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	<title>Matthias Schumacher</title>
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	<description>autor &#124; journalist</description>
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		<title>Die Leichtigkeit des Neins</title>
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		<pubDate>Tue, 07 May 2013 12:21:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mai 2013]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Was hätte ich getan?&#8221; Matthias Schumacher stellt sich die Gewissensfrage der Nachkriegsgenerationen. Ein aufrichtiges Gedankenexperiment über einen real gewesenen Jasager, ein konjunktives Ich und ein gefährdetes Heute. Ich verbrachte die ersten 14 Jahre meines Lebens in der zweiten deutschen Diktatur, ich weiß, wie man sich fügt, weiß, wie selbstverständlich man mitläuft und dadurch ein System [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><em>&#8220;Was hätte ich getan?&#8221; Matthias Schumacher stellt sich die Gewissensfrage der Nachkriegsgenerationen. Ein aufrichtiges Gedankenexperiment über einen real gewesenen Jasager, ein konjunktives Ich und ein gefährdetes Heute.</em></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><em><img class="alignnone size-full wp-image-21524" alt="hinterhof by westpark" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2013/05/hinterhof-by-westpark.jpg" width="500" height="325" /></em></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Ich verbrachte die ersten 14 Jahre meines Lebens in der zweiten deutschen Diktatur, ich weiß, wie man sich fügt, weiß, wie selbstverständlich man mitläuft und dadurch ein System stützt und fördert, das man später als undemokratisch und menschenverachtend erkennt. Ich erkannte und erfuhr vieles erst später, mancher manches zu spät, einige einiges nie. Ich war ein Kind, sozialisiert in der DDR. Im Kindergarten schon malten wir schwarz-rot-goldene Fähnchen &#8211; mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz; wir winkten, wenn eine Gruppe Pioniere an uns vorüberging, wir fanden Fackelzüge beeindruckend und kannten den Staatsratsvorsitzenden früh beim Namen. Das war einfach, es war vor meiner Geburt bis zum Zusammenbruch des Systems derselbe. Ich beherrschte das Spiel, in dem es galt, das eine zu sagen und anderes für sich zu behalten.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wäre ich nicht 1976, sondern 1926 geboren worden, so wäre ich von der ersten Republik ganz natürlich in die erste Diktatur hineingewachsen. Meine Eltern, die in der DDR dann und wann maßvoll aneckten, wären sicherlich auch bei der Entdemokratisierung der Weimarer Republik weitgehend still gewesen, vielleicht mal ein Murren, doch hätte sich der Protest nur in stiller Harmlosigkeit vollzogen. So wäre es gewesen und so war es ja auch die Regel.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Damals in der DDR, damals im Dritten Reich, in der alten und neuen Bundesrepublik lassen sich die meisten regieren. Die Menschen flutschen mehr oder weniger geschmeidig vom einen ins nächste System und passen sich an, dem Guten und Schlechten. Was auch immer kommt, es geht solange die eigenen Schäfchen nicht allzu nass werden. Widerworte, Widerspruch, Widerstand &#8211; scheue Rehe, die in den Schlingen der Bequemlichkeit, der Sattheit, Angst und falscher Hoffnung, es würde sich schon alles finden, verkümmern und verrecken.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Und wenn die Erwachsenen schwach und verblendet sind, wie sollen Kinder stark und sehend sein? War die Schulbildung im Dritten Reich von Nazipropaganda und Führerkult geprägt, so schwebte über allem in der DDR der Antifaschismus im Namen Ernst Thälmanns und Parolen des Staatsrates. Als Kind hätte ich alles aufgesogen und selbst, wenn ich anderes geglaubt hätte, ich hätte mitgemacht. Der Gruppenzwang, die Normalität dessen, was alle tun. Ich wäre zu den Nachmittagen der Hitlerjugend marschiert, wie ich brav zu den Thälmannpionieren gegangen bin. Und abends &#8211; im Geheimen &#8211; Westfernsehen oder eben Radio London.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Möglich, dass mich meine Eltern &#8211; so lang es gegangen wäre &#8211; von größeren Aufmärschen ferngehalten hätten. Ich war in der DDR niemals bei einer 1.Mai-Demo oder Kundgebung zum Jahrestag der Republik, ich lief bei keinem Fackelzug mit; als ich zum großen Pioniertreffen in Karl-Marx-Stadt delegiert wurde &#8211; welch eine Auszeichnung &#8211; meine Mutter stellte sich vor mich. Das ging nicht immer. Meist sagte ich ja. Ich ließ mich in den Gruppenrat, später in den Freundschaftsrat wählen, dort machte man mich zum Agitator. Wer weiß, wohin mich Bravheit, kindlicher Gehorsam und Widerspruchslosigkeit vor 70, 80 Jahren geführt hätten. Beim Jungvolk vielleicht zum Fähnleinführer. Bei der HJ womöglich zum Oberrottenführer.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Nun&#8211; trotz meines systemkonformen Jasagens hatte ich wenig Lust auf Freundschaftsrat und wurde nach einigen Monaten unehrenhaft entlassen. Vor versammelter Klasse kanzelte man mich ab als hätte ich Hochverrat begangen. Aber ich spielte nach der Schule einfach lieber US-Serien nach, träumte, schrieb Gedichte, alles war mir viel lieber als vom Händeschütteln zwischen Jassir Arafat und Erich Honecker oder dem nächsten Kuchenbasar zu berichten.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Ich wurde Pionier. Ich wäre Hitlerjunge geworden. Es hätte kein Entrinnen gegeben. In Nazideutschland gehörten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hitlerjugend" target="_blank"><span style="color: #000000;">98 Prozent der Kinder und Jugendlichen dem Jungvolk und der Hitlerjugend</span></a> an, in der DDR <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pionierorganisation_Ernst_Th%C3%A4lmann#Mitgliedschaft" target="_blank"><span style="color: #000000;">98 Prozent der Pionierorganisation</span></a>. Ich weiß noch gut, wer nicht spurte, wer nicht die geforderten Leistungen erbrachte, sich asozial verhielt, dem blieb in der 4. Klasse das rote Halstuch verwehrt. Eine Schande! Denn jeder war stolz, es tragen zu dürfen, auch wenn man sonst an der großen Sache, die wir für gut und richtig halten sollten, zuweilen kleine Zweifel hegte. Wie Aussätzige schauten wir sie an, sie gehörten nicht mehr zu uns. Solche Kinder und Jugendliche hätten im Dritten Reich den Makel der &#8220;Unwürdigkeit&#8221; des Gesetzes über die Hitler-Jugend vom 1. Dezember 1936 getragen.</span><br />
<span style="color: #000000;"> Da war Ulf, den ich kaum kannte, obwohl er einige Zeit in unserer Klasse war, ein Heimkind, er verschwand irgendwann. Ulf war schwierig, rastete aus, schlug um sich, griff sogar Lehrer an. Eines Tages war er nicht mehr da. Zwischenstation Jugendwerkhof. Wir fragten nicht, wussten ja, was Ulf für einer war. Hätte ich im Dritten Reich nachgehakt, wohin ein Mitschüler, eine Mitschülerin&#8230;? Ich war 10 &#8211; Kind in einer Diktatur. Ich habe funktioniert. Das System hatte mich erfolgreich geprägt und eingeschüchtert. Wenn Kinder nicht zu fragen wagen, ist der Weg zum unmündigen Erwachsenen, zum Jasager geebnet. Der französische Schriftsteller Nicolas Chamfort sagte &#8220;Die Fähigkeit, das Wort &#8216;Nein&#8217; auszusprechen, ist der erste Schritt in die Freiheit.&#8221; Ich hatte mich mit der Unfreiheit arrangiert. Ich kannte nichts anderes.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Ich wurde älter und wurde nicht vor die Wahl gestellt, die keine Wahl war. Ich musste nicht zur NVA, war nicht wie mein Onkel in Bereitschaft als im Oktober 1989 in Leipzig Hundertausende gegen das DDR-Regime auf die Straßen gingen. Durchlitt nicht wie mein Vater im Jahre 1968 bange Stunden als noch unklar war, ob sich die DDR an der Niederschlagung des Prager Frühlings beteiligen wird. Mir blieb das Trauma meines Großvaters erspart, seine Kriegsmacke, wie wir es nannten, sein Alkoholismus. 15jährig in den Krieg gezogen. Den Bruder vor den eigenen Augen erschossen.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wäre ich nicht 1976, sondern 1926 geboren worden, ich hätte mit 13 Jahren nicht den Freudentaumel beim Fall der Mauer, sondern den Rausch beim Einfall Deutschlands in Polen erlebt.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Was hätte ich getan? Ich weiß es nicht. Doch dieser Tage wissen viele, wie sie zu urteilen haben &#8211; über Horst Tappert. Sie wussten es schon bei Grass, Walser, Hildebrandt und all den anderen, die lange geschwiegen haben, mitunter bis sie die Wahrheit nicht mehr leugnen konnten. Da macht man hierzulande kurzen Prozess, alle in einen Sack und Knüppel drauf. Man trifft die Richtigen. Genauere Betrachtung überflüssig. Kann in dieser Atmosphäre Erklären und Verstehen ohne Rechtfertigung und Vorverurteilung gelingen?</span><br />
<span style="color: #000000;"> Denn immer steht, wenn auch selten ausgesprochen, die Behauptung der Nachgeboreren, man wäre nie einer von <em>denen</em> geworden, man hätte es besser gemacht, wäre in den Widerstand gegangen, hätte Deutschland verlassen oder einen Weg gefunden. Irgendeinen Weg. Nur eben nicht diesen. So viel Heldentum! Aber es ist nur eine Schutzbehauptung, die man heute in Freiheit und Demokratie leicht in den Raum stellen kann, die mit nichts zu belegen ist und innere Größe zeigen soll. Ein frommer Wunsch. Ein Nichts. Ein hübscher Konjunktiv. Die Leichtigkeit des Neins &#8211; hingehaucht in eine Seifenblase &#8211; billig zu haben, fragil und ohne jeden Wert. Leichtigkeit bis zur Leichtfertigkeit. Nicht besser als jene Sprechblasen, in denen geschrieben steht, man habe nur widerwillig mitgemacht, von alldem Grauen nichts geahnt und wurde von keinem Funken der Begeisterung getrieben.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Ohne Kompromisse: Was jene getan oder nicht getan, es soll aufgeklärt werden und gegebenenfalls angemessen bestraft. Messen wir sie an den Taten, die bewiesen werden können und unstrittig sind. Hüten wir uns vor Generalurteilen.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Was hätten wir getan? Was tun wir heute? Wir, die wir nicht zu Täter geworden sind &#8211; uns nicht zu Tätern machen ließen, die wir vielleicht einfach nur Glück hatten, dass wir nicht in die ausweglose Situation des Er-oder-Ich gerieten. Unsere heutige Untat ist oft die Untätigkeit. Ein bisschen hier, da ein bisschen. Dort darf&#8217;s ein bisschen mehr sein. Lassen wir uns nicht täglich für eine Handvoll Seelenfrieden, für eine Blase gefühlter Sicherheit manche Freiheit abkaufen? Das Lippenbekenntnis des Nein&#8217; ist die Untat unserer Tage.  Wir wählen sie wieder, die unsere Freiheiten beschneiden. Und sie wissen, dass wir sie wieder wählen. Schauen wir nur 800 Kilometer nach Osten, nach Ungarn, das auf einem guten Weg schien und nun &#8211; ohne Not &#8211; umkehrt. Deutschland ist nicht Ungarn. Doch die Donau verbindet uns mit Budapest und noch einiges mehr, das wir nicht hören wollen. Die meisten Ungarn schweigen wie die meisten Deutschen es tun, wenn Gesetze durchgewunken werden, die uns ein Stück weiter in kaum spürbare Unfreiheit führen. Es sind keine Degenstöße, es sind kleine Nadelstiche, die uns mehr und mehr schwächen.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Ich habe gelernt. Habe nicht vergessen, wie nah ich dran war als braver DDR-Bürger zu enden. Ich habe nicht vergessen, wie es um die Meinungsfreiheit stand und ich weiß, dass ein Text wie dieser harte Konsequenzen bedeutet hätte. Die Leichtigkeit des Neins ist nur in Freiheit möglich. Wir sollten verantwortungsvoll mit ihr umgehen.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Chamfort hat Recht: &#8220;Die Fähigkeit, das Wort &#8216;Nein&#8217; auszusprechen, ist der erste Schritt in die Freiheit.&#8221; Doch ein falsch gesetztes Ja kann ebenso in die Unfreiheit führen wie ein falsches Nein.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">◊</span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000000;"> 07/05/2013</span></p>
