichte" width="150" height="150" /></span></a></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Fast ein Klassiker, da und dort in Anthologien und auf anderen Websites veröffentlicht, ist mein »Reigen«. Ich habe ihn kürzlich in einer ruhigen Stunde eingelesen und so können Sie mich nun akkustisch durch den Jahreskreis begleiten &gt;&gt;&gt;</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;"><a title="Bitte klicken!" href="http://matthias-schumacher.com/der-reigen-gedicht-von-matthias-schumacher/" target="_blank"><span style="color: #000000;"><img class="aligncenter size-thumbnail wp-image-17720" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/03/6841435860_4dcc1e7a5b-150x150.jpg" alt="6841435860 4dcc1e7a5b-150x150 in Meine neuen und neuen alten Gedichte" width="150" height="150" /></span></a></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Mein Zyklus »Expressio«, der in dieser Fassung lediglich zwei expressionistische Gedichte versucht, muss nicht weiter erklärt werden und bedarf höchstens der Ergänzung, das zu ihm auch die »<a href="http://matthias-schumacher.com/regenszenerie-gedicht-von-matthias-schumacher/" target="_blank"><span style="color: #000000;">Regenszenerie</span></a>« zählt. Aber Sie als Käufer meines eBooks wissen das ja &gt;&gt;&gt;</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;"><a title="Bitte klicken!" href="http://matthias-schumacher.com/expressionististische-versuche-in-lyrik-von-matthias-schumacher/" target="_blank"><span style="color: #000000;"><img class="aligncenter size-thumbnail wp-image-18177" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/05/Nachts.-At-night.-by-YaYapas-150x150.jpg" alt="Nachts -At-night -by-YaYapas-150x150 in Meine neuen und neuen alten Gedichte" width="150" height="150" /></span></a></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Unveröffentlicht waren bislang jene sieben Gedichte, die ich zum Zyklus »Schatten« zusammengefügt habe. Lyrik früher Zeiten, teils 13 Jahre alt und in Stil und Form noch älter wirkend. Es sind die Anfänge meiner ernsthaften Dichtkunst. Entstanden unter dem Eindruck der Poesie von Hesse, Eichendorff, Novalis und dem Einfluss ehrlich empfundener Romantik &gt;&gt;&gt;</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;"><a title="Bitte klicken!" href="http://matthias-schumacher.com/schatten-gedichtzyklus-von-matthias-schumacher/" target="_blank"><span style="color: #000000;"><img class="aligncenter size-thumbnail wp-image-18228" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/05/Matthias-Schumacher_Schatten_by_Björn_Weide-150x150.jpg" alt="Matthias-Schumacher Schatten By Bj Rn Weide-150x150 in Meine neuen und neuen alten Gedichte" width="150" height="150" /></span></a></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">So dunkel die Schatten, so sauer die Zitrone. Frau Zitrone hat es sogar schon einmal ins Radio geschafft. Ich verweigere allerdings die Auskunft darüber, bei welchem Sender, es ist mir noch immer etwas unangenehm. Frau Z., die im Zyklus ihrer vier Gedichte allerhand durchgemacht hat, würde es verstehen &gt;&gt;&gt;</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;"><a title="Bitte klicken!" href="http://matthias-schumacher.com/frau-zitrone-lyrik-zyklus-in-zitrus/" target="_blank"><span style="color: #000000;"><img class="aligncenter size-thumbnail wp-image-18251" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/05/5084798128_8dcb3947e5-150x150.jpg" alt="5084798128 8dcb3947e5-150x150 in Meine neuen und neuen alten Gedichte" width="150" height="150" /></span></a></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Bitte klicken Sie auf die Fotos!</p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #999999;">10/05/2012</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #999999;">◊</span></p>
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		<title>Exklusiv! Brandtneue Kampagne für Flughafen BBI/BER vorgestellt!</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/05/09/brandtneue-imagekampagne-bbr-bbi-berlin-vorgestellt/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 14:11:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mai 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Fakten zur Kampagne: Es werden monatlich 15 Millionen Euro investiert. Wowereit und Platzeck nehmen weiterhin keinen Spaten in die Hand. Willy Brandt ist tot. ◊ 09/05/2012]]></description>
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<p><img class="aligncenter size-full wp-image-18194" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/05/Bundesarchiv_B_145_Bild-F032319-0028_Flughafen_Köln-Bonn_Reise_in_die_UdSSR-2.jpg" alt="Bundesarchiv B 145 Bild-F032319-0028 Flughafen K Ln-Bonn Reise In Die UdSSR-2 in Exklusiv! Brandtneue Kampagne für Flughafen BBI/BER vorgestellt!" width="500" height="371" /><br />
<span style="color: #000000;">Fakten zur Kampagne: Es werden monatlich 15 Millionen Euro investiert.<br />
Wowereit und Platzeck nehmen weiterhin keinen Spaten in die Hand.<br />
Willy Brandt ist tot.</span></p>
<p>◊</p>
<pre style="text-align: right;"><span style="color: #999999;">09/05/2012</span></pre>
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		</item>
		<item>
		<title>SAG MIR, WO DIE STERNE SIND Marlene Dietrich zum 20. Todestag</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 18:55:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mai 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Damals waren die Stars noch ferner und wirkten größer. Es gab keine Geräte, um mit Idolen in ständigem Kontakt zu stehen. Unnahbar waren sie, die wir aus der überschaubaren Medienwelt kannten. Publikumslieblinge waren nicht beliebig austauschbar. Man gierte nach ihnen, weil nur Häppchen gereicht und wir nicht so abgefüllt wurden. Damals gab es noch Sternenstaub [...]]]></description>
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<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/XO0tqcJ4I4U?rel=0" frameborder="0" width="500" height="315"></iframe></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Damals waren die Stars noch ferner und wirkten größer. Es gab keine Geräte, um mit Idolen in ständigem Kontakt zu stehen. Unnahbar waren sie, die wir aus der überschaubaren Medienwelt kannten. Publikumslieblinge waren nicht beliebig austauschbar. Man gierte nach ihnen, weil nur Häppchen gereicht und wir nicht so abgefüllt wurden.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Damals gab es noch Sternenstaub auf den Pralinen, heute Konfetti auf Knallbonbons. Damals Marlene und die Knef, heute Harald Glööööö-usw.-kler und die Katzenberger. Auch Guido und Klaus wirken entrückt und unnahbar, aber der Rest ist doch nur Westerwelle und Wowereit. Politiker können keine Diven sein, Politikern verzeiht man nicht. Diven verzeiht man irgendwann alles &#8211; sogar, das <a title="wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marlene_Dietrich#Truppenbetreuung_im_Zweiten_Weltkrieg" target="_blank">Richtige</a> getan zu haben.</span></p>
<p style="text-align: left;">◊</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #999999;">06/05/2012</span></p>
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		<title>Der unaufhaltsame Harald S.</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/05/02/der-unaufhaltsame-harald-schmidt/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 20:53:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[April 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Mai 2012]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Harald Schmidt]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SAT.1]]></category>
		<category><![CDATA[Sky]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>

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		<description><![CDATA[SAT.1, ARD, SAT.1, Sky. Danach bleibt ihm nur noch das Internet. Matthias Schumacher rät Harald Schmidt ab und sagt dem deutschen Fernsehen die Zukunft voraus. Dass kaum jemand zusieht, heißt nicht, dass etwas im Fernsehen schlecht ist. Manchmal ist es nur schlecht platziert wie ein Blumenkohl im Supermarktregal neben den Damenbinden. Manchmal weiß man etwas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><em>SAT.1, ARD, SAT.1, Sky. Danach bleibt ihm nur noch das Internet.<br />
</em></span><em>Matthias Schumacher rät Harald Schmidt ab und sagt dem deutschen Fernsehen die Zukunft voraus.</em></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><img class="wp-image-18020 alignnone" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/05/Harald-Schmidt.jpg" alt="Harald-Schmidt in Der unaufhaltsame Harald S." width="500" height="267" /></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Dass kaum jemand zusieht, heißt nicht, dass etwas im Fernsehen schlecht ist. Manchmal ist es nur schlecht platziert wie ein Blumenkohl im Supermarktregal neben den Damenbinden. Manchmal weiß man etwas nicht zu schätzen oder versteht es nicht, weil es einem zu hoch ist. So erklären sich arte und 3sat. Manchmal kann man es aber einfach nicht mehr sehen. Darum geht Harald Schmidt nun zum Premiere-Nachfolgesender Sky und wird verschlüsselt. Wer nicht zahlt, kann Schmidt fortan nicht mehr zusehen bei dem, was er seit 1995, unterbrochen von kleineren und größeren Kreativpausen, mal dort, mal da gezeigt hat.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wenn wir bisher fragten »Hast du gestern Abend Schmidt gesehen?« und das Gegenüber «Nein« antworte, so wird es künftig wohl mit »Nein« antworten. Der feine Unterschied zwischen Nicht-sehen-wollen-aber-können und Nicht-sehen-können-und-nicht-wollen spielt keine Rolle. Die verschwindend geringe Zahl derer, die Schmidt sehen wollen und nun nicht mehr können, entspricht exakt jener Zahl, bei der sich für Fernsehschaffende der Boden auftut. Man fällt, manchmal bleibt man irgendwo hängen. Wie Harald Schmidt hängenblieb. An der ARD, dann aber zu SAT.1 zurückgespielt wurde und nun weiterfällt zu Sky. Danach bleibt ihm nur noch das Internet. Vielleicht wird er eines Tages selbsterstellte Videos bei YouTube hochladen und bloggen, wie so viele Profilneurotiker, die sonst nichts geschossen kriegen oder ihre Sachen für Geld nicht loswerden.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Nüchtern betrachtet ist der Wechsel zu Sky nichts weiter als das: ein Wechsel. Einer der allein interessant wird durch die Person Schmidt. Die Bedeutung von Schmidt erkennt man besonders gut daran, dass zwar nur noch 500.000 Menschen seine Show verfolgten, aber seit Bekanntgabe des vorzeitigen Endes bei SAT.1 gefühlt 500.001 Journalisten dazu etwas zu schreiben wissen. Es scheint, als habe Schmidt in den vergangenen Jahren nur noch für die Presse und Verlagshäuser gesendet und gespielt. Detailliert wird über Vergangenes berichtet. Und warum die Show, die den Bayerischen Fernsehpreis, den Deutschen Fernsehpreis, die Goldene Romy und zweimal den Grimme-Preis bekommen hat, nicht mehr sehenswert ist, weiß niemand so recht. Sie habe sich überlebt, lautet der Grundtenor derer, die Schmidt weg haben wollen. Besseres ist kaum jemandem eingefallen. Mag was was dran sein. Die Fürsprecher haben nicht wirklich bessere Argumente, dennoch wollen sie ihn behalten. Weil er anders ist. Das ist die Verehrerfraktion, die zwar auch selten reinschaltet, ihn aber vergöttert.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Das Bekenntnis zu Schmidt ist ein religiöses. Ja oder nein. Man glaubt nicht wirklich mehr an ihn, aber es bestehen Zweifel, dass es in Zukunft ohne ihn gehen wird. Schmidt schuf die wochentägliche Late Night Show für Deutschland und man sah ihr manchmal an, dass er sich statt sieben Arbeitsstunden keine sieben Sekunden darüber Gedanken gemacht hat, wie sie aussehen könnte. Heute Meisterwerk, morgen solides Handwerk, übermorgen Bergwerk, das unterirdischer kaum sein konnte. Der Gastgeber war in alldem immer erkennbar, die Harald Schmidt Show immer schmidtsch.