Author: Matthias Schumacher | Date: 6. Mai 2012 | Please Comment!

Kleiner Mann mit Gießkanne (Foto: tin.G)

Wie ich mit winziger Kanne
Blumen vorm Elternhaus gieß.
Das Kind verkam zum Manne,
Das Bildnis kam ins Verlies.

Verschonte letzte Stunden
Aus Licht – still aufgebahrt,
Sorgsam neben Schrunden
Durch Fesselwerk verwahrt.

Im Schatten zweier Wunden,
Doch scharf davon getrennt,
Versuch ich zu gesunden
Am Bild, das mit mir brennt.

Ich kann die Glut nicht halten,
Die Flügel brennen nieder,
Und wenn wir einst erkalten,
Ist Asche mein Gefieder.

In lichtdurchdrungen Gründen,
Wo mich nur Duft umschloss –
Ich möcht noch mal entzünden,
Wo ich die Blumen goss.


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Verfasst Herbst 2006 bis April 2012
 © Matthias Schumacher / Foto: tin.G