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		<title>Wieviele Eulenspiegel verträgt das Land?</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Feb 2013 10:38:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Februar 2013]]></category>

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		<description><![CDATA[Haben wir wirklich so viel Humor? Oder sind wir gar komplett abgestumpft? Ob in der &#8220;heute-show&#8221;, ob als extra 3-&#8221;Reporter&#8221; oder mit französischem Akzent als trottliger Alfons mit dem Puschelmikro &#8211; die Niedertracht hat viele freundliche Gesichter. Politiker, Fernsehschaffende, Normalos werden allerorts aufgelauert, &#8220;entlarvt&#8221; und lächerlich gemacht. Man hält ihnen das Mikrofon und den Spiegel [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2013/02/mikro.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-21305" alt="Surveillance by eatmorechips" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2013/02/mikro.jpg" width="500" height="345" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Haben wir wirklich so viel Humor? Oder sind wir gar komplett abgestumpft?</span><br />
<span style="color: #000000;"> Ob in der &#8220;heute-show&#8221;, ob als e<em>xtra 3</em>-&#8221;Reporter&#8221; oder mit französischem Akzent als trottliger Alfons mit dem Puschelmikro &#8211; die Niedertracht hat viele freundliche Gesichter. Politiker, Fernsehschaffende, Normalos werden allerorts aufgelauert, &#8220;entlarvt&#8221; und lächerlich gemacht. Man hält ihnen das Mikrofon und den Spiegel vor. Jetzt aber, Sendereifes direkt in die Kamera! Wer politisch unkorrekt denkt, wer sich nicht eingehend genug mit der Materie beschäftigt hat, wer meint, seriöse Fernsehmacher vor sich zu haben, hat schon verloren. Satire soll das sein. Manche haben es nicht anders verdient, die meisten laufen ins offene Messer. Überraschungsmoment und Schnitt liegt in den Händen der Macher. Die Befragten dumm dastehen zu lassen, Kluges zu unterschlagen &#8211; ein Leichtes. Das ist die Mission. Und die sich live im Studio oder vor den Bildschirmen auf die Schenkel klopfen, könnten die Nächsten sein. Es scheint sie nicht zu stören, denn sie wähnen sich klüger als die Cutter vom Fernsehen, Radio, Internet.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Neue Umfrage. Alte Schlachtmethode. Und wir johlen. Weil wir dieses Unwissen nicht erwartet hätten, weil der Reporter so geil auf investigativ macht und so doppeldeutig in die Kamera grinst. Und wir machen uns vor Schadenfreude fast nass, weil  irgend jemand unserer Bekannten, Kollegen, Nachbarn ganz genau so ist. Solche Typen kennen wir. Doch dieser Jemand, diese Typen sind wir. Die Vorführer entlarven unsere Unzulänglichkeiten, unsere Unfertig- und Halbheiten, unser Menschsein. 500 Jahre nach Till Eulenspiegel ist die Erkenntnis, dass Menschen immer nur Menschen sind, nicht sonderlich groß.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Die Hinrichtung der ganz normalen Mittelmäßigkeit schreitet voran. Unaufhaltsam. &#8220;Ich bin ein Star &#8211; Holt mich hier raus&#8221;, das sei Niedertracht pur, gemein, keine Grimme-Nominierung wert. Kandidaten wie den jüngst gekrönten Dschungel-König Joey Heindle müsse man vor sich selbst schützen. Wer schützt uns? Macht es keinen Unterschied, ob man Ohrfeigen selbst wählt oder mit einer beispiellosen Kaltschnäuzigkeit von hinten plattgewalzt wird? Zur Belustigung der Nation. &#8220;Schau mal, Mutti, Mittelmaß!&#8221; Mittelmaß sind die meisten von uns. Durchschnitt. Und wer kann schon exakte Antworten geben, wenn einem auf öffentlichen Plätzen ein Kamerateam nachstellt? Die halten uns offenbar für kompetent. Weltpolitik, Homoehe, dies und das. Wir werden gefragt, sind gefragt. das schmeichelt. Und wer will denn nicht ins Fernsehen? Na dann sagen wir eben, was wir meinen. Frei heraus aus Volkes Mund. Was ist so verwerflich daran, in diesem freien Land tatsächlich frei seine Meinung zu sagen? Mag sie dem Fragenden noch so dumm, dreist oder naiv erscheinen, sie ist doch legitim. Und wer weiß denn selbst über sein Fachgebiet bis ins Letzte Bescheid?</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Seit sich Wigald Boning für &#8220;RTL Samstag Nacht&#8221; in den 90er Jahren mit bis dahin nie dagewesener Chuzpe für Satire- und Spaßumfragen unters Volk mischte, ist die Heimtücke professionalisiert worden und oft gar nicht mehr witzig. Würde es nur Politiker und andere &#8220;Experten&#8221; treffen, man könnte das Auge halb zudrücken. Doch mehr nicht. Denn wieviel Zeit mögen die Büros Abgeordneter wohl damit verbringen, allein die schriftlichen Quatschanfragen abzuarbeiten? Wieviel Zeit für Wichtiges geht da verloren? Und dann meldet sich noch jemand vom Öffentlich-Rechtlichen für ein Interview an, man sagt Ja, weil man gar nicht Nein sagen kann, und dann kommt ein Clown, der sich wie die Reinkarnation Eulenspiegels aufführt. Auf dem Weg zum Treffpunkt hat er noch drei Omas niedergequatscht. Haha, das war lustig!</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Und Kalkofe schweigt. Der Fernsehkritiker, der den Finger ganz tief in die Wunde zu legen vorgibt, rührt sich nicht. Die Kritik ist mucksmäuschenstill, denn irgendwie ist das schließlich Satire, die darf alles, irgendwie ist es ja Journalismus, der darf noch mehr als Satire, und irgendwie ist es eben zum Totlachen. Doch wieviele Eulenspiegel verträgt das Land? Wie viel nackter kann ein Entblößter noch gemacht werden? Der Unterhaltungswert tendiert nach 20 Jahren Dauerbefragung gen Null. Wir werden nicht mehr erfahren als dass wir Menschen sind. Alle. Die, die wir oben meinen, wie die, die sich unten fühlen. Es gibt Angeber, Nichtskönner, Unwissende und Ahnungslose. Es gibt Politiker, die nicht wissen, was passiert, wenn das Internet voll ist. Es gibt aber auch Wurstfachverkäuferinnen, die den Fettgehalt der Ungarischen Salami nicht kennen. Muss uns das Sorgen bereiten oder nicht vielmehr aufatmen lassen?</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #808080;">◊</span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #808080;">15/02/2013</span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Lass die Sprache frei, weißer Mann!</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Feb 2013 15:03:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Februar 2013]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit deutscher Gründlichkeit kehrte der weiße Mann dieser Tage zurück. Er schlägt Schneisen in den Sprachdschungel &#8211; immer auf der Suche nach unberührten, reinen Wörtern. Er missioniert und indoktriniert im Namen der Political Correctness. Zum Wohle von Frau und Kind und zum eigenen Wohl. Der weiße Mann will nicht schlecht sein, er weiß, wie schlecht [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a href="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2013/02/white-man.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-21274" alt="white man by tr23" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2013/02/white-man.jpg" width="500" height="502" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Mit deutscher Gründlichkeit kehrte der weiße Mann dieser Tage zurück.<br />
Er schlägt Schneisen in den Sprachdschungel &#8211; immer auf der Suche nach unberührten, reinen Wörtern. Er missioniert und indoktriniert im Namen der Political Correctness. Zum Wohle von Frau und Kind und zum eigenen Wohl. Der weiße Mann will nicht schlecht sein, er weiß, wie schlecht etliche seiner Vorfahren waren. Er will besser sein. Er meint es gut. </span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Er radiert seit Jahren in Kinderbüchern und passt die Sprache von einst seiner Sprache an. Ein legitimer und zwingender Austausch, wie er findet. Bücher aber sind Dokumente ihrer Zeit und jede Reinwaschung im Nachhinein ist nur eines: Geschichtsfälschung. Der deutsche weiße Mann von heute kolonialisiert nicht mehr Völker irgendwo auf Welt, er verbiegt und unterdrückt die eigene Heimat, die eigene Kultur. Er schmirgelt ihre Ecken und Kanten weg bis alles nur noch aalglatt flutscht und sich niemand mehr daran stoßen kann.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Der weiße Mann, der gute weiße Mann, versklavt keine Schwarzen mehr, er versklavt seine Sprache. Sie kann sich nicht wehren, sie macht es ihm leicht. Und gerade jene, die Vergangenheit nicht schönen wollen, watscht er als Geschichtsvergessene ab. Dabei fragt der weiße Mann nicht die Betroffenen. Er setzt sich nicht etwa mit Schwarzen in Talkshows, lädt sie nicht zum Interview, sucht nicht das Gespräch, er meint, alles zu wissen und sich auszukennen. Er fühlt sich schwarz. Und darum ist er stellvertretend empört, wenn sich Weiße schwarz anmalen, empört aus Überzeugung, dass es immer falsch ist und er glaubt, jeder Schwarze sieht es so. Für den schwarzen weißen Mann ist alles schwarz und weiß.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Sämtliche großen Artikel über Schauspieler, Karnevalisten und Journalisten, die auf Schwarz gemacht haben, alle Proteste stammen aus weißer Feder. Überall meint der weiße Mann, Blackfacing in schlechter US-amerikanischer Tradition zu erkennen. Übereifrig ist er, der weiße Mann, fast so, als wolle er dem Schwarzen wieder einen Schritt voraus sein. Er hat viel gutzumachen und mancher Versuch wirkt verzweifelt.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Das Gestern wird nicht besser, wenn wir die Sprache einsperren. Das Heute leidet nicht, wenn in einer aufgeklärten Gesellschaft Bücher existieren, die offenbaren, wie früher geschrieben und gedacht wurde. Wir müssen mit der Vergangenheit leben. Und was käme denn nach den Büchern? Die Gemälde, die Musik? Allein was heute entsteht, wohin wir gehen, entscheiden wir. </span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wenn Du etwas aus der Geschichte gelernt haben solltest, dann dass Unfreiheit nie zum Ziel führt!</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Lass die Sprache frei, weißer Mann! </span><span style="color: #000000;">(Und weiße Frau!)</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #808080;">◊</span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #808080;">07/02/2013</span></p>