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Er war einer mit dem rechnen konnte und er war nie so ganz durch wie manch anderer der Branche. Er hat&#8217;s gebracht und wenn das Ende nahte, brachte er es besonders gut. So war es bei SAT.1, so ist es nun wieder bei SAT.1 gewesen. Er war oben, unten und auf dem Traumschiff, einem Ort jenseits von gut und böse. Aber erfolgreich. Er hat mit Herbert Feuerstein die Schallmauer durchbrochen, mit Manuel Andrack die Reiseflughöhe erreicht und mit Pocher eine Bruchlandung hingelegt. Und ist davon weitgehend unbeeindruckt einfach weitergeflogen. Unaufhaltsam. Im Aufstieg wie im Sturz.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Vorzuwerfen ist ihm am Ende seiner Zeit im Öffentlichen allenfalls, dass er in den 90ern »Verstehen Sie Spaß?« nicht tief genug versenkte und dass er geht, aber Spaßvogelscheuche Guido Cantz durch Schmidt weiterhin sein Unwesen treiben kann. Irgendwann aber wird es ein großes Aufräumen geben und dann wird man sehen, dass Schmidt nicht weg-, sondern nur vorgegangen ist. Gottschalk folgt ihm schon bald, weil man gesehen hat, wie wenig Moderator noch 20 Jahren »Wetten dass..?« von ihm geblieben ist. Andy Borg wird es treffen, eines Tages schließt jeder Musikantenstadl. Bei den Privaten wird künftig noch schneller abgesägt, denn eine Erfahrung wie mit Schmidt wird nicht zu größerer Experimentierfreude und Geduld führen. Mit Schmidt sind alle Dämme gebrochen. Niemand ist mehr zu halten. Rette sich, wer kann!</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Es wird ein munteres Personalkarussell rotieren. Senderwechsel, die heute noch spektakulär scheinen, werden Tagesgeschäft und nur noch Randnotiz sein, weil es große Namen, die über 16 Jahre ein Format tragen, die uns vertraut sind, nicht mehr geben wird, geben kann. Die Zeiten sind andere als 1995. Sie sind heute schon anders als gestern. Dieser Allgemeinplatz bestimmt künftig den Sendeplatz. Sich rasant verändernde Sehgewohnheiten bestimmen, was läuft und wie lange. Doch die Sehgewohnheiten sind wie die meisten Gewohnheiten antrainiert, anerzogen. Und es sind nicht immer die besten Gewohnheiten. Schlechter Geschmack gehört dazu. Die Frage, ob gute Qualität noch vom Zuschauer erkannt wird, muss gestellt werden. Und sie kann gleich wieder vergessen werden. Denn Fernsehen macht man nicht mehr fürs Publikum. (Außer das Traumschiff.) Das spürt der Zuschauer und kämpft sich durch den Brei, der ihm da ins Wohnzimmer geschleudert wird. Mit etwas Glück bleiben dann 4 Millionen Menschen zur Primetime gleichzeitig irgendwo kleben, etwa bei DSDS. Was schon als Erfolg gefeiert wird. Ist es nicht eher ein Mangel an Alternativen?</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Die Branche ist heute schon hektisch, wenn etwas nicht so richtig läuft. Morgen wird es nicht besser sein. Man kann sich wünschen, dass wieder Mut und Kreativität ins Fernsehen einziehen, aber damit wird es wohl nichts, weil keiner gern die Handbremse zieht, wenn alle rennen. Da rennt man lieber mit. Die Letzten werden die Letzten sein. Lieber für eine Staffellänge Sülze-TV Erster! Abgreifen, nächstes Format. Ob etwas gut ist, entscheidet die Quote. Derzeit wird verstärkt auf »Erfolgsserien aus den Vereinigten Staaten« gesetzt, womit sich ganze Senderfamilien über Wasser halten und wer sich wundert, warum mancher beim Anblick von Schwulen und Transsexuellen die Nase rümpft, findet einen Teil der Antwort bei Detectiv Stabler, der mit seinen engagierten Kollegen zur New Yorker Sondereinheit für Sexualverbrechen gehört. »Law &amp; Order: Special Victims Unit«.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wir werden vom amerikanischen Fernsehen geprägt. Mehr als uns lieb sein sollte. In Moralvorstellungen und Gerechtigkeitsgefühl. Nicht dass uns amerikanisches Fernsehen näher wäre als britisches, italienisches, nicht weil es besser ist als das osteuropäische, indische, asiatische, russische, es hat lediglich bei uns Tradition, gilt als schicker als Produktionen aus Österreich und wird den Sendern offenbar günstig im Paket angeboten. Dass unsere Lebenswirklichkeit kaum etwas mit der dort dargestellter Charaktere zu tun hat, stört niemanden. Und so identifizieren sich Karlsruher Hauptschüler mit kalifornischen Highschool- oder Collegeabsolventen und Detmolder Hausfrauen mit den »Desperate Housewives«. Es ist erstaunlich, dass US-Serien funktionieren, Late Night hingegen, ein uramerikanisches Format eher weniger. Und Commercial Breaks mögen wir auch nicht. Sind wir nun anders als die oder nicht? Wir werden es nie erfahren, wenn wir uns weiterhin mit dem begnügen, wozu hierzulande Produzenten der Mut fehlte oder die klugen Köpfe. Es gab einmal große deutsche Vorabendserien und die sogenannten Weihnachtsserien, von denen viele noch heute schwärmen. Inzwischen ist der Vorabend tot.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Mit Eigenproduktionen, Ideen, Idealen und gutem Geschmack könnte man einiges&#8230; bei Geschmack fällt den Sendern heute nur eines ein: Kochshow. Dazu Promis, Hunde, Pseudo-Dokus, die größten Dings, die dicksten Bums.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">All das hat Harald Schmidt geboten. Formate im Format. Skizzenhaft. Angespielt und totgeritten. Von den »Weisheiten des Konfuzius« bis hin zu den »Klassikern des Herrenwitzes«. Vieles was irgendwo versendet wurde, nahm er aufs Korn und unter die Lupe, nichts war ihm heilig. Und wenn alles so kommt, wie es sich andeutet, bekäme er künftig noch allerlei Futter. </span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Warum dieser Nachrufton? Er geht nur zu Sky! Und dann?</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Diese Geschichte mit dem Internet sollte sich Schmidt, so er sie erwägt, weil er fest davon überzeugt ist, dass die Welt ihn braucht, noch einmal gründlich überlegen. Im Internet gibt es schon alles. Im Internet kann man nix verdienen. Im Fernsehen schon und im ZDF war er noch nicht. Vielleicht läuft »Wetten dass..?« mit Lanz so gut, dass der seine tägliche Talkshow einstampft und dann könnte&#8230;</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">»Himmel auf Erden«, wie Harald Schmidt, der Katholik, seinen neuen Arbeitgeber nennt &#8211; vielleicht ein Ort der Auferstehung.<br />
Wir werden es sehen, wenn wir bezahlen</span></p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/tAdyJe13Hmc?rel=0" frameborder="0" width="500" height="369"></iframe></p>
<p style="text-align: left;">◊</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #999999;">02/05/2012<br />
mit Updates </span></p>
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		</item>
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		<title>Deutsches Publikum: Die Angstmacher &#8211; ODER: Künstler sein dagegen sehr</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/04/20/deutsches-publikum-die-angstmacher-oder-kuenstler-sein-dagegen-sehr/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 09:09:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[April 2012]]></category>
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		<category><![CDATA[DSDS]]></category>
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		<description><![CDATA[Matthias Schumacher schaut ins Flachland der deutschen Kultur- und Medienlandschaft und stößt sich am Horizont des Publikums und am fehlenden Mut, darüber hinauszugehen. Eine weit ausgeholte sanfte Watsche im großen Bogen über BILD, Tipitipitipso und Hossa &#8211; mit © und Grips. Ein Essay. Keine BILD-Zeitung mit einer Reichweite von 12 Mio. Lesern ohne 12 Millionen BILD-Leser, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><em>Matthias Schumacher schaut ins Flachland der deutschen Kultur- und Medienlandschaft und stößt sich am Horizont des Publikums und am fehlenden Mut, darüber hinauszugehen. Eine weit ausgeholte sanfte Watsche im großen Bogen über BILD, Tipitipitipso und Hossa &#8211; mit © und Grips. </em>Ein Essay.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><img class="size-full wp-image-17935 alignnone" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/04/5107661272_06ba5d3922.jpg" alt="5107661272 06ba5d3922 in Deutsches Publikum: Die Angstmacher - ODER: Künstler sein dagegen sehr" width="500" height="292" /></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Keine BILD-Zeitung mit einer Reichweite von 12 Mio. Lesern ohne 12 Millionen BILD-Leser, keine SPIEGEL-Bestsellerdauerplatzierung von Eckhart von Hirschhausens »Glück kommt selten allein«, kein vorprogrammierter Charteinstieg des nächsten RTL-Superstars ohne das bereitwillige seichte deutsche Publikum. Wer als Kreativer überleben will, gibt ihm, wonach es lechzt.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Das <a href="http://www.bildblog.de" target="_blank"><span style="color: #000000;">BILDblog</span></a> nimmt seit acht Jahren vor allem das Treiben des Springer-Riesen auseinander, korrigiert, kritisiert, klärt auf. Der Literaturkritiker Dennis Scheck ließ Hirschhausen bereits vor zwei Jahren in »Druckfrisch« die Rampe runterrollen. Aktuell belegt der Dr. mit seinem Beglückungsbuch beim SPIEGEL Platz 7. Und es wird schwer, einen Journalisten zu finden, der sich nicht in irgendeiner Weise an DSDS abgearbeitet hat. Die Quote sinkt in der neunten Staffel. Ein natürlicher Prozess. Sonst blieb das Publikum von Kritikerstimmen weitgehend unbeeindruckt und die Applaussammler machen weiter wie gehabt.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Deutschland hat ein mutloses Fernsehen, eine Radiolandschaft mit den jeweils größten Hits der letzten 30 Jahre, eine eingefahrene Zeitungslandschaft, Verlage, die Bücher rausschleudern wie <em>Bananen Fred</em> seine Früchte auf dem Hamburger Fischmarkt. Pseudorebellische Autoren, Musiker, die liefern müssen, was sie immer lieferten, Schauspieler, die festgelegt sind, Blogger, die sich im Kreis drehen&#8230; weil es das Publikum so zu wollen scheint. Es ist nicht dumm, es ist bequem und darum verdummungsanfällig.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><strong>Schuster, bleib bei deinen Leisten</strong></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/j77X_3OspEE?rel=0" frameborder="0" width="500" height="369"></iframe></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Viele Künstler wissen um den beschränkten Horizont des deutschen Publikums und liefern brav ab, was man von ihnen verlangt, auch wenn es sie quält. Da war Roy Black, der rocken wollte und sich gezwungen sah, Weichgespültes runterzusingen, da war Romy Schneider, in der viele Deutsche bis heute die Sissi und nicht das sehen, was sie war &#8211; eine Schauspielerin von Weltrang.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Da waren jene, die sich arrangierten, etwa Peter Alexander, der Entertainer, der Jazzer, der den Schwiegermutterliebling gab, da war auch eine Caterina Valente, die wie jüngst in der <a title="Das Erste, &quot;Legenden&quot;" href="http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/legenden/sendung/2012/caterina-valente-18042012-100.html" target="_blank"><span style="color: #000000;">ARD noch einmal gesehen</span></a>, ein Star mit einem festen Standbein im amerikanischen Showbusiness war und sich zwischen New York und Las Vegas den Wolf sang und steppte, doch wenn sie nach Deutschland kam zum braven Schlagerlamm mutierte. So liebte Deutschland die Valente: Tipitipitipso! Und nun stellen Sie sich ein Klassikkonzert mit Tony Marshall vor, dem ausgebildeten Opernsänger, Klassik ohne »Schöne Maid«. Fluch oder Segen?