Author: Matthias Schumacher | Date: 20. März 2011 | Please Comment!

Der Frühling kam in großen Schritten,
So groß wie klein der Winter ging,
Er ging recht lau aus unsrer Mitten,
Als ob sein Herz an andrem hing.

So soll er gehen, der Lenz ist da!
Nicht lang ist das Bedauern,
Wir werden, wenn der Frühling war,
Den nächsten schon betrauern.

Doch auch dies leise, wehe Klagen,
Grämt nur auf kurze Frist,
Weil süß in jenen Abschiedstagen
Der Sommer Trost schon ist.

Auch er bleibt nur auf seine Zeit,
Erfüllet uns mit Freuden,
Die wir in warmer Leichtigkeit
Bis in den Herbst vergeuden.

Und wenn die Blätter jedes Baumes
Wie träumerisch gefallen sind,
So wiegt bereits als Teil der Traumes
Ein kühler Hauch von Tod im Wind.

Es haucht der Winter so sein Weiß,
Er haucht, so kühl er mag,
Bis er ergraut, verzehrt und greis
Sich legt ins kühle Grab.

Das Grab wird bald zur grünen Weid’,
Die froh der Lenz beschreitet,
Wir schreiten mit in luft’gem Kleid,
Wobei das Herz sich weitet.

Der Reigen bleibt sich allzeit treu,
Ein alter Tanz, in Schritten gleich;
Doch schwingt er uns auf immer neu
Ins Herz und macht die Seele reich.

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© Matthias Schumacher, 2002