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		</item>
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		<title>Es denkt ein Frauenparkplatz in Iserlohn</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2013/01/30/es-denkt-ein-frauenparkplatz-in-iserlohn/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Jan 2013 19:31:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Januar 2013]]></category>

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		<description><![CDATA[Männer machen einen Bogen um mich. Ist das gerecht? Auf mir halten nur Frauen. Die haben es gut. Arme Kerle! Kurven durchs Parkhaus und dürfen mich nicht wollen. Selbst wenn es keinen anderen Parkplatz gibt, ziehen sie eisern ihre Runden. An mir vorüber. Sie sind brav. Das hat man ihnen antrainiert. Ich bekomme hier nicht [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a href="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2013/01/frauenparkplatz.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-21161" alt="frauenparkplatz" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2013/01/frauenparkplatz.jpg" width="499" height="370" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Männer machen einen Bogen um mich. Ist das gerecht? Auf mir halten nur Frauen. Die haben es gut. Arme Kerle! Kurven durchs Parkhaus und dürfen mich nicht wollen. Selbst wenn es keinen anderen Parkplatz gibt, ziehen sie eisern ihre Runden. An mir vorüber. Sie sind brav. Das hat man ihnen antrainiert. Ich bekomme hier nicht viel mit von der Welt da draußen, die offensichtlich von Frauen regiert wird. Wem außer Behinderten würde man sonst solche Privilegien einräumen? Frauenquote. Frauenbeauftragte. Mich. Gelegentlich schnappe ich einige Fetzen aus dem Autoradio auf. Deutschland hat eine Kanzlerin. Das sagt viel.<br />
Freitags parkt zwischen 9 und halb 10 Uhr eine Professorin auf mir, die wegen eines Programms der Bundesregierung eine unbefristete Stelle bekam &#8211; ihre männlichen Kollegen nicht. Letztens kam sie vom Ladies Lunch, das schrie sie beim Aussteigen ins Mobiltelefon und eilte gen Biomarkt. Sie musste noch zweimal zurückkommen. Geld vergessen und die CD hatte sie laufen lassen: »Für Frauen ist das kein Problem«.<br />
Das Parkhaus wurde gebaut als aus dem Kofferradio der Elektriker ständig »Wann ist ein Mann ein Mann« dröhnte. Tja, wenn die es selbst nicht wissen! Mich zementierten übrigens ausschließlich Männer, Frauen werden wohl nur die Befehle dazu gegeben haben.<br />
Wenn&#8217;s wärmer ist, spielen gelegentlich Kids auf mir Fußball und erzählen dann von ihren Erzieherinnen oder Lehrerinnen. Es scheint keine Lehrer zu geben. Vielleicht sind die Männer zu sehr mit dem Bau von Frauenparkplätzen beschäftigt. Einer der Fußballjungs wurde vor einigen Jahren auf mir gezeugt. Die Frau hatte die Pille weggelassen, damit ihr Freund sie nicht verlässt. So richtig sauber war das nicht. Denn teilweise lag der Mann am Steuer. Noch bevor das Kind 3 war, trennte sich die Frau von dem Typen und er hat das Kind danach kaum noch zu Gesicht bekommen.<br />
Man kriegt einiges mit als Frauenparkplatz. Nur Ausschnitte. Frauen, die in Beziehungen die Hose anhaben und das Geld ihres Mannes bei Zalando verjubeln, um sich hier in neuen Schuhchen beim Chef hochzuschlafen. Sicher gibt&#8217;s noch andere tolle Sachen mit Frauen zu erleben. Bin nur ein Parkplatz, kenne nur meine kleine Welt. Doch bin stolz, ein Teil ihres Universums zu sein. Betoniert für die Bezwingerinnen. Ein Platz für Siegerinnen. Aber hin und wieder möchte ich mal so richtig von einem Mann genommen zu werden.</span></p>
<p style="text-align: left;">◊</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #999999;">30/01/2013</span></p>
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		<title>Zehn Dinge, die Sie noch nicht über Klaus Wowereit wussten</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jan 2013 19:06:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Januar 2013]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer ist der Mann, der gegen RTL und Dschungelstar Olivia Jones klagt? Matthias Schumacher stellt den Menschen hinter den Anwälten vor: Klaus Wowereit. 10 Fakten. Ungeschönt. Ungeschminkt.  &#160; 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-21001" alt="wowereit by ЯAFIK ♋ BERLIN" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2013/01/wowereit-by-ЯAFIK-♋-BERLIN.jpg" width="500" height="214" /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Wer ist der Mann, der gegen RTL und Dschungelstar Olivia Jones klagt?<br />
<strong>Matthias Schumacher</strong> stellt den Menschen hinter den Anwälten vor:<br />
Klaus Wowereit. 10 Fakten. Ungeschönt. Ungeschminkt. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://matthias-schumacher.com/zehn-dinge-die-sie-noch-nicht-ueber-klaus-wowereit-wussten-fotostrecke-satire-1/">1</a> <a href="http://matthias-schumacher.com/zehn-dinge-die-sie-noch-nicht-ueber-klaus-wowereit-wussten-fotostrecke-satire-2">2</a> <a href="http://matthias-schumacher.com/zehn-dinge-die-sie-noch-nicht-ueber-klaus-wowereit-wussten-fotostrecke-satire-3">3</a> <a href="http://matthias-schumacher.com/zehn-dinge-die-sie-noch-nicht-ueber-klaus-wowereit-wussten-fotostrecke-satire-4">4</a> <a href="http://matthias-schumacher.com/zehn-dinge-die-sie-noch-nicht-ueber-klaus-wowereit-wussten-fotostrecke-satire-5">5</a> <a href="http://matthias-schumacher.com/zehn-dinge-die-sie-noch-nicht-ueber-klaus-wowereit-wussten-fotostrecke-satire-6">6</a> <a href="http://matthias-schumacher.com/zehn-dinge-die-sie-noch-nicht-ueber-klaus-wowereit-wussten-fotostrecke-satire-7">7</a> <a href="http://matthias-schumacher.com/zehn-dinge-die-sie-noch-nicht-ueber-klaus-wowereit-wussten-fotostrecke-satire-8">8</a> <a href="http://matthias-schumacher.com/zehn-dinge-die-sie-noch-nicht-ueber-klaus-wowereit-wussten-fotostrecke-satire-9/">9</a> <a href="http://matthias-schumacher.com/zehn-dinge-die-sie-noch-nicht-ueber-klaus-wowereit-wussten-fotostrecke-satire-10">10</a></p>
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		<title>&#8230; wenn es den bösen Nachbarn nicht gefällt (und SPIEGEL TV)</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jan 2013 14:31:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Januar 2013]]></category>
		<category><![CDATA[Januar 20]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Ein narzistischer, bisexueller, alkohol- und drogenverschlingender, dem Wahnsinn naher Großschauspieler mit einem Hang zur Selbstvernichtung&#8230;&#8221; Die Anmoderation des Beitrags über Helmut Berger in der jüngsten Ausgabe von SPIEGEL TV zeigte, dass sich das Magazin noch mutiger als je zuvor BILD und Bunte nähert. Versprochen wurden die &#8220;schillerndsten Geschichten aus dem Nähkästchen&#8221;. Als Sahnehäubchen gab es investigativen Journalismus à [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><img class="size-full wp-image-20927 alignnone" alt="Helmut Berger Spiegel TV Dschungel RTL screenshot" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2013/01/Helmut-Berger-Spiegel-TV-Dschungel-RTL-screenshot.jpg" width="500" height="295" /></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">&#8220;Ein narzistischer, bisexueller, alkohol- und drogenverschlingender, dem Wahnsinn naher Großschauspieler mit einem Hang zur Selbstvernichtung&#8230;&#8221;<br />
Die Anmoderation des <span style="color: #000000;">Beitrags über Helmut Berger</span> in der <a href="http://www.spiegel.tv/filme/magazin-13012013/" target="_blank">jüngsten Ausgabe von SPIEGEL TV</a> zeigte, dass sich das Magazin noch mutiger als je zuvor BILD und Bunte nähert. Versprochen wurden die &#8220;schillerndsten Geschichten aus dem Nähkästchen&#8221;. Als Sahnehäubchen gab es investigativen Journalismus à la Drückerkolonne: So war ein Kamerateam losgezogen, um vor dessen Abreise in den australischen Dschungel mit dem Schauspieler zu sprechen und Urteile seiner Nachbarn einzuholen. Wie in Allerweltskrimiserien hielt man Anwohnern ein Foto des Verdächtigen Helmut B. unter die Nase und enthüllte knallhart Straftaten. Er randaliere, meint eine ältere Dame. Auf Nachfrage, was er genau mache, klagt sie: &#8220;Lästig ist er halt!&#8221; Eine andere Betroffene: &#8220;Ich sag nix. Ich sag nur: entsetzlich.&#8221; Aber ein Weltstar sei er gewesen, wirft der Reporter ein. &#8220;Ja, war er. Aber er ist gesunken. Jetzt mischt er sich überall ein, damit er was verdient.&#8221; Zur Erinnerung: Hier ist von Helmut Berger die Rede &#8211; nicht vom netten Herrn mit Mikro, der endlich einmal wissen will, was man so denkt, der sich für einen interessiert. Schade, dass man den Damen nicht noch andere Bilder vorgehalten hat, denkt da der <del datetime="2013-01-15T14:04:46+00:00">RTL-&#8221;explosiv&#8221;</del> <del datetime="2013-01-15T14:04:46+00:00">VOX-&#8221;Prominent!</del> Spiegel TV-Konsument, der von einem nicht weniger tendenziösen Beitrag auf Spiegel Online angefüttert wurde. Erdrückendster Beleg für Bergers Abstieg: Der Ort, an den er nach seinem Auftritt bei &#8220;Ich bin ein Star &#8211; Holt mich hier raus&#8221; zurückkehrt, zurückkehren muss: &#8220;An den Stadtrand(!) von Salzburg! Inmitten(!) einer tristen(!) Hochhaussiedlung(!) wohnt der einstige(!) Weltstar in einer Zwei(!)-Zimmer-Wohnung. Allein(!!!!!!)&#8221; Umgeben von Nachbarn wie diesen, verfolgt von Journalisten wie jenen&#8230; Das wünscht man keinem!</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><em>(Mein fester Vorsatz für 2013: Nicht so viel assoziieren:</em> </span></p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/IQU8Z3AGxXE?rel=0" height="360" width="480" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe>)</p>
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		<title>BILDER DES JAHRES 2013</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2013/01/01/spiegel-online-augstein-zuruckgeschossen-bilder-des-jahres-2013/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Jan 2013 10:51:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Januar 2013]]></category>