</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Gefangen im Markenzeichen. Zu versuchen, etwas gegen den Geschmack des Publikums durchzusetzen, scheint hierzulande unmöglich. Denn es liegt in der Natur der Sache, dass man dann einen großen Teil des Publikums verliert. Wer kann so etwas wollen? Doch <em>gegen</em> das Publikum muss es ja gar nicht sein. Versuche, das Publikum auf Neuland mitzunehmen, scheitern allerdings an der Bockigkeit und den Gewohnheiten der Masse. Nur von der Masse kann man aber leben. Oder von wenigen, die bereit sind, viel zu zahlen. Häufiger scheitern derlei Experimente aber wohl doch an der Mutlosigkeit der Macher. Es gilt: Experimente vielleicht, aber bloß keinen verschrecken! Nummer sicher. Vielleicht ein neues Studio, ein Loft in Berlin, Internet einbinden, ein teuer eingekaufter blondgelockter Moderator&#8230;</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Natürlich will der Künstler leben, von dem was er tut, doch vielen geht es auch um die Anerkennung und ganz simple um das Gefühl, geliebt, ernst genommen und anerkannt zu werden. UND: Darum etwas zu sagen. Dazu bedarf es offener Ohren und der Bereitschaft des Publikums, sich einzulassen. Mancher Künstler ist in seinen Fähigkeiten so beschränkt, dass er froh ist, das unters Volk bringen zu können, was es von ihm will. Doch mancher ist sturzunglücklich, wenn das Publikum zum zehntausendsten Mal »Hossa« fordert. Wer nicht »Hossa« gibt, dem rennen die Leute davon. Und andere, die »Hossa« nie mochten, hören beim neuen Tra-la-la schon gar nicht hin. Denn das ist ja der mit dem »Hossa«, war der mit dem »Hossa«. Ein Dilemma. Die Psyche des Künstlers und der Irrsinn des Publikumsgeschmacks wird auch in der gerade mal wieder hochgeschaukelten Urheberrechtsdebatte außen vor gelassen.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Der Künstler heute kuscht oft und bedient die Massen. So ist der Massengeschmack zum Non plus ultra geworden, zum Maß der Dinge, zum Mittelmaß. Hin und wieder reißt einer nach oben aus, aber der wird schnell wieder geerdet, wenn die Einnahmen zurückgehen und die Existenz bedroht ist, was bei Künstlern oft einer Seelenverbrennung gleich kommt.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><strong>Das Künstlerwesen<br />
Künstler werden ist nicht schwer, Künstler sein&#8230; </strong></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Im Augenblick wird also wieder manches über Urheberrechte geschrieben und ein gewisser Zirkel interessiert sich auch dafür. Doch das Wesen des Künstlers, das individuelle Wesen bleibt außer Acht. Zwänge, Nöte, Ängste, der innere Drang und welch ein Frevel es wäre, wenn ein weiteres Talent verkümmert, spielt keine Rolle. Auch dreht es sich allzu oft um klassische Autorenrechte, um Honorare oder Tantiemen. Musikrechte. Nutzerrechte. Gelegentlich dreht es sich um wissenschaftliche Arbeiten. Von Fotografen, Videokünstlern, Malern, Drehbuch- oder Bühnenautoren oder Verfasser anderer Gattungen, von Regisseuren usw. wird kaum geredet. Die Lage von Künstlern, die ich vor <a title="Hartz IV ist Kunst" href="http://matthias-schumacher.com/2010/02/26/hartz-iv-ist-kunst/"><span style="color: #000000;">Jahren schon ansprach</span></a>, hat sich kein Stück verbessert. Das Gagendumping bei der Nachwuchsförderung und Debütfilmen anzuprangern, überlassen wir weitgehend <a title="BFFS Die Schauspieler" href="http://blog.bffs.de/2011/09/stellungnahme-des-bffs-zum-gagendumping-bei-der-sogenannten-nachwuchsforderung-und-debutfilmen/"><span style="color: #000000;">Vereinen</span></a>. Der Komplex ist gewaltig, es geht um Freiberufler wie Angestellte, um Ideale und Marktwirtschaft. Autoren haben es am leichtesten, auf ihre Situation aufmerksam zu machen. In Print- und Onlinemedien wird nun über Geld geschrieben. Vornehmlich übers Geld von Autoren. Künstlersolidarität scheint es kaum zu geben. Jeder kämpft für seinen Bereich. Urmenschlich und doch am Ende zu kurz gedacht.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><strong>Zum Gelde drängt alles</strong></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Es sollte es ein gesamtgesellschaftliches Anliegen sein, jene, die uns unterhalten, aufrühren, berühren, die uns inspirieren bis schockieren vernünftig zu entlohnen. Wer aber nach dem Staat schreit, schreit ins Leere. Die Kassen sind leer und gefördert werden seit Jahren fast ausschließlich große Namen, die ganz laut schreien und genügend mediale Aufmerksamkeit erzielen können.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wir müssen auch über Eintrittspreise reden, darüber, ob wir bereit wären, ein oder zwei Euro mehr auszugeben, auch um Stücke oder Filme mitzufinanzieren, die vielleicht nicht den Mainstream bedienen, aber doch künsterisch wertvoll sind. Die Geiz-ist-geil-Kultur hat fatale Auswirkungen auf unser kulterelles Erbe. Denn es kann nicht in unserem interesse liegen, nur noch Massentaugliches zu schreiben, aufzuführen, zu senden. Auch hier endet bei vielen Kulturkonsumenten der Horizont.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Nun wird ja viel ungefragt veröffentlicht und es wäre leicht, die Hoffnung, damit etwas zu verdienen, mit den Worten abzutun: »Selbst schuld, soll er es doch lassen!« Dann wären die Inhalte dieser Website ungeschrieben. Und wenn jene, die kaum etwas mit ihrer Kreativität verdienen, auch nur einen Tag streiken würden, wäre es sehr sehr still im Netz, auf den Bühnen, im Wort- und Darstellungsbetrieb.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Es wird konsumiert, aber kaum gezahlt, Werbung, die Internetangebote finanzieren soll, wird rigoros ausgeblendet, Bezahlbuttons wenig geklickt. Und am Ende geht der Autor, der Künstler den Weg des geringsten Widerstandes, weil er weiß, dass er von <em>seiner</em> Kunst nicht leben könnte, und produziert Gefälliges, was massenhaft gelesen und eingeschaltet wird, für das die Menschen zu zahlen bereit sind. Möchten Sie in einer solchen Welt leben?<br />
Nur noch Hirschhausen, DSDS und BILD?</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><strong>Mehr Grips &#8211; Bis hinterm Horizont</strong></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wie wäre es mit Grips? <a href="http://www.grips-theater.de/reroute?page=news" target="_blank"><span style="color: #000000;">Berlins weltberühmtes Theater kann sich Aufführungen für Kinder und Jugendliche nicht mehr leisten</span></a>. <em>»Trotz anhaltender künstlerischer Erfolge, umjubelter Premieren, hoher Auslastungszahlen, extremer Sparmaßnahmen und permanenter selbstverfügter Haushaltssperre ist eine Insolvenz des überschuldeten GRIPS Theaters unvermeidlich&#8230;«</em> Wir haben noch gar nicht über Strukturen geredet. Wir haben das Problem noch gar nicht als Ganzes erfasst. Die meisten kochen an ihrem eigenen Süppchen.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Es steht zu befürchten, dass die neue Welle der Urheberrechtsdebatte das bleibt, was sie schon immer war: Ein Aufbäumen und baldiges Abebben.<br />
Wir reden über Rechte. Wir müssen auch über Qualität reden, reden über kulturelles Verständnis, Selbstverständnis und über das, was etwas wert ist, auch wenn es nicht jeden anspricht. Reden wir über Engagement. Über Mut. Reden wir mal über Bereitschaft und über unsere Horizonte hinaus!</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/ggImv8aS2iI?rel=0" frameborder="0" width="500" height="369"></iframe></span></p>
<pre style="text-align: right;"><span style="color: #999999;">20/04/2012</span></pre>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #333333;">NEU: Der Autor auf<a href="https://www.facebook.com/matthiasschumacher.ms" target="_blank"><span style="color: #333333;"> Facebook</span></a>, <a href="http://twitter.com/#!/Reimschmied" target="_blank"><span style="color: #333333;">Twitter</span></a> und <a href="https://plus.google.com/100686885019553166959/posts" target="_blank"><span style="color: #333333;">Google+</span></a></span></p>
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		<title>(Bei Alfred Lichtensteins Nachlass) KUNOS TRÄNEN</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2012 12:42:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[April 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Alfred Lichtenstein]]></category>
		<category><![CDATA[Expressionismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gebet an die Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Kuno Kohn]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Schumacher]]></category>
		<category><![CDATA[Poesie]]></category>

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		<description><![CDATA[Was dir einmal alles war, Alles, was uns geblieben: Vier Hefte, die du Jahr um Jahr Mit Versen vollgeschrieben. Und was vor mir geschrieben steht, Ist Zeugnis seiner Zeit: 10.II.13, Kunos „Gebet an die Menschen.“ Zerrissenheit - Bald 100 Jahre nicht verklungen, Und niemals ganz geheilt, Das Lied, das jeder gesungen, Das jeder mit jedem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Was dir einmal alles war,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Alles, was uns geblieben:</span><br />
<span style="color: #000000;"> Vier Hefte, die du Jahr um Jahr</span><br />
<span style="color: #000000;"> Mit Versen vollgeschrieben.</span></p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-17846" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/04/Handschrift_Alfred_Lichtenstein_Gebet_an_die_Menschen_Kuno_Kohn_Foto_by_Matthias_Schumacher.jpg" alt="Handschrift Alfred Lichtenstein Gebet An Die Menschen Kuno Kohn Foto By Matthias Schumacher in (Bei Alfred Lichtensteins Nachlass) KUNOS TRÄNEN " width="500" height="651" /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Und was vor mir geschrieben steht,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Ist Zeugnis seiner Zeit:</span><br />
<em><span style="color: #000000;"> 10.II.13, Kunos „Gebet</span></em><br />
<span style="color: #000000;"><em>an die Menschen.“</em> Zerrissenheit -</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Bald 100 Jahre nicht verklungen,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Und niemals ganz geheilt,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Das Lied, das jeder gesungen,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Das jeder mit jedem teilt.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Das alte Lied vom Hassen,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Das alte Lied vom Sehnen,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Die sich nur einen lassen</span><br />
<span style="color: #000000;"> Bei Nacht in heißen Tränen.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Man schläft darüber ein,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Wird trocken und verklebt,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Schreibts tags ins Heft hinein</span><br />
<span style="color: #000000;"> Und fühlt sich überlebt.</span></p>
<p style="text-align: center;"><a title="Projekt Gutenberg, Alfred Lichtenstein &quot;An Frida&quot;" href="http://gutenberg.spiegel.de/buch/5161/14"><img class="size-full wp-image-17847 aligncenter" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/04/An_Frida_Alfred_Lichtenstein_Foto_by_Matthias_Schumacher.jpg" alt="An Frida Alfred Lichtenstein Foto By Matthias Schumacher in (Bei Alfred Lichtensteins Nachlass) KUNOS TRÄNEN " width="238" height="26" /></a></p>
<p style="text-align: center;">◊</p>
<p style="text-align: center;"><em><span style="color: #808080;">Matthias Schumacher verfasste dieses Gedicht am 06. März 2012</span></em><br />
<em><span style="color: #808080;"> in der Staatsbibliothek Berlin bei der Recherche<br />