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		<description><![CDATA[Berlin kurz nach Mitternacht. Verkauf ich an Spiegel Online als Beweis, dass ab 0 Uhr 3 zurückgeschossen wurde. Arbeitstitel: &#8220;Damaskus hart umkämpft&#8221;. Vielleicht was mit &#8220;Palästinenserstadt&#8221;? Jakob Augstein schreibt sich warm. 1 2 3 4 5]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-20626 alignnone" alt="Spiegel Online - Zurückgeschossen - Matthias Schumacher" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2013/01/Spiegel-Online-Zurückgeschossen-Matthias-Schumacher.jpg" width="500" height="667" /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Berlin kurz nach Mitternacht. Verkauf ich an Spiegel Online als Beweis, dass ab 0 Uhr 3 zurückgeschossen wurde. Arbeitstitel: &#8220;Damaskus hart umkämpft&#8221;. Vielleicht was mit &#8220;Palästinenserstadt&#8221;? Jakob Augstein schreibt sich warm.</span></p>
<p style="text-align: center;"><strong>1</strong> <a href="http://matthias-schumacher.com/bilder-des-jahres-2013-2/">2</a> <a href="http://matthias-schumacher.com/galileo-prosieben-bilder-des-jahres-2013-3/">3</a> <a href="http://matthias-schumacher.com/focus-gluewuermchen-bilder-des-jahres-4/">4</a> <a href="http://matthias-schumacher.com/kernkraftwerk-neckarwestheim-funkenflug-taz-bilder-des-jahres-2013-5/">5</a></p>
<p style="text-align: center;">
]]></content:encoded>
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		<title>&#8217;13</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Dec 2012 13:40:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dezember 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Was will der Künstler uns damit sagen? Guten Rutsch nach 2013! ◊]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="wp-image-20622 alignnone" alt="Matthias Schumacher - Guten Rutsch nach 2013 1" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/12/Guten-Rutsch-nach-2013-1.jpg" width="500" height="399" /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Was will der Künstler uns damit sagen? Guten Rutsch nach 2013!</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #999999;">◊</span></p>
<p style="text-align: center;">
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>VIELLEICHT BEIM NÄCHSTEN MAL (Gedanken zwischen den Apokalypsen)</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Dec 2012 10:15:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dezember 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit der Arche Noah ist es nicht weit nach Hollywood. Doch niemals geht man so ganz unter. To be continued. In etlichen Endzeitszenarien sind es einige wenige, die das Leben nach der Apokalypse fortsetzen, auf dass eine neue, eine bessere Welt entstehe. Utopia. Leider eines, das sich nach neuerlichem Verschleiß ebenso abgenutzt zeigt wie das [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><img class="wp-image-20524 alignnone" alt="800px-Francis_Danby_-_The_Deluge_-_Google_Art_Project" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/12/800px-Francis_Danby_-_The_Deluge_-_Google_Art_Project.jpg" width="500" height="315" /></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Mit der Arche Noah ist es nicht weit nach Hollywood. Doch niemals geht man so ganz unter. To be continued. In etlichen Endzeitszenarien sind es einige wenige, die das Leben nach der Apokalypse fortsetzen, auf dass eine neue, eine bessere Welt entstehe. Utopia. Leider eines, das sich nach neuerlichem Verschleiß ebenso abgenutzt zeigt wie das zuvor untergegangene. Vielleicht klappt es beim nächsten Mal und dann geht es wieder los&#8230;</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Allein im Jahr 2000 war der Weltuntergang unter anderem für den 11. Januar,  17. März, 5. Mai und 31. Mai vorhergesagt. Nach Chr. insgesamt weit über 100 mal. Bislang folgenlos bzw. ohne Erfolg. Denn es geschähe uns ja recht. Wir haben &#8220;carpe diem&#8221;  gründlich missverstanden, leiden unter kollektiven Durchschlafproblemen wegen eines Christian W. und dessen Gemahlin, die keine Escortlady war. Mancher arbeitete über Jahre an Gurkenverordnungen für die EU. Carpe diem? Hat nicht, wer seinen Tag auf diese Weise verschleudert, den Jüngsten verdient? Zumal die Lust der Deutschen am Untergang schon fast sprichwörtlich ist und man nicht nur uns, sondern allen nachfolgenden Generationen einen Gefallen täte, wenn es nicht ausgerechnet wir sind, die der Meteorit, der Schlag oder was auch immer verfehlt. </span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Nachdem sich die Maya offensichtlich verrechnet haben, werden wir uns gedulden müssen, auf alte Schriften oder neue Blockbuster zurückgreifen oder der Piratenpartei beim Sinken zusehen, um diesen gänsehautprickelnden Schauder erleben zu können. Abtauchen, Wegsein, Auferstehung. Eins nach dem anderen! Sicher ist: Die Welt endet nun laut Isaac Newton entweder im Jahre 2060 &#8211; oder aber, wie Bede der Ehrwürdige prophezeite, erst 2076, wenn nach muslimischem Kalender die &#8220;große Woche&#8221; rum ist. Wir werden es erleben. Oh doch, wir werden! Denken Sie bloß nicht: Nach mir die Sintflut!</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Noah musste 600 Jahre auf seine erste Sintflut warten und zeugte 100 Jahre zuvor noch voller Zuversicht drei Söhne. Welch ein Gottvertrauen! „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Das hat Luther übrigens nie gesagt. Hat sich irgendwer ausgedacht, in den Neunzehnvierzigern. Bricht jetzt deswegen für Sie eine Welt zusammen? Was Luther aber vorhergesagte, war der Weltuntergang. Und zwar für 1532, 1538 und &#8217;41.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Nach Luthers Apokalypsen hat sich die Menschheit bis heute vervierzehnfacht. Überall auf der Welt wächst die Bevölkerung. Allein in Deutschland geht sie zurück. Was nur bedeuten kann: Wir stecken mittendrin &#8211; im Weltuntergang. Vielleicht sind wir die wenigen, die 2060 mit geschätzten 60 Millionen Deutschen eine bessere Welt errichten&#8230; Allmachtsphantasien können wir so gut wie Untergang.</span></p>
<p style="text-align: left;"><img class="size-full wp-image-20523 alignnone" alt="Apocalypse_vasnetsov" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/12/Apocalypse_vasnetsov-e1356041811644.jpg" width="500" height="262" /></p>
<p style="text-align: left;">◊</p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #808080;"><strong>Linktipp</strong>: Jakob van Hoddis &#8220;<a href="http://www.kassiber.de/hoddisweltende.htm" target="_blank"><span style="color: #808080;">Weltende</span></a>&#8220;</span><br />
<span style="color: #808080;">(Gedicht, 1911, läutete die Zeitenwende zum Frühexpressionismus ein)</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #808080;">21/12/2012</span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Weil Geben seliger&#8230;</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/12/13/hans-wunsch-weihnachtsgeschichte-spendenaktion-berliner-herz-weil-geben-seliger/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Dec 2012 11:02:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dezember 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn wir schon nicht verhindern können, dass ein Kind vor uns sterben muss, sollten wir wenigstens ein Umfeld schaffen, in dem es den schweren Weg doch etwas leichter antreten kann&#8230; Ich möchte meinen Beitrag leisten und Verzicht üben. Meine diesjährigen Einnahmen aus &#8220;Hans&#8217; Wunsch &#8211; Eine Weihnachtsgeschichte&#8221; spende ich dem neuen Kindertages- und Nachthospiz BERLINER [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><img class="size-full wp-image-20425 alignnone" title="Hans' Wunsch - Weihnachtsgeschichte - Matthias Schumacher" alt="Hans Wunsch" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/12/Hans-Wunsch-1.jpg" width="500" height="333" /></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wenn wir schon nicht verhindern können, dass ein Kind vor uns sterben muss, sollten wir wenigstens ein Umfeld schaffen, in dem es den schweren Weg doch etwas leichter antreten kann&#8230;</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Ich möchte meinen Beitrag leisten und Verzicht üben. Meine diesjährigen Einnahmen aus <em>&#8220;Hans&#8217; Wunsch &#8211; Eine Weihnachtsgeschichte&#8221;</em> spende ich dem neuen Kindertages- und Nachthospiz BERLINER HERZ. Es wird Anfang 2014 eröffnen und derzeit fehlen noch rund 300.000 Euro. Das etwa 11seitige eBüchlein erhalten Sie bei Amazon, iTunes und Google Play für nur 1,49 Euro. Das schöne Gefühl, etwas Gutes getan zu haben, wird sich prompt einstellen. Und seien wir ehrlich: Weder Ihnen noch mir tut diese Aktion im Geldbeutel weh. Sie können das Hospiz natürlich auch ohne den Kauf meines eBüchleins unterstützen &#8211; oder zusätzlich. Das geht sogar ganzjährig! Aber möchten Sie sich zum Fest diese anrührende Geschichte wirklich entgehen lassen? Eine Weihnachtsgeschichte vom Sehnen und Hoffen, vom Glauben und einer Gewissheit, die wertvoller ist als alle Wahrheit:</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.amazon.de/Hans-Wunsch-Eine-Weihnachtsgeschichte-ebook/dp/B006JBWSUY/ref=sr_1_1?s=digital-text&amp;ie=UTF8&amp;qid=1355397246&amp;sr=1-1" target="_blank"><img class=" wp-image-17564 aligncenter" alt="Hans' Wunsch - Matthias Schumacher - amazon" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/02/amazon-kindle-Die-Himmel-gaben-Blau-ebook-1.jpg" width="81" height="26" /></a> <a href="https://itunes.apple.com/de/book/hans-wunsch/id487663880?mt=11"><img class=" wp-image-17565 aligncenter" alt="Hans' Wunsch - Matthias Schumacher - iTunes" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/02/iTunes-Die-Himmel-gaben-Blau-eBook-1.jpg" width="80" height="48" /></a></p>
<p><a href="https://play.google.com/store/books/details/Matthias_Schumacher_Hans_Wunsch?id=3jz6LjacqVcC&#038;feature=search_result#?t=W251bGwsMSwyLDEsImJvb2stM2p6NkxqYWNxVmNDIl0." target="_blank">
<p style="text-align: center;"><img class=" wp-image-20479 aligncenter" alt="Hans' Wunsch - Matthias Schumacher -Google play android" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/12/ggolejj3.jpg" width="103" height="103" /></p>
<p></a><br />
&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.kindertageshospiz-berlin.de" target="_blank">www.kindertageshospiz-berlin.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">◊</p>
<p>&nbsp;<br />
&nbsp;<br />
&nbsp;<br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Drei Weihnachtsbäume für Angela &#8211; ODER: Adventszeit bei Politikers</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/11/28/drei-weihnachtsbaume-fur-angela-merkeloder-adventszeit-bei-politikers/</link>
		<comments>http://matthias-schumacher.com/2012/11/28/drei-weihnachtsbaume-fur-angela-merkeloder-adventszeit-bei-politikers/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Nov 2012 10:27:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[November 2012]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://matthias-schumacher.com/?p=20348</guid>
		<description><![CDATA[Aus dem Terminkalender der Kanzlerin, 29. November 2012: »Am Nachmittag nimmt Angela Merkel gemeinsam mit dem Chef des Bundeskanzleramts, Bundesminister Ronald Pofalla, an der Übergabe von drei Weihnachtsbäumen für das Kanzleramt teil.« Ließ sich Gerhard Schröder im Jahre 2004 noch eine 15 Meter hohe Rotfichte vor das Amt setzen, so wird Angele Merkel in den nächsten [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-20361 alignnone" title="kanzleramt by mr172" alt="" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/11/kanzleramt-by-mr172.jpg" width="500" height="386" /></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Aus dem Terminkalender der Kanzlerin, 29. November 2012: »Am Nachmittag nimmt Angela Merkel gemeinsam mit dem Chef des Bundeskanzleramts, Bundesminister Ronald Pofalla, an der Übergabe von drei Weihnachtsbäumen für das Kanzleramt teil.« Ließ sich Gerhard Schröder im Jahre 2004 noch eine 15 Meter hohe Rotfichte vor das Amt setzen, so wird Angele Merkel in den nächsten Wochen auf eine 15 Meter hohe Rotfichte blicken. Ob nun Schwarze, Gelbe, Rote, Grüne regieren &#8211; manches ändert sich nie. Über Beschaffenheit und Herkunft der beiden anderen Kanzlerinnentannen ist nichts bekannt und so dürfte der Skandal vorprogrammiert sein.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Ronald Pofalla wird alles abstreiten, aber es nutzt ja nichts, denn die Herkunft der Gewächse muss geklärt werden. Deutsche Blogger und Internetaktivisten gehen derlei gern auf den Grund und die Opposition schläft nicht &#8211; auch nicht die in den eigenen Reihen. Schon eine Woche nach der formlosen Baumannahme meldet sich der Bayerische Landesvater Horst Seehofer zu Wort. Man könne so eine »Sauerei« nicht einfach durchgehen lassen. »Der Geschichte werde ich als CSU persönlich noch vor dem Heiligen Abend&#8230;«, verspricht er sich. »Wenn deutsche Bäume fallen, sollte wenigstens Salut geschossen werden«, fügt er hinzu und verabschiedet sich sodann in den Winterschlaf.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Die Presse hat an diesem Nikolaustag aber Wichtigeres zu besprechen. Am Morgen erscheint in BILD ein Exklusiv-Interview mit Umweltminister Peter Altmaier, der nicht nur sein Stollenrezept verrät, sondern auch, mit wem er die Festtage verbringen wird: »Allein.« Der liebe Gott habe es so gefügt. Da die Sache mit den zwei Weihnachtsbäumen noch nicht durch ist und auf Twitter und Facebook bereits das Gerücht umgeht, es wären zwei Tannen aus Christian Wulffs Vorgarten, die er sich vor Jahren schenken ließ und noch rasch loswerden wollte, tritt Landwirtschaftsministerin Aigner noch am Nachmittag vor die Kameras. Es gäbe da »überhaupt nichts dran zu deuteln«, die Pflanzen seien »ordnungsgemäß in einen Teppich eingewickelt und auf dem Luftweg hergeschifft« worden. Nachfragen lässt die Ministerin nicht zu.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Unterdessen schreibt Bundespräsident Joachim Gauck fieberhaft an seiner Neujahrsansprache. Enge Mitarbeiter rieten von den ersten 14 Entwürfen ab. Zu pastoral sei der Ton gewesen. Seiner Lebensgefährtin liegt das Staatsoberhaupt schon in den Ohren seit er das erste Türchen seines Adventskalenders (ein reich geschmücktes Schloss Bellevue mit 23 Fenstern und einer Pforte) geöffnet hat. Er hätte vor seiner freien Wahl nicht bedacht, sagte er tief bewegt beim genussvollen Lutschen des Kalenderinhalts, dass der demokratisch gewählte Bundespräsident eines freien Deutschlands die Neujahrsansprache halten muss und nicht Weihnachten zum mündigen Bürger sprechen darf. Er werde künftig ein noch unbequemerer Präsident sein, wenn das nicht geändert wird. In einem freien Land sollte man so etwas frei entscheiden dürfen. Er werde sich allerdings nicht in die Baumaffäre einmischen, das sei Tagespolitik.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Vom Tannenskandal erfahren Arbeitsministerin von der Leyen und Familienministerin Kristina Schröder irgendwo in der ostdeutschen Provinz, wo die beiden in fruchtbarer Mission unterwegs sind. Unter dem Motto »Ihr Kinderlein, kommet« klären die beiden auf, wodurch Kinderlein kommen. »Gleichgeschlechtlich geht das in keinem Fall«, erläutert von der Leyen, als sie ein langzeitarbeitsloser Jugendlicher im Oderbruch auffordert, das mal mit ihrer Parteikollegin vorzumachen. Die lehrreiche Kampagne zur Rettung der Deutschen wird unterstützt von der SUPERillu und gefördert mit zwei Millionen Euro aus dem Steuertopf. Man ist froh, dass sich das politische Berlin derzeit mit anderen Dingen herumschlägt.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Claudia Roth hat sämtliche RTL-»Chart-Show«-Auftritte abgesagt und tingelt von Talk zu Talk, um die ultimative Baumfrage zu stellen: »Brauchen wir solche überkommenen Traditionen noch im 20. Jahrhundert?« Beim »Wer wird Millionär«-Special erspielt sie 500 Euro und wird davon in Bethlehem um die Geburtskirche 1000 Nordmanntannen pflanzen lassen. Als Zeichen der Wiedergutmachung, der Versöhnung, der Nachhaltigkeit, des Umweltschutzes, der Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten&#8230; Die Piratenpartei sieht im Weihnachtsbaum ein Symbol der Verschleierung. »Da blickt niemand durch, keine Transparenz« twittert Johannes Ponader. Für ihn selbst werden einige Piratenfreunde eine Sammlung veranstalten, ihm reiche aber ein Gesteck. Die Piratenpartei sieht im Weihnachtsbaum kein Symbol der Verschleierung. Dann wird digital gewichtelt.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Bei der Weihnachtsfeier der FDP brüstet sich Rainer Brüderle nach einer Kiste Dornfelder damit, den Größten zu haben. Man könne gern vergleichen. Nachdem man die iPhones nach Fotos durchforstet hat, zeigt sich, dass Guido Westerwelle alle übertrifft. Mitleidige Blicke treffen Philipp Rösler. Wolfgang Kubicki fragt in die Runde, ob der Vietnamese an sich überhaupt Weihnachtsbäume kenne. Kurz vor der letzten Sitzung des Bundestags im Jahre 2012 überschlagen sich die Meldungen: +++ Gauck beschließt Christmette im Petersdom zu halten +++ Gesine Lötzsch (DIE LINKE) fordert die kostenlose Verteilung der DDR-Schallplatte »Weihnachten in Familie« an alle Hartz IV-Haushalte +++ Angela Merkel wird nicht vermisst +++ Steinbrück? +++ Gauck: Doch Weihnachtsansprache, Irrtum vom Amt +++</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Weihnachtspause</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #999999;">◊</span></p>
<p style="text-align: right;">28/11/2012</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Und wäre ich gestorben &#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Nov 2012 14:15:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[November 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[gestern &#8230; &#8230; wie wäre ich gestorben? Hätte mein Herz in einer schlechten Stunde seinen letzten Schlag getan, als ein Wagen in jene Straße bog, die ich traumtänzelnd überquerte? Oder nahm ich zur falschen Zeit den falschen Weg, um dem einen Menschen zu begegnen, der mir ein Ende bereitete? Brannte meine Kerze zu lang schon [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">gestern &#8230;</span></p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/tUen_iZT-Rc?rel=0" frameborder="0" width="500" height="375"></iframe></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">&#8230; wie wäre ich gestorben? Hätte mein Herz in einer schlechten Stunde seinen letzten Schlag getan, als ein Wagen in jene Straße bog, die ich traumtänzelnd überquerte? Oder nahm ich zur falschen Zeit den falschen Weg, um dem einen Menschen zu begegnen, der mir ein Ende bereitete? Brannte meine Kerze zu lang schon an beiden Enden? Vielleicht wär ich, irgendwo, in der Vorahnung ersten Eises eingebrochen und gesellte mich zu den Fischlein, bis die Frühlingssonne meine milchige Decke taut und mich aufgedunsenes Menschenfleisch ein paar Spaziergänger im Schilf entdeckt. Wahrscheinlich läge ich aber heute schon wohltemperiert in einem Kühlfach und harrte meiner Bestattung &#8211; meine Papiere trag ich stets bei mir und ich leb ja nicht allein.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Alles ginge seinen geordneten Gang. Meine Familie wäre informiert und würde mich beweinen, den fernen Bruder, den Sohn, der sich zu selten blicken ließ, der mit dem Leben, das man nicht so ganz verstand und von dem man kaum etwas wusste. Ich könnte nicht mehr schummeln, Lebenslügen &#8211; was soll&#8217;s! Würde man mich heimholen und einäschern oder meinem Wunsche entsprechen, am Stück in Berliner Erde hinabgelassen zu werden? Gut, dass ich noch vor kurzem beim Friseur war! Meine Lippen würden bald verklebt und so war es nicht schad, noch ein wenig gelebt zu haben und den verhassten Zahnarztbesuch zu schwänzen. Nun muss ich nicht mehr hin. Doch sollen diese zerfressenen Stummel das sein, was man eines Tages vielleicht von mir finden wird, wenn Archäologen den Menschen im dritten Jahrtausend erforschen? Wieviel Zukunft ich verpassen würde, wenn ich gestorben wär!</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Einen Anzug trüge ich, Udo Jürgens klänge aus den Lautsprechern. &#8220;Ich lass Euch alles da&#8221; vielleicht, bisschen theatralisch, pathetisch. Vielleicht was von der Knef. Schade, dass ich keine große Rede reden darf. Und bis ich unter der Erde bin, weint! Dann fresst und lacht, lebt die Jahre, die ich in der Ewigkeit nicht mehr zähle.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Und Ihr? Wie würdet Ihr&#8217;s erfahren? Meine Passwörter sind kaum zu knacken. Meine Onlinekontakte &#8211; mir vorbehalten. Irgendeiner würde Euch berichten, was geschah, und bis zur letzten Mahnung meines Hosters werdet Ihrs noch lesen können, worin ich viel Zeit investierte, was ein Teil meines Lebens war. Dann wird abgeklemmt und alles ist verloren. Wär ja vielleicht auch egal. Mein Gedichtband wird noch bestellbar sein, ein Jahr, zwei, bis irgendetwas fällig wird. Wer glaubt schon, dass ewig ist, was heute im Netz steht! Ein wenig Papier hab ich auch beschrieben. Vielleicht findet sich jemand, der&#8217;s in Ehren hält und vielleicht werden meine Urheberrechte von einem vertreten, zu dem ich gern Du sagen würde. 70 Jahre. Und die Fragmente bleiben Fragmente, die unbezahlten Rechnungen unbezahlt, der Browserverlauf ein Sammelsurium seichter Pornos, Hardcorepolitik und was ich Kultur nannte. Es wäre ratsam, mein Erbe auszuschlagen.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Und wäre ich gestorben, gestern, so wöge die ungelebte vertane Zeit, wögen die ungeliebten Lieben und die ungenutzen Chancen schwer und zögen meine aufsteigende Seele in die Tiefe. Wäre ich gestorben, gestern, wäre es nicht anders als wären Sie, wärst Du gestorben. Nicht anders als bei den 110 Mrd. Vorausgegangenen.</span></p>
<p><iframe style="width: 611px; height: 383px; border: 0px none; padding: 0; margin: 0;" src="https://www.myvideo.de/embed/1320003" frameborder="0" scrolling="no" width="500" height="313"></iframe><br />