zu seinem aktuellen Romanprojekt</span></em><span style="color: #808080;"><em><br />
</em></span></p>
<p style="text-align: center;"><em><span style="color: #808080;">Mit Dank an Dr. Jutta Weber</span></em></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #808080;">◊</span></p>
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		<title>Die Geschichte des Outings in drei Akten</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/04/13/die-geschichte-des-outings-in-drei-akten/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 22:08:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[April 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Früher hieß es »Sag&#8217;s keinem!« Heute fordert man »Sag&#8217;s jedem!« Wir arbeiten auf »Sag&#8217;s bloß nicht schon wieder!« hinaus. ◊ 13/04/2012 &#160;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><img class="alignnone size-full wp-image-17687" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/03/Foto-by-daskerst-_-Bearbeitung-by-Matthias-Schumacher.jpg" alt="Foto-by-daskerst- -Bearbeitung-by-Matthias-Schumacher in Die Geschichte des Outings in drei Akten" width="500" height="345" /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Früher hieß es »Sag&#8217;s keinem!«</span><br />
<span style="color: #000000;"> Heute fordert man »Sag&#8217;s jedem!«</span><br />
<span style="color: #000000;"> Wir arbeiten auf »Sag&#8217;s bloß nicht schon wieder!« hinaus.</span></p>
<p style="text-align: center;">◊</p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #999999;">13/04/2012</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Grass ohne Boden</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/04/06/gunter-grass-ohne-boden/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Apr 2012 13:15:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[April 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Wann sind wir so sorglos geworden, so unbeschwert und freigiebig mit dem Recht auf Atomwaffen? Fragt Matthias Schumacher am Rande des Wirbels um Günter Grass. Ein Kommentar Er scheint allein auf weiter Flur. Die ihm mit einem Fuß beispringen, stellen ihm zugleich mit dem anderen ein Bein. Man kann so einen nicht davonkommen lassen! Solchen Typen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><em>Wann sind wir so sorglos geworden, so unbeschwert und freigiebig mit dem Recht auf Atomwaffen? Fragt Matthias Schumacher am Rande des Wirbels um Günter Grass. </em>Ein Kommentar</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><img class="alignnone size-full wp-image-17816" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/04/Günter-Grass.jpg" alt="G Nter-Grass in Grass ohne Boden" width="500" height="345" /></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Er scheint allein auf weiter Flur. Die ihm mit einem Fuß beispringen, stellen ihm zugleich mit dem anderen ein Bein. Man kann so einen nicht davonkommen lassen! Solchen Typen keinen Boden! »Gleichschaltung!« ruft Grass und im Gleichklang antwortet der Chor aus Experten, Journalisten und Nazijägerin »Von wegen!«</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wer Israel kritisiert, fällt schnell im Ansehen. Hierzulande wiegt Vergangenheit besonders schwer. Und noch schwerer bei dem, der selbst eine hat. Wer mit 17 Jahren Mitglied der Waffen-SS war, setzt noch 67 Jahre später mit einer Kritik an der Führung Israels seinen noch so guten und hart erarbeiteten Ruf aufs Spiel. Da kann noch so viel in den bald sieben Jahrzehnten passiert sein, da kann man noch so oft das Existenzrecht Israels und das Recht zu dessen Selbstverteidigung unterstrichen haben.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Aber was ist das eigentlich, ein Verteidigungsrecht? Was ist wann angemessen? Allein in Israel vermutet man, offizielle Zahlen gibt es nicht, bis zu 170 Kernwaffen, 80 gelten als gesichert. Leichtfertige meinen, da kommt es auf das eine U-Boot, mit denen sie abgeschossen werden können, gar nicht mehr an. Und Deutschland, gerade Deutschland, müsse eben in besonderem Umfang helfen, diesen Staat zu schützen. Mit Rat und Tat und Waffen. Man kann das für selbstverständlich halten, für folgerichtig und damit alle Bedenken fortwischen. Was aber immer haften bleibt und jedem zu denken geben sollte, ist die Frage nach dem Sinn eines solchen Arsenals, das im Vergleich zu den wahnwitzigen 5000 aktiven Atomwaffen der Vereinigten Staaten dennoch bescheiden wirkt. Sinnvoll und nützlich kann das alles nicht sein.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Verteidigungsrecht ja. Aber wann ist das Maß, das Fass voll? Seit Jahren wird versucht, auf militärischem wie auf diplomatischem Weg, das Brodeln in Nahost zu beruhigen. Ohne großen Erfolg. Allein das Brodeln wird auf einem Level gehalten, der das Pulverfass nicht zur Explosion bringt. Israel fühlt sich heute, wo es militärisch so stark wie nie zuvor ist, bedrohter denn je. Ein Phänomen, das nicht nur psychologisch zu erklären ist. Die ganze Palette von Wahlkampf, Machterhalt, Angst, einem gewaltigen Berg realer Bedrohungen sowie den Erfahrungen aus tausendjähriger Verfolgung spielt hier herein.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Dennoch gilt es, endlich zu hinterfragen, gefühlte Angst von realer Bedrohung zu trennen und Wege zu finden. Wie leicht sich so etwas schreibt!</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Auch Günter Grass schrieb, fern von Israel, fern vom Iran, fern vom persönlichen, dauerhaften Erleben vor Ort. Aber er kennt den Krieg, unsere Geschichte und hat schon manche Reime und Zeilen darauf gemacht. Nun stellte Grass vielleicht die falschen Fragen und blieb mit seinem Gedicht »Was gesagt werden muss« nur an der Oberfläche und sagt nach seinem Schweigen zu wenig. Ein Gedicht kann immer nur Essenz sein.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Und wir, die wir debattieren, gehen ausschließlich in die Tiefe, um Grass zu widerlegen, weil der ja dem Fass den Boden ausschlägt und wir da gern einen Deckel drauf hätten. Wir urteilen schnell ab, sind schnell mit all unseren reflexartigen Abstempelungen von »Antisemitismus«, »Ressentiments« und »Pamphlet«. Wir wollen ihn missverstehen, lassen unseren Senf ab und lehnen uns beruhigt zurück auf dem Pulverfass, weil wir glauben, den Zündler in die Schranken gewiesen zu haben. Und dann schweigen wir wieder, wie Grass lang schwieg, und schweigen, wenn von irgendwo auf der Welt Waffen geordert werden. Bislang lieferte jede unserer Regierungen zuverlässig.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wann sind wir so sorglos geworden, so unbeschwert und freigiebig mit dem Recht auf Atomwaffen?</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Gegen den Nato-Doppelbeschluss und die Stationierung von nuklearen Mittelstreckenraketen demonstrierten im Dezember 1982 an nur einem Tag allein in Bonn über 400.000 Menschen, während der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima trieb es über Wochen Zehntausende auf die Straßen, und nun, wo ein weiteres Atom-U-Boot in einer Welt voller Kernreaktoren und Kernwaffen nach Israel geliefert werden soll, sorgt sich nur noch einer: Günter Grass.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Im vergangenen Jahr standen den gut 200 Kernkraftwerken weltweit über 20.000 atomare Sprengköpfe gegenüber. Wir haben die friedliche Nutzung der Kernenergie als unbeherrschbar erkannt. Sind Atomwaffen beherrschbarer? Kraftwerke gefährden unsere Zukunft, sagen wir. Sichern sie Atomwaffen? Vielleicht, wenn sie sich in den richtigen Händen befinden und nicht in denen von Wahnsinnigen wie Ahmadineschad. Aber wir sollten am besten wissen, dass es für Waffen keine richtigen Hände gibt? Politik, Zukunft, Menschen sind unberechenbar, wo heute noch Demokratie ist, kann morgen schon Krieg und Chaos herrschen. Und umgekehrt. Umbrüche in 20, 30 Jahren &#8211; nicht vorhersehbar. Diktatoren wie Gaddafi oder Mubarak, Saddam Hussein, die der Westen über Jahrezehnte mit Waffen ausgestattet hat, um eine gewisse Stabilät in der Region aufrechtzuerhalten, richteten diese Waffen gegen das eigene Volk. Wer garantiert uns, dass es nicht eines Tages Kernwaffen sind, die gegen uns gerichtet werden &#8211; von jenen, die wir diplomatisch »Partner« nannten.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Und die Anti-Atomkraftbewegung pennt, sie hat sich auf sauberen Strom, Castorblockaden und Windräder spezialisiert. Die Enkel der Gründungsgrünen haben mehr Angst vor E.ON und Vattenfall als vor Pershing und Cruise Missile. Die Friedensbewegung &#8211; ein versprengter Haufen, und die Piratenpartei, die Senkrechtstarter ohne Antworten auf alte Fragen, die eh nicht mehr interessieren und unbeantwortet bleiben. Westerwelle fordert den Abzug aller US-Atomwaffen aus Europa. Wie hätten wir ihm vor 20 Jahren dafür zugejubelt! Nein, dem Westerwelle nie!</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Keine Demos vor der russischen, US-amerikanischen, britischen, chinesischen oder französischen Botschaft. Keine 100.000 auf der Straße gegen die Atomprogramme von Nordkorea, Indien, Pakistan, auch Günter Grass hat hierzu noch keine Verse verfasst, nur einige, in denen er sich Israels Regierung und den iranischen »Maulhelden« herausgreift.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wir lassen allen alles durchgehen. Bis auf zweien:</span><br />
<span style="color: #000000;"> Der eine baut vielleicht eine Bombe, der andere hat ein Gedicht geschrieben.</span></p>
<p>◊</p>
<pre style="text-align: right;">06/04/2012</pre>
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		<title>Rechnung</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/03/27/rechnung-matthias-schumacher-notiz/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Mar 2012 10:57:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[März 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Armut derer, die ihr Publikum für gebildet halten, wird den Reichtum jener, die es für dumm verkaufen, immer um ein Vielfaches übersteigen. - Matthias Schumacher im März 2012 - ◊]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><img class="alignnone size-full wp-image-17751" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/03/Foto-wolfgraebel-flickr.jpg" alt="Foto-wolfgraebel-flickr in Rechnung" width="500" height="360" /></p>
<h4 style="text-align: center;"><em>Die Armut derer, die ihr Publikum für gebildet halten, wird<br />
den Reichtum jener, die es für dumm verkaufen, immer<br />
um ein Vielfaches übersteigen.</em></h4>
<p style="text-align: center;">- Matthias Schumacher im März 2012 -</p>
<p style="text-align: center;">◊</p>
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		</item>
		<item>
		<title>ZU LEISES LIED VON EINER TRAUERZYPRESSE BEI HOMS</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/02/26/homs-syrien-zu-leises-lied-einer-trauerzypresse-bei-homs/</link>
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		<pubDate>Sun, 26 Feb 2012 20:41:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Februar 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Assad]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Homs]]></category>
		<category><![CDATA[Syrien]]></category>

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		<description><![CDATA[Der erste Sturm hat sie geknickt, Die Kugel sie gestrichen, Sie ist ihr trotzend ungeschickt Am Morgen ausgewichen. Ein zweiter Sturm zur Mittagszeit Riss ihre Blüten nieder, Sie bückt&#8217; sich nach &#8211; zur Erde weit - Und wiegte hin und wider. Zum dritten Sturm zur Abendstunde,  Taubblind im Donnerwetter, Entzweit mit einer Splitterwunde Verlor sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><span style="color: #000000;">Der erste Sturm hat sie geknickt,</span><br />
<span style="color: #000000;">Die Kugel sie gestrichen,</span><br />
<span style="color: #000000;">Sie ist ihr trotzend ungeschickt</span><br />
<span style="color: #000000;">Am Morgen ausgewichen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ein zweiter Sturm zur Mittagszeit</span><br />
<span style="color: #000000;">Riss ihre Blüten nieder,</span><br />
<span style="color: #000000;">Sie bückt&#8217; sich nach &#8211; zur Erde weit -</span><br />
<span style="color: #000000;">Und wiegte hin und wider.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Zum dritten Sturm zur Abendstunde, </span><br />
<span style="color: #000000;">Taubblind im Donnerwetter,</span><br />
<span style="color: #000000;">Entzweit mit einer Splitterwunde</span><br />
<span style="color: #000000;">Verlor sie ihre Blätter.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Bei Nacht und Sturm, Granatenschauer,</span><br />
<span style="color: #000000;">Im Kampf mit Feuerflut,</span><br />
<span style="color: #000000;">Fällt sie in sich und ohne Trauer</span><br />
<span style="color: #000000;">Stumpf in ein Meer aus Blut</span></p>
<p><span style="color: #000000;">von Frauen, Männern, Kind um Kind.</span><br />
<span style="color: #000000;">- Die Welt murmelt ein Wort -</span><br />
<span style="color: #000000;">Durch die Straßen pfeift der Wind,</span><br />
<span style="color: #000000;">Stürmt donnernd drüber fort.<br />
</span></p>
<p><span style="color: #999999;"><strong>♺</strong></span></p>
<p style="text-align: right;"><em><span style="color: #999999;">Verfasst am 26.02.2012 in Berlin</span></em><br />
<em><span style="color: #999999;">© Matthias Schumacher, 2012</span></em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Freiheit&#8230;und? Was noch, Herr Gauck? &#8211; ODER: Im Land der Blutdackel</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/02/22/joachim-gauck-bundespraesident-freiheit-und-was-noch-oder-im-land-der-blutdackel/</link>
		<comments>http://matthias-schumacher.com/2012/02/22/joachim-gauck-bundespraesident-freiheit-und-was-noch-oder-im-land-der-blutdackel/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 16:15:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Februar 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Bellevue]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Joachim Gauck]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Shitstorm]]></category>

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		<description><![CDATA[Da war doch noch was! Matthias Schumacher vermisst zwischen Shitstorms und Blutdackeln etwas, von dem Joachim Gauck immer wieder spricht. Nicht Freiheit! Das Andere&#8230;!  Wochen der Fortbildung für den „Freiheitslehrer“, wie man Joachim Gauck in einem ZDF-Portrait nannte. Wir kennen das alle noch aus der Schulzeit. Bevor es nach den Ferien losging, mussten sich die Lehrer weiterbilden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><em>Da war doch noch was! Matthias Schumacher vermisst zwischen Shitstorms und Blutdackeln etwas, von dem Joachim Gauck immer wieder spricht.<br />
Nicht Freiheit! Das Andere&#8230;! </em></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><img class="alignnone size-full wp-image-17456" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/02/DJane88.jpg" alt="DJane88 in Freiheit...und? Was noch, Herr Gauck? - ODER: Im Land der Blutdackel" width="500" height="280" /></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wochen der Fortbildung für den „Freiheitslehrer“, wie man Joachim Gauck in einem <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1573620/Der-Freiheitslehrer-Gauck-wird-Praesident"><span style="color: #000000;">ZDF-Portrait</span></a> nannte. Wir kennen das alle noch aus der Schulzeit. Bevor es nach den Ferien losging, mussten sich die Lehrer weiterbilden. Bis heute kann ich nicht sagen, ob es irgendwas gebracht hat. Das Kollegium wirkte nach Weiterbildungen jedenfalls nicht schlauer. Wahrscheinlich hatte man nur Altbekanntes wiederhohlt. Auffrischen nennt man das.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Bei Joachim Gauck dürfte es ähnlich sein. Nun kann er sich, der ungewaschen die <span style="color: #808080;"><del datetime="2012-02-22T16:23:52+00:00">Kopernikanische</del> </span></span><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" title="spiegel.de" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,816280,00.html"><span style="color: #000000;">Merkelsche Wende</span></a> erleben musste, frisch machen. So wird Gauck, wenn er am 18. März als 11. Bundespräsident ins Schloss Bellevue einzieht, zwar nicht klüger, aber sauber, sortiert und gefestigt sein:<br />
„Freiheit heißt Verantwortung, Freiheit heißt Verantwortung, Freiheit heißt Verantwortung. Wir repetieren: Freiheit heißt Vera&#8230;“</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Nun kursieren etliche <a title="welt.de" href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article13879697/Das-Internet-Maerchen-vom-boesen-Joachim-Gauck.html"><span style="color: #000000;">Internet-Märchen</span></a> und nicht wenige Leser und Autoren sind bereit, alles ungeprüft für wahr und richtig zu halten. Getreu dem Motto: „Irgendwas wird schon dran sein“, denn „die haben doch alle Dreck am Stecken.“ Die sonstigen Rivalen <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,816668,00.html"><span style="color: #000000;">SPIEGEL ONLINE</span></a> und BILD nahmen sich gleichermaßen beherzt Themen an, die wie 1975 wirkten. Frei nach uns Udo:</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><em> Weil sie als Paar zusammenleben und noch immer ohne Trauschein sind,<br />
</em></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/iZO1AgURC58" frameborder="0" width="500" height="369"></iframe></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><em>hat man sich gestern <a href="http://www.bild.de/politik/inland/gauck-joachim/ohne-trauschein-im-schloss-bellevue-22754596.bild.html"><span style="color: #000000;">da</span></a> getroffen und dann hat man abgestimmt:</em></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><img class="aligncenter size-full wp-image-17455" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/02/Joachim-Gauck-Umfrage-bild.de_.jpg" alt="Joachim-Gauck-Umfrage-bild De in Freiheit...und? Was noch, Herr Gauck? - ODER: Im Land der Blutdackel" width="385" height="281" /></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Doch es gab auch manches von zumindest zeitweiliger Substanz, die bald in sich zerfiel. Man ist wie besessen. Im Wahn. Nach Guttenberg und Wulff ist das Land im Blutrausch und viele sind zu Blutdackeln mutiert. Deutscher Schäferhund geht gar nicht! Es wird geschnüffelt bis große Vorwürfe unter lächerlichen Petitessen verschütt gehen. Jeder Schritt wird zurückverfolgt, jede Sandkastenliebe durchleuchtet: Hat Ihnen XY vielleicht mal die Buddelschippe drübergezogen?</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Und falls nichts an den Vorwürfen dran ist, gilt es, dem Gehetzten und in die Ecke Getriebenen wenigstens maximal zu schaden, in die Waden zu beißen, Stöckchen zwischen die Beine zu werfen und der übrigen Wutmeute an den Bildschirmen abgenagte Knochen hinzuwerfen, besabbert vom Geifer der Entrüstung. Aus dem Kontext gerissene Zitate sind hierzu ideal. Doch ebenso wie man einen Gauck runterzitieren kann, könnte man jeden Diktator hochschreiben. Das geht ganz einfach und bedarf keinerlei Hitler-Zitate.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Die Freiheit, etwas zu veröffentlichen und zu zitieren, setzt kein Verantwortungsgefühl voraus. Jeder kann &#8211; wenn er sich am Riemen reißt &#8211; schreiben, was er will, wann er will und im Internet sogar, wohin er will. Das ist Freiheit und genauso soll es sein und bleiben. Eine innerer Geschmackskompass ist hilfreich, aber jeder verrennt sich mal. </span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Mancher aber hat sich von Verantwortung weitgehend frei gemacht und trägt nackte Tatsachen zur Schau, an denen solange rumgedoktort wurde, bis alle hingucken und „Skandal!<em>“</em> schreien. Und ehrlich: Wer prüft schon alles, was irgendwo geschrieben steht!? Was Schreibenden im schnelllebigen Arbeitsalltag kaum möglich ist, kann dem Konsumenten schon gar nicht zugemutet werden. Er muss sich auf etwas verlassen können. Der arglose Leser baut fatalerweise darauf, dass ihm die Wahrheit gesagt wird und die schreibende Zunft, die der Wahrheit verpflichtet ist, hat diese nach besten Wissen und Gewissen zu liefern. Wo sich nicht wie hier Literatur, Polemik und Journalismus mischen, sollte das so sein.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Es ist nicht weit von „BILD lügt!<em>“</em> zu „Alle lügen!<em>“</em><em> </em>Am Ende macht es auch keinen Unterschied, ob vorsätzlich oder nur mal so gelogen wurde, weil&#8217;s eben auch mal passiert oder man es passieren lässt, wie bei <a href="http://www.reinhard-mey.de/start/texte/alben/was-der-zeitung-steht"><span style="color: #000000;">Reinhard Mey</span></a>:</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><em>„Verantwortung, Mann, wenn ich das schon hör‘!</em></span><br />
<span style="color: #000000;"> <em>Die Leute müssen halt nicht alles glauben, nur weil‘s in der Zeitung steht!</em></span><br />
<span style="color: #000000;"> <em>Na schön, so ‘ne Verwechslung kann schon mal passier‘n,</em></span><br />
<span style="color: #000000;"> <em>Da kannst du auch noch so sorgfältig recherchier‘n,</em></span><br />
<span style="color: #000000;"> <em>Mann, was glauben Sie, was Tag für Tag für‘n Unfug in der Zeitung steht!“</em></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wo ist eigentlich die deutsche Gründlichkeit der Rechercheure? Wo ist sie geblieben? The answer, my friend: Es gibt sie noch.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><img class="alignnone size-full wp-image-17495" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/02/Monumento-a-Don-Quijote-de-la-Mancha-recreando-el-Molino-de-Viento-y-Sancho-Panza.jpg" alt="Monumento-a-Don-Quijote-de-la-Mancha-recreando-el-Molino-de-Viento-y-Sancho-Panza in Freiheit...und? Was noch, Herr Gauck? - ODER: Im Land der Blutdackel" width="500" height="258" /></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Und die Aufrechten schlagen sich tapfer im Kampf mit den Windmühlen, die von den Shitstorms betrieben werden. Das Knochenmehl, das sie mahlen, das sie uns in die Augen streuen, ist unser täglich Brot. Wir verschlingen es gierig, weil es uns schmeckt, wenn es gegen <em>„</em>die da oben<em>“</em> geht, die wir auf Augenhöhe herunterbringen möchten &#8211; und dann noch etwas tiefer, damit wir drauf rumtrampeln können. Verlangen wir nicht bei allem Recht auf anständige Menschen in der Politik manchmal Übermenschliches?</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wer Schäden anrichten will, hat es im Internet &#8211; aus dem mittlerweile auch die alten Medien oft und ungeprüft zitieren &#8211; kinderleicht und kann sich sicher sein, dass ein falsches Zitat oder ein Gerücht schon irgendwo haften bleibt. Selten aber an dem, der dreist und boshaft kolportiert. Die bereitwilligen Unwissenden und Mitläufer potenzieren das Übel um ein Vielfaches. Die Eigendynamik der sogenannten <a title="wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Shitstorm"><span style="color: #000000;">Shitstorms</span></a>, der Empörungswellen, könnten verheerende Auswirkungen haben. <a title="tagesspiegel.de" href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/nierenkolik-christian-wulff-in-krankenhaus-behandelt/6241736.html"><span style="color: #000000;">Vielleicht eine Nierenkolik</span></a>? Nee, nee. Dennoch:</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Warum glauben wir, dass Politiker persönliche Angriffe, die nichts mit der Causa selbst zu tun haben, einfach wegstecken können? Warum fällt es uns so schwer, einem Christian Wulff zu glauben, wenn er sagt:</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><em>„Die Berichterstattungen, die wir in den vergangenen zwei Monaten erlebt haben, haben meine Frau und mich verletzt.