<a title="Ich lass Euch alles da - MyVideo" href="https://www.myvideo.de/watch/1320003/Ich_lass_Euch_alles_da">Ich lass Euch alles da &#8211; MyVideo</a></p>
<p>◊</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #999999;">27/11/2012</span></p>
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		<title>Feldpost 2</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Oct 2012 16:34:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oktober 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Carla Bruni wirbt für die Ehe, heißt es in diesen Stunden auf der ZDF-Text-Tafel 805. Skandalös belanglos. Das ZDF sollte zurücktreten. Stattdessen tritt ein CSU-Mann zurück, weil er beim ZDF angerufen hat &#8211; leider nicht, um solche Bruni-Meldungen zu verhindern. Hans Michael Strepp wird, wenn man sich in 100 Jahren an ihn erinnern sollte, als [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-20142" title="al1914" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/10/al1914.jpg" alt="" width="413" height="600" /></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Carla Bruni wirbt für die Ehe, heißt es in diesen Stunden auf der ZDF-Text-Tafel 805. Skandalös belanglos. Das ZDF sollte zurücktreten. Stattdessen tritt ein CSU-Mann zurück, weil er beim ZDF angerufen hat &#8211; leider nicht, um solche Bruni-Meldungen zu verhindern. Hans Michael Strepp wird, wenn man sich in 100 Jahren an ihn erinnern sollte, als derjenige in die Geschichte eingegangen sein, der mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen telefonierte. Carla Bruni als Sarkozy-Gattin und Ehebefürworterin. Fragwürdige Vermächtnisse. Die Zeit wird sie verwischen und eindampfen, bis nur der Kern bleibt. Wahrscheinlich wird man drei Generationen nach uns weder wissen, wer Strepp war, noch was eine Carla Bruni erfunden haben könnte. Essenz verlangt Substanz.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Was bleibt? Was sind schon 100 Jahre!? Genug Zeit, um viele und vieles zu vergessen. Wir Deutschen sind Weltmeister im Erinnern. Aber woran? An das Wichtige, Richtige? Oder nur an das Schreckliche, das uns abhalten, mahnen soll? Hält es uns ab, mahnt es? Das Leben vor 100 Jahren ist uns fremd. Wer die Gefühle der Menschen nicht kennt, mitgelebt, mitgelitten hat, wird niemals immun gegen die Versuchung. Kunst ist die einzig taugliche Brücke zwischen den körperlos gewordenen Gefühlen von damals ins Heute &#8211; zu uns.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Aus den Jahren 1900-1914 gibt es keine Zeitzeugen mehr. Lediglich vergilbendes Papier, längst nicht alles wird übertragen oder konserviert, immer mehr Übertragenes beginnt inzwischen digital zu welken, ist bedroht, beim Kopieren auf die nächste Datenträgergeneration vergessen und aus Kostengründen für entbehrlich erklärt zu werden. In zwei Jahren soll mein Buch erscheinen. Im Rahmen des Weltkriegsjubiläums. Ein Festival des Erinnerns und Mahnens wird das! Als ich einer Abteilungsleiterin der Berliner Staatsbibliothek von meinem Romanprojekt berichtete, begannen ihre Augen Funken der Begeisterung zu sprühen, ich solle mich unbedingt melden, wenn es fertig ist, man plane jetzt schon intensiv für 2014. Eine andere Bibliothekarin berichtete mir vom Zustand des Hauses und den Problemen mit der Klimaanlage. Der Kampf gegen die Zeit scheint kaum gewinnbar.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Was ist des Festhaltens, Erinnerns wert? Wer? Ich komme stets zum Schluss, dass dieses Buch, mein Buch, nur funktionieren kann, wenn es berührt, wenn es die Pfade des historisch Belegten verlässt oder sogar weiträumig umschifft. Von meiner Hauptfigur, die den Ersten Weltkrieg nicht überlebte, ist allein sein Werk geblieben und hätte es nicht umsichtige Freunde, Nachlassverwalter und einen begnadeten Historiker gegeben, wäre wohl inzwischen alles verschollen und vergessen. Doch es bleiben Worte auf Papier, die bestenfalls erahnen lassen, was war, bewegte, erstarren ließ. Wir können die Dramen der Welt nur verstehen, wenn wir das Drama eines Einzelnen selbst miterleben, mit ihm spüren, leiden. Ich fühle mich ein und versuche, dies Nacherleben, die Hoffnung wie die Verzweiflung, in Worte zu fassen, in einen Roman. Möge eine Brücke entstehen! Und wenn ich sterbe, wird dieses Buch bleiben.<br />
Ist das mehr als das, was von Carla Bruni&#8230; ?</span></p>
<p><img title="ms-gruß" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/09/ms-gruß.jpg" alt="" width="60" height="79" /></p>
<p style="text-align: right;"><em>Wie das Romanprojekt gedeiht und welche Gedanken den Autor beim<br />
Schreiben begleiten, erfahren Sie jeweils am 25. eines Monats&#8230;</em></p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://matthias-schumacher.com/2012/09/25/feldpost-1/">Ausgabe 1 &gt;&gt;&gt;</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Herbstgedicht</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/10/25/herbstgedicht-matthias-schumacher-2002/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Oct 2012 16:23:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oktober 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Einsam strich ich über Felder, Ausgezerrt und heimatlos, Winddurchstöbert standen Wälder Ringsumher und standen bloß. Das letzte Blatt am alten Platz Schien festgezurrt und immerdar, Gleich einem vergess’nen Schatz, Doch es fiel, da es mich sah. Einsam zog ich durch die Gassen Und sie pochten flehentlich: „Freund, wir müssen ziehen lassen, Jeden, alles &#8211; ja [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-20196" title="Georg Sedlmeir 1" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/10/Georg-Sedlmeir-1.jpg" alt="" width="500" height="512" /></p>
<p><span style="color: #000000;">Einsam strich ich über Felder,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Ausgezerrt und heimatlos,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Winddurchstöbert standen Wälder</span><br />
<span style="color: #000000;"> Ringsumher und standen bloß.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Das letzte Blatt am alten Platz</span><br />
<span style="color: #000000;"> Schien festgezurrt und immerdar,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Gleich einem vergess’nen Schatz,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Doch es fiel, da es mich sah.</span></p>
<div>
<p><span style="color: #000000;">Einsam zog ich durch die Gassen</span><br />
<span style="color: #000000;"> Und sie pochten flehentlich:</span><br />
<span style="color: #000000;"> „Freund, wir müssen ziehen lassen,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Jeden, alles &#8211; ja auch dich.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wir können nur die Bahnen geben,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Laden ein, doch zwingen nicht,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Alles führt ins eigne Leben,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Alles führt ins selbe Licht.“</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Um die Plätze standen Heere</span><br />
<span style="color: #000000;"> Hohler Dinge: Mensch und Haus -</span><br />
<span style="color: #000000;"> Und ich spie die bleiche Leere</span><br />
<span style="color: #000000;"> Ihrer Welt aus mir heraus.</span></p>
</div>
<p><span style="color: #999999;">◊</span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #999999;">© 2002 Matthias Schumacher</span></p>
<div></div>
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		</item>
		<item>
		<title>»FREUND UND BRUDER« &#8211; Buch zum kostenlosen Download als PDF</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Oct 2012 16:24:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oktober 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Nachzeichnung eines Weges des Johannes Weidner – Belegt durch dessen nachgelassene Niederschrift – Ab sofort als kostenloser PDF-Download erhältlich! 136 Seiten. ◊ Ihnen gefällt dieses Projekt? Sie möchten den Autor unterstützen? PayPal!]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class=" wp-image-20032 aligncenter" title="Matthias Schumacher - Freund und Bruder - Cover" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/10/Matthias-Schumacher-Freund-und-Bruder-Cover.jpg" alt="" width="350" height="495" /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Die Nachzeichnung eines Weges des Johannes Weidner</span><br />
<span style="color: #000000;">– Belegt durch dessen nachgelassene Niederschrift –</span></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/10/FREUND-UND-BRUDER-Matthias-Schumacher-2012-Copyright-1.pdf">Ab sofort als kostenloser PDF-Download erhältlich!</a></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">136 Seiten.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">◊</span></p>
<p style="text-align: center;"><em><span style="color: #000000;">Ihnen gefällt dieses Projekt? Sie möchten den Autor unterstützen?</span></em><br />
<em> <span style="color: #000000;"> <a href="https://www.paypal.com/cgi-bin/webscr?cmd=_s-xclick&amp;hosted_button_id=LYRBZ7SLRF4G4" target="_blank"><span style="color: #000000;">PayPal</span></a>!</span></em></p>
<form action="https://www.paypal.com/cgi-bin/webscr" method="post"><img class="aligncenter" src="https://www.paypalobjects.com/de_DE/i/scr/pixel.gif" alt="" width="1" height="1" border="0" /></form>
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		</item>
		<item>
		<title>Freiheit für Joachim Witt!</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/10/06/freiheit-fur-joachim-witt/</link>
		<comments>http://matthias-schumacher.com/2012/10/06/freiheit-fur-joachim-witt/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 06 Oct 2012 18:03:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oktober 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Muslime sollen Mohammed-Karikaturen aushalten. Russland soll den Punk von Pussy Riot auch in Kirchen aushalten. Wir Deutschen sind immer schnell dabei, in anderen Ländern Meinungsfreiheit und Freiheit der Kunst zu fordern. Aber nimmt sich hierzulande mal einer die Freiheit, bekommt er was auf den Deckel. Diese Erfahrung macht grade der Musiker Joachim Witt. In dessen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/eV_vlVDtpE0?rel=0" frameborder="0" width="500" height="281"></iframe></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Muslime sollen Mohammed-Karikaturen aushalten. Russland soll den Punk von Pussy Riot auch in Kirchen aushalten. Wir Deutschen sind immer schnell dabei, in anderen Ländern Meinungsfreiheit und Freiheit der Kunst zu fordern. Aber nimmt sich hierzulande mal einer die Freiheit, bekommt er was auf den Deckel. Diese Erfahrung macht grade der Musiker Joachim Witt.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">In dessen neuem Musikvideo wird unter anderem in wenigen Sekunden die Vergewaltigung einer Frau durch Bundeswehrsoldaten dargestellt. Auf seiner <a href="https://www.facebook.com/joachimwittmusik/posts/440000642718390" target="_blank"><span style="color: #000000;">Facebookseite</span></a> nimmt der Künstler nach heftiger Kritik Stellung: &#8220;Bei dem Video zu GLORIA handelt es sich unmißverständlich um eine Kunstform! Wir zeichnen in großen und anspruchsvollen Bildern ein apokalyptisches Horrorszenario! Die Soldaten in diesem Video sind austauschbar!&#8221; Eine Entschuldigung schloss sich an. Zuvor hatten sich laut diverser Medienberichte zahlreiche Bundeswehrsoldaten über besagte Szene beschwert, was sowohl den Bundeswehrverbandschef Ulrich Kirsch als auch den Werbeauftragten des Deutschen Bundestags, Hellmut Königshaus, auf den Plan rief: „Beim nächsten Mal sollten die Macher erst das Hirn einschalten, bevor sie ein Video mit solchen Szenen veröffentlichen.<strong>“ </strong></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;"><strong></strong>Dass sich gleich die Spitzen zu Wort melden, scheint ein deutsches Phänomen und ist schon fast sympathisch provinziell. Jedenfalls ist es schwer vorstellbar, dass immer, wenn in einer US-Krimi-Serie Polizisten als korrupt oder Mörder entlarvt werden, gleich ein Sprecher oder Abgeordneter zum Protest aufruft. Auch hat man bislang wenig vom CIA Chef gehört, wenn es um die Darstellung krimineller Agenten ging. Und wer nicht alles in den letzten 50 Jahren bei James Bond schlecht wegkam! Wieviele US-Soldaten gerieten auf der Kinoleinwand schon ins Zwielicht? Das ist eben Fernsehen oder Hollywood, das ist Kunst, Fiktion. Alles bierernst zu nehmen, ist allerdings typisch deutsch und das Gefühl des Angepisstseins steigt in vielen blitzartig auf &#8211; und sie werden es nicht mehr los. Von political correctness kein Wort an dieser Stelle. Joachim Witt hat nicht die nationale Sicherheit gefährdet. Joachim Witt hat ein Video gedreht und a Liedl dazu gesungen, ein Weltklassevideo im Übrigen mit einem eingängigen Sound. Man könnte die Großartigkeit loben, den Mut, stolz &#8211; nein &#8211; froh sein, so jemandem in diesem Land zu wissen, aber wenn es um die Bundeswehr geht, geht nichts mehr. Apokalypse ja, aber nicht mit Bundeswehr! Hätte aber die Bundeswehr die Apokalypse verhindert, dann&#8230; Ja was dann? Will doch keiner sehen sowas! Witt selbst tritt in diesem Video als offensichtlich katholischer Geistlicher auf, die Kirche hat bis zum jetztigen Zeitpunkt nicht mal gezuckt, obwohl es manches zum Zucken gäbe. Aber derlei kennt die Kirche schon zur genüge.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Die Bundeswehr aber ist es schlicht nicht gewohnt, künstlerisch verarbeitet zu werden, und wenn, dann lediglich historisch korrekt oder auf eine saubere Art lustig, die alle Beteiligten und Zuschauer mit einem guten Gefühl schmunzeln lässt. Eine leichte Komödie mit beliebten Jungstars, das ist schön, tut nicht weh. Manchmal darf einer auch ein Trauma haben. Um sich aber filmisch von deutschen Truppen mitreißen zu lassen, gehen viele in den Bunker, wo sie auf Hitler treffen, den wir wehr-künstlerisch noch immer nicht bis zur Neige ausgewrungen haben. Wann kommt die nächste Stauffenberg-Verfilmung? Wäre es nicht Zeit, Hitler von einem Schwarzen oder wenigstens einer Frau spielen zu lassen? Ein Schwuler! Der Hape Kerkeling soll es mal machen! Und am Ende neben Eva (gespielt von Maren Kroymann) auf dem Sofa: Peng! &#8220;Ich bin dann mal weg, Schätzelein!&#8221; Da aber im 72. Jahr nach Chaplins &#8220;Der große Diktator&#8221; noch nicht vollständig geklärt ist, ob man über Hitler lachen darf, und das auch nicht mehr geklärt wird, weil Guido Knopp im nächsten Jahr in Rente geht, drehen wir vielleicht lieber noch eine harmlose NVA-Komödie. An der innerdeutschen Grenze fanden zwar Hunderte Flüchtlinge den Tod, doch wenn man die und jegliche fiktiven Vergewaltigungsszenen weglässt, ist der Deutsche Fernsehpreis so gut wie sicher.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Die Bundeswehr ist nicht heilig und muss provokante Fiktion aushalten &#8211; und das wird sie auch. Wirkliches Schadpotenzial haben nur die ganz realen Skandale, seien es die Ereignisse um die G<em>orch Fock</em>, sei es im Jahr 2006 in Afghanistan gewesen, wo Bundeswehrsoldaten mit Totenschädeln spielten und dies in heroisch gemeinten Fotos festhielten. Vergessen wir nicht die Endlosthemen: Rekrutenmisshandlung und Nazis in der Bundeswehr. Da dem Werbeauftragten das Vorher-Denken so am Herzen liegt, ist es nur allzu nachvollziehbar, warum noch etliche Kasernen Namen von größeren und kleineren Lichtern des Dritten Reichs tragen. Er denkt und denkt und denkt.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">◊</span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000000;">06/10/2012</span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Winterahnung</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/10/04/winterahnung-gedicht-matthias-schumacher/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Oct 2012 17:56:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oktober 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[‘s wird Winter! Ja, o ja, ich weiß! Niesel tröpfeln, Winde wehn, Und senkt der Tag die Lider leis, Läßt sich kein Sternlein sehn. Noch krönt kein Deck’ die Weiher, Kein Frost malt Blum’ ans Fenster; Milchig mild verwandeln Schleier Sommerfeen in Herbstgespenster. An manchen Baumes starkem Ast Lädt einsam winkend buntes Blatt Zieh’nde Schwärme [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-19983" title="Matthias Schumacher, Winterahnung / Foto: Björn Weide" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/10/Winterahnung_Matthias-Schumacher.jpg" alt="" width="500" height="332" /></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">‘s wird Winter! Ja, o ja, ich weiß!</span><br />
<span style="color: #000000;">Niesel tröpfeln, Winde wehn,</span><br />
<span style="color: #000000;">Und senkt der Tag die Lider leis,</span><br />
<span style="color: #000000;">Läßt sich kein Sternlein sehn.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Noch krönt kein Deck’ die Weiher,</span><br />
<span style="color: #000000;">Kein Frost malt Blum’ ans Fenster;</span><br />
<span style="color: #000000;">Milchig mild verwandeln Schleier</span><br />
<span style="color: #000000;">Sommerfeen in Herbstgespenster.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">An manchen Baumes starkem Ast</span><br />
<span style="color: #000000;">Lädt einsam winkend buntes Blatt</span><br />
<span style="color: #000000;">Zieh’nde Schwärme ein zur Rast -</span><br />
<span style="color: #000000;">Schwarz sprenkelt graues Matt.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Die Öfen harren ihres Schweiß’,</span><br />
<span style="color: #000000;">Das Holz türmt hinterm Haus,</span><br />
<span style="color: #000000;">Und manch’ Getier in eil’gem Fleiß</span><br />
<span style="color: #000000;">Verschließt das Loch des Baus.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Und was mir der Kalender spricht,</span><br />
<span style="color: #000000;">Versteh ich ohne Wort,</span><br />
<span style="color: #000000;">Wenn Wirbel welken Laubes drehn -</span><br />
<span style="color: #000000;">Das Jahr zerbricht,</span><br />
<span style="color: #000000;">Der Herbst verdorrt,</span><br />
<span style="color: #000000;">Wenn jene Zeichen stehn.</span></p>
<p style="text-align: left;">◊</p>
<p style="text-align: right;">© 2012 Matthias Schumacher</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Feldpost 1</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/09/25/feldpost-1/</link>
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		<pubDate>Mon, 24 Sep 2012 22:03:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[September 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich lese »Julia Schramm« und denke »Helene Hegemann«. Frage mich, warum Joko und Klaas, warum Jürgen Klopp? Ruhm ist ein Flittchen. Heute in zwei Jahren soll mein Roman erscheinen. Während die Welt wie immer verrückt spielt und die Menschen schlecht wie eh und je sind, versuche ich, fast Vergessenen ein Denkmal zu setzen, ein Buch zu schreiben, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><img class="alignnone size-full wp-image-19897" title="Feldpost 1_Matthias Schumacher" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/09/Feldpost-1.jpg" alt="" width="500" height="325" /></p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-family: Arial, sans-serif; color: #000000;">Ich lese »Julia Schramm« und denke »Helene Hegemann«. Frage mich, warum Joko und Klaas, warum Jürgen Klopp? Ruhm ist ein Flittchen.<br />
</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-family: Arial, sans-serif; color: #000000;">Heute in zwei Jahren soll mein Roman erscheinen. Während die Welt wie immer verrückt spielt und die Menschen schlecht wie eh und je sind, versuche ich, fast Vergessenen ein Denkmal zu setzen, ein Buch zu schreiben, das vielleicht wie so viele Bücher, die es wert wären, gelesen zu werden, im medialen Tsunami der Hegemanns und Schramms untergehen wird. Ich schreibe es trotzdem. Weil ich nichts anderes will, vielleicht nichts anderes kann, vielleicht nicht mal das. Die objektive Qualität eines Buches ist nicht messbar, die subjektive nicht entscheidend. Allein dass mich diese Arbeit drängt und trägt, ist guter Grund genug. Es ist ein Luxusprojekt. Kaum jemand leistet es sich heute, nicht tagesaktuell zu sein. Kaum jemand kann es sich leisten. Die Nachrichtenflut reißt uns alle mit. Sie überschüttet uns. Viele sind schon ersoffen. Andere schütten sich zu. Tiefenrausch, Höhenrausch. Kein Unterschied mehr. Vielen scheint die Welt erträglicher, wenn sie sich eine Überdosis von ihr geben.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-family: Arial, sans-serif; color: #000000;">In meinem Buch beginnt das 20. Jahrhundert. 112 Jahre später begebe ich mich zurück, dorthin, wo eine neue literarische Epoche begann und viele ihrer jungen Väter wenige Jahre später auf den Schlachtfeldern niedergemäht wurden. Es sind nur ein paar U-Bahn-Stationen. Berlin. Trautenaustraße, Nikolsburger Platz. Alles hier sauge ich in mich auf, frage und erkunde, schaue, was von damals übrigblieb &#8211; und es ist nicht viel. Die Pärchen, die abends unter den Bäumen sitzen, am Brunnen, ahnen nicht das Drama, das sich in mir zuspitzt. Ich werde Menschen sterben lassen in meinem Buch. Menschen, die längst tot sind, werde ich zerschießen und zersprengen, werde sie lieben, leiden, dichten lassen. Beim Italiener drüben sitzt man nun wieder drinnen, isst, trinkt, schmiedet Pläne &#8211; wie sie es damals taten. Die Frau vor dem Haus, das sein Haus war, die Frau, die ich mit ins Damals nehmen und zu seiner Nachbarin machen werde &#8211; als ich ihr vor der Tür begegnete, wusste ich sofort, wie ich sie nennen werde &#8211; auch sie erhält ihr Denkmal und niemals wird sie es erfahren. Wir Dichter, Autoren, Journalisten, alle, die wir uns mit Worten beschäftigen, die wir Menschen beschreiben, wir setzen täglich Denkmäler und Mahnmale, anonymisieren und verfremden, zwingen ihnen rotzfrech neue Namen auf. Mit welchem Recht wir uns ihrer Leiber, ihrer Gestalt bemächtigen, ich weiß es nicht. Wir sind Schöpfer. Wir sind Richter. Henker.