“ </em></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Gelegentlich wird vom Stahlbad gesprochen, durch das Politiker gehen müssten, um das alles zu überstehen. Sicherlich ist es oft nur ein Bad aus Drachenblut, wie es Siegfried im Nibelungenlied nahm. Da war doch dieses Lindenblatt, das sich zwischen seine Achseln legte und ihn verwundbar machte. Es ist manchen zur Gewohnheit geworden, eben diese Stelle zu suchen, hineinzustechen und zu bohren und weiterzubohren, selbst wenn der andere längst am Boden liegt.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><img class="aligncenter size-full wp-image-17496" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/02/Nibelungenlied_manuscript-k.jpg" alt="Nibelungenlied Manuscript-k in Freiheit...und? Was noch, Herr Gauck? - ODER: Im Land der Blutdackel" width="313" height="425" /></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Bei aller berechtigten Kritik, aller verständlichen Wut, der Enttäuschung &#8211; nichts rechtfertigt Auswüchse wie es sie in den vergangenen Monaten bei uns gab. Immer schneller wird der Boden der Tatsachen verlassen und das Gegenüber, dem man in der Regel noch niemals wirklich gegenüber stand, aufs Schlachtfeld gezerrt und ohne jedes Maß verprügelt. Man könnte meinen, irgendwer habe die Revolution ausgerufen und bereits den Guillotinenbausatz „Adieu: liberté, égalité, fraternité“ bestellt. Von responsabilité (Verantwortung) steht da aber auch nichts!</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Natürlich kann man abstruse Thesen und Gerüchte widerlegen, aber Google vergisst sie nicht. Und man muss schon schneller sein als jene, die sich im Irrglauben, die Welt von anderen Sichtweisen befreien zu müssen, in fremde Websites hacken. Dialog unerwünscht. Bei Widerworten gibt&#8217;s aufs Maul!</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Das Recht zur freien Meinungsäußerung ist aber nicht nur einer Gruppe vorbehalten, es ist jedermanns gutes Recht. Blutdackel verpassen anderen gern Maulkörbe. Selbst wenn sich Gauck auf die Seite von Thilo Sarrazin geschlagen hätte, wie es ihm z.B. vorgeworfen wurde, so wäre es ein Akt der Meinungsfreiheit gewesen. Man darf in diesem Land anderer Meinung sein. Das erstaunt immer wieder und erzürnt viele. Man darf auch Falsches verbreiten, wenn man damit keinen Straftatbestand erfüllt. Verkürzte Zitate sind keine Straftat und wenn sie es wären, man würde sie nicht ahnden, denn wer ahndet, wird gehackt oder tritt damit den nächsten Shitstorm los.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Den Scheißestürmern geht es <em>auch</em> um die Wahrheit. Nicht zu unterschätzen: Die Lust an der Macht, der Spaßfaktor, und die Verlockung, Politik zum eigenen Vorteil zu machen, dem Dackeldasein zu entkommen und in die Königspudelklasse aufzusteigen. So stürmt man vor allem gegen politische Gegner. Fälle, in denen gegen eigene Leute gestormed wurde, sind selten. Genau da liegt der Bluthund begraben, man ist auf einem Augen blind und hackt seinem Bruder keines aus, als wäre man unter Engeln.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Sie wollten einen Gott und bekommen einen Gauck.</span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-17501" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/02/Joachim-Gauck-by-Michael-Lucan-2.jpg" alt="Joachim-Gauck-by-Michael-Lucan-2 in Freiheit...und? Was noch, Herr Gauck? - ODER: Im Land der Blutdackel" width="500" height="385" /></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Gauck wird kommen, zu präsidieren und zu reden, zu reden und zu reden. Wir werden eine ordnungsgemäße Wahl erleben, dann wird es ernst, und wenn wir kurz den Ton abstellen, werden wir keinen Unterschied zu einer Gedenkfeier anlässlich eines Amoklaufs feststellen. Trostlos und Grau in Grau wird alles sein. Dabei gäbe es einiges zu feiern, an diesem 18. März: 164 Jahre Märzrevolution und den 22. Jahrestag der ersten freien Volkskammerwahlen in der DDR. Daran wird Gauck erinnern und wir schalten den Ton gleich wieder an, denn wir wollen ja hören, was der kluge Mann aus dem Osten zu sagen hat, dass er sich geehrt fühlt, er, der zwei Diktaturen erlebte, dass ausgerechnet er, heute, hier&#8230; Es darf uns feierlich zumute werden. Und wenn er dann von Freiheit spricht, die wir doch haben und leben, nicken wir vielleicht und vielleicht nicken wir ein, weil wir das alles schon von ihm kennen.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Zwischenapplaus klatscht uns wach. Schon wieder redet er von der Freiheit. Den Teil mit der Verantwortung haben wir verschlafen. Mal wieder.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #999999;"><strong>♺</strong></span></p>
<pre style="text-align: right;"><span style="color: #999999;"><strong></strong>22/02/2012</span></pre>
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		<item>
		<title>»Gerhard Richter Panorama« in Berlin</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/02/09/gerhard-richter-80-geburtstag-panorama-in-berlin-neue-nationalgalerie/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 12:14:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Februar 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Richter]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Malerei]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Nationalgalerie]]></category>
		<category><![CDATA[Panorama]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Bild und weniger als 1000 Wörter: Matthias Schumacher über den Maler, Fotografen und Bildhauer Gerhard Richter und eine der beachtenswertesten Ausstellungen 2012. Gerhard Richter Lesende, 1994 72 x 102 cm, Öl auf Leinwand San Francisco Museum of Modern Art © Gerhard Richter, 2012 . Hätte die Werbung ihn nicht 1921 erfunden, müsste es diesen Satz spätestens seit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p style="text-align: left;"><em>Ein Bild und weniger als 1000 Wörter: Matthias Schumacher über den Maler, Fotografen und Bildhauer Gerhard Richter und eine der beachtenswertesten Ausstellungen 2012.</em></p>
<p style="text-align: left;"><img class="alignnone size-full wp-image-17370" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/02/Gerhard-Richter-Lesende.jpg" alt="Gerhard-Richter-Lesende in »Gerhard Richter Panorama« in Berlin" width="500" height="350" /></p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #999999;"><em>Gerhard Richter Lesende, 1994 72 x 102 cm, </em><em>Öl auf Leinwand San Francisco<br />
Museum of Modern Art </em><em>© Gerhard Richter, 2012</em></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><span style="color: #ffffff;">.</span><br />
Hätte die Werbung ihn nicht 1921 erfunden, müsste es diesen Satz spätestens seit Gerhard Richter geben. „One Look is Worth A Thousand Words“, woraus bald „ein Bild sagt mehr als Tausend Worte“ wurde. Dass einige Print- und Onlinemedien den Künstler zu dessen 80. Geburtstag dennoch mit weit mehr Wörtern ehren, ist in Richters Fall verzeihlich und verständlich, denn ein Journalist ist kein Maler und kann mit seinem Schwarz auf Weiß kaum beschreiben, was ein Gerhard Richter mit allem Licht und aller Farbe dieser Welt erschafft.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Sein Name ist Superlativ, Prädikat, Marke. Wie Picasso, Mozart, Dali, Chaplin, Warhol bis hin zu einem Michael Jackson. Meister ihres Fachs. Jeder weiß, wofür sie stehen und dass auch bei extremen Wandlungen immer ein Kern bleibt. Vieles bewegt, auch wenn wir es nicht verstehen, wenn wir nicht wissen <em>wie</em>, manchmal nur ahnen <em>was</em> &#8211; oder es einfach nur schön ist, verwirrt, verwundert. Sobald es berührt, ist es Kunst. Ums Verstehen geht es nicht. Kunst soll anregen, nicht belehren, keine Fakten schaffen, sondern Räume, die uns einladen, die ein Angebot sind; Wege, Tore, Schlüssel- und Schlupflöcher nach Überall oder Nirgendwo &#8230;</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">&#8230; oder nach Dresden, Düsseldorf, New York oder zu den vielen anderen Stationen im Leben eines Kreativen, dem das Museum of Modern Art vor zehn Jahren eine bildgewaltige Ausstellung widmete; der die Südquerfenster des Kölner Doms neu gestaltete, dessen Arbeiten auf Auktionen bis zu 15 Mio. Euro erzielen, der den Fotorealismus beherrscht und das romantische Zitat nicht scheut, der so viel kann, probiert hat und dabei immer Gerhard Richter blieb, indes andere ihren Kern für den Kommerz bis zur Unkenntlichkeit zerschmolzen.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Vom 12. Februar bis zum 13. Mai zeigt die Neue Nationalgalerie Berlin das <strong>Gerhard Richter Panorama </strong>mit rund 140 Gemälden und 5 Skulpturen aus dem Œuvres des Künstlers, erstmals umrahmt durch die Version I seiner abstrakten Arbeit <em>4900 Farben</em>. Beachtenswert, spektakulär und nicht nur für ausgewiesene Kunstfreunde. Zeitgleich präsentiert die Alte Nationalgalerie den Zyklus <strong>18. Oktober 1977</strong> mit 15 eindringlichen Bildern zum Deutschen Herbst, darunter das Werk <em>Decke</em>, das ursprünglich die in ihrer Gefängniszelle erhängte RAF-Terroristin Gudrun Ensslin zeigte, aber später von Richter mit weißer Farbe übermalt und hierdurch zur Decke des Vergessens wurde.<br />
Starke Symbolik eines großen Meisters.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Deutschland feiert ihn, einen von uns. Mancher ist kurz davor, das Wörtchen Stolz in den Mund zu nehmen. Die Kanzlerin hat ihn empfangen, der Bundestagspräsident und so ziemlich jeder, der Wert darauf legt, etwas zu sagen und Gehör zu finden, gratulierte druckreif. Man umgibt sich gern mit diesem Künstler von internationalem Ruf und genießt es, mit ihm im einem Zug genannt zu werden. Das ist gut, weise, so soll es sein. Gerhard Richter brachte es vor einigen Jahren auf den Punkt: «Nachdem es keine Priester und Philosophen mehr gibt, sind die Künstler die wichtigsten Leute auf der Welt.»</span></p>
<p><span style="color: #999999;"><strong>♺</strong></span></p>
<p><strong>Linktipp</strong>: <a href="http://www.gerhardrichterinberlin.org">www.gerhardrichterinberlin.org</a></p>
<pre style="text-align: right;"><span style="color: #999999;"> 09/02/2012</span></pre>
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		</item>
		<item>
		<title>»Freund und Bruder« NACHZEICHNUNG EINES WEGES DES JOHANNES WEIDNER</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/01/29/freund-und-bruder-nachzeichnung-eines-weges-des-johannes-weidner-privatroman-matthias-schumacher/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 01:06:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freund und Bruder]]></category>
		<category><![CDATA[Januar 2012]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://matthias-schumacher.com/?p=17249</guid>