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-family: Arial, sans-serif; color: #000000;">In den vergangenen Tagen haben Fahnen gebrannt, Menschen wurden ermordet, Menschen, die aus Ländern stammen, in denen viel Blut für die Freiheit geflossen ist. Wieviele Kriege haben wir gebraucht, um Demokratie, Pressefreiheit, um Meinungsfreiheit, Freiheit der Kunst und unveräußerliche Menschenrechte zu erringen! Wenn ich auf den Feldern des Ersten Welkriegs unterwegs bin, die Toten sehe, wenn ich an die Opfer des Zweiten Weltkriegs denke, die Mauertoten&#8230; dann bezweifle ich, dass jedem bewusst ist, wie viel uns das heutige Europa gekostet hat. Nun erwägen einige, die es besser wissen sollten, aus Feigheit und etwas, das man „Rücksicht auf religiöse Gefühle“ nennt, das Erkämpfte zu beschneiden. Und wenn ich noch weiter zurückgehe, zu Luther, der sich auflehnte, wenn ich an die Gelehrten, die Wissenschaftler und Heiler denke, die für ihre Überzeugungen auf Scheiterhaufen verbrannt wurden, frage ich, ob wir einknicken dürfen vor jenen, die noch heute Andersgläubige hinrichten, zurückweichen sollen vor jenen, die den Weg in ihre Freiheit gerade erst begonnen haben. Wir haben etwas erkämpft, das gut ist, das vielleicht Fehler hat, aber im Kern richtig ist. Und wir haben dafür bezahlt. Warum es manchem so wenig wert scheint, ich weiß es nicht. Ich bin nur ein Dichter, schreibe ein Buch über die Jahre vor dem großen „Hurra“ bis es totbringend durch Europa tönt. Schreibe über die Vergangenheit in einer Zeit, wo was heute wichtig tut, morgen schon vergessen und das Morgen eine Vorabmeldung ist. Unsere Zukunft hat gestern begonnen, wo führt sie uns hin? Ins Mittelalter vielleicht. Wohin auch immer &#8211; ich schreibe.</span></p>
<p style="text-align: left;"><img class="size-full wp-image-19911 alignnone" title="ms-gruß" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/09/ms-gruß.jpg" alt="" width="60" height="79" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right;"><em>Wie das Romanprojekt gedeiht und welche Gedanken den Autor beim Schreiben begleiten, erfahren Sie jeweils am 25. eines Monats&#8230;</em></p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #999999;">◊</span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Das Blatt</title>
		<link>http://matthias-schumacher.com/2012/09/04/das-blatt-ein-gedicht-von-matthias-schumacher/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Sep 2012 15:13:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[September 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Blatt vom Ahornbaum, Der vor dem Hause steht, Sinkt welk vor meinen Tisch. In unsrem Traum, Der grad vergeht, Ist es noch stark und frisch. Ein Blatt vom Ahornbaum, Mir auf den Fuß geweht, Sagt: „Euer Sommer endet. Aus der Traum. Nichts besteht. Ich habe mich gewendet.“ Ein Blatt vom Ahornbaum, Der vor dem [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><img class="alignnone size-full wp-image-19769" title="Das Blatt_Matthias Schumacher" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/09/Das-Blatt_Matthias-Schumacher.jpg" alt="" width="500" height="375" /></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ein Blatt vom Ahornbaum,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Der vor dem Hause steht,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Sinkt welk vor meinen Tisch.</span><br />
<span style="color: #000000;"> In unsrem Traum,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Der grad vergeht,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Ist es noch stark und frisch.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ein Blatt vom Ahornbaum,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Mir auf den Fuß geweht,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Sagt: „Euer Sommer endet.</span><br />
<span style="color: #000000;"> Aus der Traum.</span><br />
<span style="color: #000000;"> Nichts besteht.</span><br />
<span style="color: #000000;"> Ich habe mich gewendet.“</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ein Blatt vom Ahornbaum,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Der vor dem Hause steht,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Hat noch Geschwisterlein.</span><br />
<span style="color: #000000;"> Der große Traum,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Der grad vergeht,</span><br />
<span style="color: #000000;"> Wird nicht der letzte sein.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">◊</span><br />
&nbsp;</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #999999;">Verfasst 13./14.08. in Berlin |</span><br />
<span style="color: #000000;"><span style="color: #999999;">© 2012 Matthias Schumacher</span> </span></p>
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		<title>2 x 3 macht 6 widewidewitt und 3 macht: Das Lied vom verlorenen Kindermut</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Aug 2012 13:37:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schumacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[August 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Da dreht man durchs Leben und dreht fast durch. Soviel Sicherheit. Wohin man sich wirft, fällt man weich. So ist das in Gummizellen. Als Kind, als wir noch frei und unsterblich waren, wo wir nichts auf Sicherheit gaben und auf BMX- oder frisierten Klapprädern tollkühn dem Tod davonfuhren, ja damals, da&#8230;! Wie oft haben wir [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><img class="alignnone size-full wp-image-19707" title="Pipi Langstrumpf Stencil by DennisAycicek" src="http://matthias-schumacher.com/wp-content/uploads/2012/08/Pipi-Langstrumpf-Stencil-by-DennisAycicek.jpg" alt="" width="500" height="346" /></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Da dreht man durchs Leben und dreht fast durch. Soviel Sicherheit. Wohin man sich wirft, fällt man weich. So ist das in Gummizellen. Als Kind, als wir noch frei und unsterblich waren, wo wir nichts auf Sicherheit gaben und auf BMX- oder frisierten Klapprädern tollkühn dem Tod davonfuhren, ja damals, da&#8230;! Wie oft haben wir die Belehrungen unserer Eltern überhört! Was haben wir gewagt! Mit vollem Bauch ins kalte Wasser. Vom Kindermut ist Schwermut geblieben, die blauen Blumen auf den Gräbern unserer Kinderfantasien: verdorrt. Regen macht sauer, wenn wir Pfützen weiträumig umlaufen, statt lustvoll hineinzuspringen. Wir waren Räuber, Gendarm, waren Könige und Prinzessin, übergroß. Mancher Kinderriese ist zum Zwerg geschrumpft, dessen größte Leistung Majestätsbeleidigung im Kommentarbereich von Bild.de ist. Andere spielen Squash oder essen Bio-Sprossen mit dem Nervenkitzel, dass sie ein EHEC-Erreger niederstrecken könnte. Alles in allem taumeln wir risikolos durch unsere Zahnzusatzversicherungswelt. </span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wir haben uns weiterentwickelt, sind den Kinderträumen entwachsen. Im Gegensatz zu den Helden unserer frühen Jugend. Ihre Geschichten enden nicht, sie drehen weiter. Julian, Dick und Anne, George und Timmy, der Hund, kommen auch heute, &#8220;wo immer sich ein Abenteuer lohnt&#8230; schnell vorbei&#8230; &#8221; und sind dann &#8220;da-a-a-a.&#8221; Karlsson propellert noch immer über die Dächer. Michel wurde unlängst wieder aus der Suppenschüssel befreit. TKKG sind noch immer die „Profis in spe.“ Spe ist bis heut nicht eingetreten. Nicht?</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Pippilotta Langstrumpf heiratete 1961, entkräftet nach unzähligen Reisen nach Taka-Tuka und Ikea im Alter von 20 Jahren einen Abdecker in der Nähe von Lönneberga und stemmte fortan nur noch Pferdeteile. Emil sitzt 95jährig im Seniorenstift, detektivengleich schleicht er nur noch den jungen Schwestern nach und prüft mit einem Chemiebaukasten, den sein alzheimerkranker Zimmernachbar dessen 34jährigem Enkel schenken wollte, die Güte des heimeigenen Toilettenpapiers. Recycling, zweilagig. Brigitte Blocksberg (45) verschlug es nach der Wende von Neustadt nach Halle Neustadt, wo sie seit Mai 1991 eine Reinigungsfirma mit zehn vietnamesischen Geringverdienern betreibt und nur noch gelegentlich selbst den Besen schwingt. Man steht untereinander in Mail-Kontakt, schreibt sich dann und wann eine SMS und geht ansonsten dem Leben nach, das man sich niemals wünschte. Nur einer, Huckleberry Finn, hatte es seinerzeit geschafft, er selbst zu bleiben. Die Betreiberinnen des HaNi-Nagelstudios, Hanni und Nanni, schlugen vor einigen Jahren vor, gemeinsam sein Grab zu besuchen, doch so lange sich Bastian nicht seinen Bausparvertrag auszahlen lässt und bei der Kindlichen Kaiserin das Sorgerecht für Fuchur eingeklagt hat, stehen Finanzierung und Flug auf wackligen Füßen… es ist eine unendliche Geschichte. Kommt immer was dazwischen. Ist immer was.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Die letzten Verrückten und Mutigen begleitet Vox auf ihrem Weg ins Ausland. „Goodbye Deutschland“. Ohne Sprachkenntnisse und mit begrenztem Budget in die Fremde, um dort mit deutschstämmigen Gleichgesinnten den furchtlosen Schritt begießen zu können. Bei Schnitzel und Weißbier. Im Hinterstübchen blinkt das Konterfei ihres Gottes Konny Reimann. Der hat’s geschafft und macht inzwischen Werbung für Milchreis und Würstchen. Mut wird belohnt.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000000;">Wir bleiben zurück. Stopfen die von Konny beworbenen Produkte in uns hinein und schieben Frust. Wir haben zu viel Verstand, zu viele Pflichten, sind mit dem Ernst des Lebens verheiratet und bleiben mit ihm zusammen. Da weiß man, was man hat. Wer weiß schon, was kommt? Wir wissen: Das Leben ist kein Comic, wo man ein Stück über den Abgrund hinauslaufen kann, bis man feststellt, dass unter den Füßen nichts mehr ist. Wir wissen es schon vorher. Wir leben in keinem Krisengebiet, aber wir haben Angst. Es könnte  jeden Tag losgehen. Irgendwas. German Angst. Traumtänzereien? Ausgeschlossen! Zahlt die Kasse, wenn man sich dabei was verrenkt? Wir überschlagen uns aber vor Begeisterung, wenn ein Promi kokettiert, noch ein bisschen Kind zu sein. Schnapsideen? Wir sind Abstinenzler und wollen unser dröges Leben ja möglichst lange leben. Fünfe bleiben ungrade. 2 x 3 macht 6 &#8211; widewidewitt &#8211; und 3 macht Neune. Nichts &#8220;Neues aus Uhlenbusch&#8221;. Die alte Leier: &#8220;Der Hahn legt keine Eier&#8221;.</span></p>
<p style="text-align: left;">◊</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #999999;">16/08/2012</span></p>
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