		<description><![CDATA[- Belegt durch dessen nachgelassene Niederschrift - Herausgegeben von Matthias Schumacher ♺ Elftes Kapitel Als das Gestern begann Erstes Kapitel Zweites Kapitel Drittes Kapitel Viertes Kapitel Fünftes Kapitel Sechstes Kapitel Siebtes Kapitel Achtes Kapitel Neuntes Kapitel Zehntes Kapitel Kapitel 12 Kapitel 13 Kapitel 14 Kapitel 15 Kapitel 16 Kapitel 17 Kapitel 18 Kapitel 19 20 21 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">- Belegt durch dessen nachgelassene Niederschrift -</span></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-16935" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/01/Freund-und-Bruder-Handschrift-Johannes-Weidner-300x225.jpg" alt="Freund-und-Bruder-Handschrift-Johannes-Weidner-300x225 in »Freund und Bruder« NACHZEICHNUNG EINES WEGES DES JOHANNES WEIDNER" width="330" height="255" /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Herausgegeben von Matthias Schumacher</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #999999;">♺</span></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-11/">Elftes Kapitel</a><br />
<a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-als-das-gestern-begann/">Als das Gestern begann</a><br />
<a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-1/">Erstes Kapitel</a><br />
<a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-2/">Zweites Kapitel</a><br />
<a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-3/">Drittes Kapitel</a><br />
<a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-4/">Viertes Kapitel</a><br />
<a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-5/">Fünftes Kapitel<br />
</a><a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-6/">Sechstes Kapitel</a><br />
<a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-7/">Siebtes Kapitel<br />
</a><a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-8/">Achtes Kapitel<br />
</a><a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-9/">Neuntes Kapitel<br />
</a><a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-10/">Zehntes Kapitel</a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-12/" target="_blank">Kapitel 12</a><br />
<a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-13/" target="_blank">Kapitel 13</a><span style="color: #ff0000;"><strong><br />
</strong></span><a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-14/" target="_blank">Kapitel 14<br />
</a><a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-15/" target="_blank">Kapitel 15<br />
</a><a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-16/">Kapitel 16<br />
</a><a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-17/">Kapitel 17</a><br />
<a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-18/">Kapitel 18</a><br />
<a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-19/">Kapitel 19</a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-20/">20</a><br />
<a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-21/">21</a><br />
<a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-22/">22</a><br />
<a href="http://matthias-schumacher.com/freund-und-bruder-privatroman-matthias-schumacher-kpt-23/">23</a></p>
<p style="text-align: center;"><em><br />
Kapitel 24 bis 30</em><br />
<em>ab Herbst 2012 im eBook<br />
»Freund und Bruder« </em></p>
<p style="text-align: center;"> © 2000/2012</p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #999999;">♺</span></p>
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		<title>TV-Premiere von &#8220;Gottschalk Live&#8221; &#8211; Einer flog übers Wohnzimmer</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 15:05:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Januar 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Gottschalk]]></category>

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		<description><![CDATA[Während Berlin noch einen Nachfolger für Marx und Engels (Bronze, 385 cm) am gleichnamigen Forum sucht, hat am gestrigen Abend Thomas Gottschalk (Entertainer, 192 cm) geradezu darum gebettelt, als neues Mahnmal für gescheiterte Visionen in die Geschichte eingehen zu dürfen. Eine teils tiefenpsychologische Analyse von Matthias Schumacher.   Der amerikanische Weg, ein deutscher Albtraum Heute [...]]]></description>
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<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Während Berlin noch einen Nachfolger für Marx und Engels (Bronze, 385 cm) am gleichnamigen Forum sucht, hat am gestrigen Abend Thomas Gottschalk (Entertainer, 192 cm) geradezu darum gebettelt, als neues Mahnmal für gescheiterte Visionen in die Geschichte eingehen zu dürfen.<em><br />
Eine teils tiefenpsychologische Analyse von Matthias Schumacher.</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><img class="alignnone size-full wp-image-17143" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/01/Gottschalk-live-Screenshot-ARD.de_.jpg" alt="Gottschalk-live-Screenshot-ARD De in TV-Premiere von Gottschalk Live - Einer flog übers Wohnzimmer" width="500" height="296" /> </span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><strong style="text-align: left;">Der amerikanische Weg, ein deutscher Albtraum</strong></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Heute analysieren Medienexperten und Journalisten, was da alles schief lief an diesem Montagabend, doch das Gesehene gehört in die Hände des Psychologen. Als familiär vorgeprägter Laie übernehme ich diesen Part sehr gern und unentgeltlich. Nachdem mein Großvater aus dem Zweiten Weltkrieg und amerikanischer Gefangenschaft heimgekehrt war, warf er sich auf Familienfeiern nach ein paar Gläsern Schnaps hinters Sofa und fühlte sich wieder im Krieg. Wenn Thomas Gottschalk von Malibu nach Deutschland kommt, hebt er ab und fühlt sich in seinem Wohnzimmer-Studio wie Letterman mit Flüüüügeln. Übermoderator im Himmel über Berlin und TV-Deutschland &#8211; inklusive WLAN.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Nun hat Gottschalk nicht etwa mit dieser kleinen Macke, sondern allein mit seinem Namen zehnmal mehr Zuschauer vor die Bildschirme gelockt als Harald Schmidt (dem anderen mit Morbus Letterman). Vorschusslorbeeren von 4,34 Millionen Neugierigen. Eine Zahl, die nichts sagt. Enscheidend für die Zukunft des Formats werden die nächsten Wochen sein. Eine Bewährungsfrist, die ihm gewährt werden muss und heutzutage viel zu selten gewährt wird. Wochen, in denen Thomas Gottschalk in sich gehen und mental allmählich in Deutschland eintrudeln sollte.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Die heftig kritisierten drei Werbepausen in den letzten Minuten vor der Unterbrechung für das <em>Wetter im Ersten</em> hätten kaum ein Problem dargestellt, wenn nicht jener Gottschalk, der ein Letterman oder Jay Leno des Vorabends sein will, von den Commercial Breaks sichtlich überrascht worden wäre und sie ohne jede Eleganz, Charme und Witz anmoderiert hätte. So schlecht kann das wirklich nur unser Thommy! Der Deutsche, insbesondere der ARD-Zuschauer, hat seine Sehgewohnheiten, doch kann man nahezu alles verkaufen, wenn man es nur appetitlich genug anrichtet. Gottschalk aber hat sich auf unappetitlichste Weise hingerichtet.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><strong>Auf Du und Du mit Knäckebrot</strong></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Mit gespielter Leichtigkeit ist es dem gealterten Lockenkopf gelungen, das Entertainer-Qualitätssiegel &#8220;Das kann nicht jeder&#8221; in eine undefinierbare Masse zu verwandeln, bei deren Anblick der Zuschauer aufseufzt &#8220;Das könnte ich auch&#8221;. Das Todesurteil jeder Entertainerkompetenz. Social Media wurde versprochen, Sozialphobie geliefert. Ein einziger Facebook-User hat es mit einer lächerlichen Frage an Michael &#8220;Bully&#8221; Herbig in die Sendung geschafft. Soll das die versprochene Interaktion sein? Gottschalk sendete, was von den Zuschauern zurückkam, lief ins Leere.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Gottschalk wirkt fern seines Publikum, zu Hause im Medienzirkus, &#8220;mit den Stars auf Du und Du&#8221;, was man ihm im Grunde nicht vorwerfen darf. Wer über zwei Jahrzehnte Europas größte Liveshow moderierte, kennt eben Nicolas Cage und Vater Klum, Gottschalk daraus einen Strick zu drehen, wäre als würde man einem Backshopbetreiber vorwerfen, seinen Tiefkühlbrötchenlieferanten zu kennen.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Geliefert wurde aber nur Knäckebrot. Dröges noch dazu. Nun wissen wir seit der Premiere von &#8220;Gottschalk Live&#8221;, dass der 61jährige bei Heidi und Seal zu Hause war und letzterer ihn brav &#8220;Herr Gottschalk&#8221; nannte. Gut zwei Stunden später verriet uns Brigitte Nielsen im Dschungelcamp, dass sie einen One Night Stand mit Sean Penn und eine Affäre mit Arnold Schwarzenegger hatte. Wer wohl beim Zuschauer mehr Oho und Aha herausgekitzelte? Brigitte oder Thommy?</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><strong>Das muss ja nicht sein</strong></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Gleich zu Beginn versprach der Pilawa-Vorgänger, es werde bei &#8220;Gottschalk Live&#8221; nicht gekocht: &#8220;Das muss ja nicht sein.&#8221; Am Ende fragte sich die ganze Fernsehnation, ob denn &#8220;Gottschalk Live&#8221; sein müsse. Vielleicht hätte es Gottschalk besser zu Gesicht gestanden, das Fernsehen hinter sich zu lassen und nur gelegentlich in einer Talkshow aufzuschlagen, um dort den Vorwurf loszuwerden &#8220;Ich hatte damals noch 12, 13, 14 Millionen Zuschauer. Das schafft ja heute keiner mehr!&#8221; Dafür ist es zu spät. Sollte dieses Experiment im Ersten komplett in die Hose gehen, bleibt ihm aber immer noch das Gottschalk-Forum unweit des Roten Rathaus. Da könnte er von seinem Studio am Gendarmenmarkt aus zu Fuß hingehen und sich in Bronze gießen lassen, falls er aber so weitermacht wie am ersten Abend, wohl eher teeren und federn.</span></p>
<div class="mceTemp" style="text-align: left;">
<dl id="attachment_17142" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-full wp-image-17142 alignleft" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/01/Marx-Engels-Forum.jpg" alt="Marx-Engels-Forum in TV-Premiere von Gottschalk Live - Einer flog übers Wohnzimmer" width="500" height="385" /></dt>
<dd class="wp-caption-dd"><span style="color: #000000;">Die ersten haben sich bereits abgewendet.</span></dd>
</dl>
</div>
<p><span style="color: #999999;">♺</span></p>
<pre style="text-align: right;"> <span style="color: #999999;">24/01/2012</span></pre>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Zum 100. Todestag von Georg Heym: Das Geheul eines Kulturpessimisten</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 13:18:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Januar 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Dirk Bach]]></category>
		<category><![CDATA[Dschungelcamp]]></category>
		<category><![CDATA[Expressionismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauentausch]]></category>
		<category><![CDATA[Georg Heym]]></category>
		<category><![CDATA[Ich bin ein Star holt mich hier raus]]></category>
		<category><![CDATA[RTL]]></category>
		<category><![CDATA[Zietlow]]></category>

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		<description><![CDATA[Matthias Schumacher gedenkt des Lyrikers Georg Heym und sorgt sich um die Sprachkultur außerhalb des Dschungelcamps. Geheul eines Kulturpessimisten vom Gipfel der Literatur bis in die Niederung der Hämorrhoidalleiden. Ertrunken. Die Nachricht muss die Berliner Künstlerszene wie ein Schlag getroffen haben. Vor 100 Jahren starb einer der bedeutendsten Vertreter des aufblühenden literarischen Expressionismus, Georg Heym, im Alter von [...]]]></description>
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<p><em>Matthias Schumacher gedenkt des Lyrikers Georg Heym und sorgt sich um die Sprachkultur außerhalb des Dschungelcamps. Geheul eines Kulturpessimisten vom Gipfel der Literatur bis in die Niederung der Hämorrhoidalleiden.</em></p>
<p style="text-align: left;"><img class="alignright size-medium wp-image-16742" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/01/Georg_Heym-217x300.jpg" alt="Georg Heym-217x300 in Zum 100. Todestag von Georg Heym: Das Geheul eines Kulturpessimisten" width="190" height="265" /><span style="color: #000000;">Ertrunken. Die Nachricht muss die Berliner Künstlerszene wie ein Schlag getroffen haben. Vor 100 Jahren starb einer der bedeutendsten Vertreter des aufblühenden literarischen Expressionismus, Georg Heym, im Alter von 24 Jahren.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">„Beim Eislaufen auf der Havel brach er ein und ertrank mit seinem Feunde, dem Lyriker cand. phil. Ernst Balcke, am 16. Januar 1912, nachmittags, bei Schwanenwerder; sein Grab ist auf dem Friedhof der Luisengemeinde in Charlottenburg“. So beschreiben die Herausgeber des im Mai 1912 postum erschienenen Gedichtbandes „Umbra Vitae – Nachgelassene Gedichte“ sachlich die Umstände seines Todes.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Georg Heym war der Erste einer Reihe viel zu früh verstorbener Dichter, die Anfang des 20. Jahrhunderts eine literarische Zeitenwende eingeläutet haben. Er selbst verunglückte, bevor sich eine Nation zweieinhalb Jahre später selbst ins Unglück stürzte und neben Millionen anderen auch viele junge hoffnungsvolle Künstler mit sich riß. Alfred Lichtenstein, Georg Trakl, Robert Jentzsch… Auch Georg Heym hatte sich für eine Offizierslaufbahn entschieden, die Bewilligung seines Eintritts erreichte Berlin allerdings erst nach seinem Tode. Es war nicht sein erster Versuch, diesen Weg einzuschlagen, vielleicht hätte ihm eine frühere Zusage das Leben gerettet. Vorerst. Heym prägt die Lyriker bis heute.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><strong>Literatur 2012 &#8211; Von Schnappschüssen zum Grunzen</strong></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Was aber prägt jene, die keine Dichter sind? Was ist ein Jahrhundert nach Georg Heym stilbildend für unsere Sprache? Viele der heutigen Schriftsteller kennzeichnet, genauso zu schreiben, wie ihre Leser sprechen. Literarische Schnappschüsse kommen gut an. Nur sind Schnappschüsse nichts für die Ewigkeit. Nach Jahren wirken sie in der Regel peinlich und man entledigt sich ihrer möglichst unauffällig. Billy Wilder, der Stilikone des Films, wird das Gebot „Du sollst nicht langweilen“ zugeschrieben. Die meisten Autoren folgen diesem Satz. Ungezählte auf die gleiche langweilige Art. Man hat sich auf das Mittelmaß geeinigt. Das tut jedem gleich weh. Mit der Langeweile ist es auch schwierig: Den Intellektuellen langweilt das Platte, den Plattköpfen das Intellektuelle.<br />
Die goldene Mitte ist oft aus Blech.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Auswüchse vorauseilender Niveauabsenkung, von der man sich höhere Auflagen verspricht. Mancher könnte auch anders, aber weder &#8220;könnte&#8221; noch &#8220;anders&#8221; schreibt man große Erfolgschancen zu. Zahllose Romane erwecken den Eindruck, jeder hätte sie schreiben können. Womöglich versucht sich deshalb auch bald jeder als Romanschriftsteller. Doch einem Volk hinterherzuschreiben, das zwischen Geschwätzigkeit und Maulfaulheit schwankt, bringt Literatur und Sprache kaum weiter &#8211; und die Gesellschaft schon gar nicht. Würden wir uns fortan nur noch mit drei Grunztönen verständigen, so liefe die Literatur mit Quieken diesem Trend nach. Vorreiterrolle rückwärts.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><strong>Ursachenforschung zwischen <em>Sprachpanschern</em> und <em>Frauentausch</em></strong></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Voran bringt auch kein <em>Verein Deutsche Sprache</em>, der sich ausgerechnet das Bewahren auf die Fahne geschrieben hat und mit Akribie und Verbissenheit gegen <em>Sprachpanscher</em> zu Felde zieht. Ein Irrsinn wie das Bewahrenwollen der Natur, ohne ihr Luft und Raum für natürlichen Wandel, Sterben und Wiedergeburt zu lassen. Die Sprache wird ihren Beschützern was husten. Man kann sie nicht einsperren. Das haben schon ganz andere versucht. In Diktaturen verzieht sie sich zwischen die Zeilen und sagt dort oft mehr als schwarz auf weiß. Die ehemaligen DDR-Bürger waren Meister im Zwischen-den-Zeilen-Lesen. Ein Pfund, das sie in der Meinungsfreiheit bald verloren.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wenn der <em>Auskunftsschalter</em> jetzt <em>Servicepoint</em> heißt, wird es die deutsche Sprache überleben. Es ist vielmehr die Summe der negativen äußeren Einflüsse, die ihr zuschaffen macht, das stete Nagen und Vernachlässigen &#8211; bis sie auf den Kern des Allernotwendigsten geschrumpft ist. Hier ein überflüssiger Anglizismus, da ein bisschen Dativ statt Genitiv, <em>„da werden Sie geholfen“, </em>vielerorts konsequente Kleinschreibung, dort ein Smiley statt ausformulierter Ironie und überall ganz viel Gedankenlosigkeit und Gleichgültigkeit.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Angenommen, wir wären nicht dumm und faul, und der <em>Frauentausch</em>-Mutti gelänge es, jede Anspielung der Dschungelcamp-Moderatoren Dirk Bach und Sonja Zieltlow in ihrer Tiefe und Doppeldeutigkeit zu erfassen, es stünde alles zum Besten. Aber es steht schlecht außerhalb des Camps. Wirklich gut stand es nie&#8230;</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Als Japan im Januar 1932 Shanghai angriff, identifizierte der österreichischer Schriftsteller Karl Kraus das Grundübel in fehlenden Kommas: „<em>Hätten die Leute, die dazu verpflichtet sind, immer darauf geachtet, dass die Beistriche am richtigen Platz stehen, so würde Shanghai nicht brennen.“</em> Wem ein Komma egal ist, dem ist bald alles und jeder egal, wer sprachlich verroht, wird zum Barbar. Verwahrloste Sprache als Symptom.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Und man kann es ruhig aussprechen: Hätten die Dschungelcamper in ihrem Leben besser auf Kommastellungen geachtet, sie wären heute nicht, wo sie sind. Im Fernsehen, beim RTL, vielen zum Ge-, doch einigen zum Missfallen, wie einem Bild.de-User mit dem Pseudonym <em>katholisch</em>, der sich in einem seiner Kommentare wünscht, dass in Deutschland die heilige katholische Kirche „regiert<em>“,</em> und in einem weiteren urteilt:</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><em>Der niveaulose TV-Konsum vieler Menschen in Deutschland (z.B. &#8220;Das Dschungelcamp&#8221;, &#8220;DSDS&#8221;, &#8220;Bauer sucht Frau&#8221;, &#8220;Schwiegertochter gesucht&#8221;, &#8220;Schwer verliebt&#8221;, &#8220;Frauentausch&#8221; etc.) zeigt deutlich, wie tief unsere Gesellschaft mittlerweile gesunken ist. Die Menschen empfinden offenbar große Freude daran, wenn Menschen öffentlich gedemütigt und bloßgestellt werden. Dieses Voyeurismus-TV ist unchristlich und menschenunwürdig! Noch vor wenigen Jahren hätten sich die Leute geschämt, solche oberpeinlichen und niveaulosen Trash-Formate anzuschauen&#8230;..Mittlerweile jedoch entsprechen diese &#8211; leider! &#8211; der medialen Normalität. Es ist schlecht bestellt um unsere Gesellschaft, die ihre Werte und ihr Bildungsniveau immer weiter abschafft! Armes Land! </em></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Apropos!<strong></strong></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><strong>Medien 2.0 &#8211; Wie wir ärmer werden und reicher würden</strong></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Gerade die Auswirkungen des Zusammenspiels von Medien und Internet muss fatal genannt werden. Fatal, nicht weil es ein Zusammenspiel gibt, sondern weil es falsch angegangen wird und fatale Auswirkungen hat. Die Anpassung des Zeitungsstils an den Stil, der in sozialen Netzwerken wie Facebook gepflegt wird, schreitet schnell voran. Man möchte den schnellen Klick &#8211; und so glaubt man, sich anpassen zu müssen, an die, die klicken sollen. Das funktioniert einigermaßen. Wer aber den Facebookstil unterbietet, wird von noch mehr Menschen verstanden. Die Versuchung ist groß.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Auf der Strecke bleibt die Sprache. Nicht wenige Zeitungsartikel (Print wie Online, denn der Stil bleibt ja nicht im Netz) lesen sich heute wie Kommentare in sozialen Netzwerken. Sätze sind auf SMS- sprich Tweetlänge zu beschränken. Man schreibt auch hier, wie die Menschen reden. Alle sollen es auf Anhieb verstehen, alle sollen klicken. Der Kommerz bestimmt, wie wir sprechen.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Irgendwann, es ist noch gar nicht lange her, haben die Journalisten, Autoren, Dichter, Schriftsteller die Elfenbeintürme verlassen. Wer hätte gedacht, dass man so schnell im Erdgeschoss landen kann! Augenhöhe mit dem Leser. Das Fernsehen ist schon im Keller. Das Radio dudelt brav die größten Hits.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Was hindert uns, ein höheres Niveau im Schriftlichen als in der Alltagssprache anzustreben? Wir könnten, wären viele nicht zu dumm und zu faul, beides haben. 1+1 macht 2. Wären wir nicht reicher?</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Man muss kein Fatalist und Kulturpessimist sein, um sich zu sorgen und missmutigen Blickes in die Zukunft unserer Sprache zu schauen. Es genügt ein waches Auge und ein bisschen Menschenkenntnis.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><strong>Mit Hämorrhoiden ins nächste Jahrhundert</strong></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Georg Heyms Grab wurde 1942 nach Ablauf der Liegefrist eingeebnet und vor drei Jahren von einem kleinen Verehrerkreis wieder hergestellt. Niemand kann sagen, wie nachfolgende Generationen die Hämorrhoidengeschichten einer Charlotte Roche einordnen und ob sich Menschen zusammenfinden werden, die der großen Bestsellerschreiberin 100 Jahre nach ihrem Tode gedenken. Hämorrhoiden sind allemal ein zeitloses Problem. </span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Jeder Autor muss für sich allein über den eigenen Anspruch entscheiden, muss wissen, was er will und was er der Nachwelt hinterlassen möchte. Doch lasst Euch sagen, Ihr Gefälligkeitsautoren, mit Banknoten kann man sich kein Ticket zur Unsterblichkeit kaufen!</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #999999;">♺</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Linktipp:<br />
</strong>Georg Heym im <a title="gutenberg.spiegel.de" href="http://gutenberg.spiegel.de/autor/273" target="_blank">Projekt Gutenberg</a> - u.a. mit seinem letzten Gedicht <em><a href="http://gutenberg.spiegel.de/buch/2980/53">Die Messe</a></em>, das er am Tag vor seinem Tod verfasste.</span></p>
<pre style="text-align: right;"><span style="color: #999999;">16/01/2012</span></pre>
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		<title>Machtwechsel</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 17:44:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Januar 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Erst hat die Presse so lange mit Volkes Meinung auf Politiker eingedroschen, bis die Politiker sie annahmen. Nun drischt die Presse so lange mit ihrer Meinung über Politiker aufs Volk ein, bis das Volk sie übernimmt. ♺ 07/01/2012]]></description>
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<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Erst hat die Presse so lange mit Volkes Meinung auf Politiker eingedroschen, bis die Politiker sie annahmen.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Nun drischt die Presse so lange mit ihrer Meinung über Politiker aufs Volk ein, bis das Volk sie übernimmt.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #999999;">♺<br />
</span></p>
<pre style="text-align: center;"><span style="color: #999999; text-align: right;">07/01/2012</span></pre>
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