Author: Matthias Schumacher | Date: 26. Februar 2012 | Please Comment!

Der erste Sturm hat sie geknickt,
Die Kugel sie gestrichen,
Sie ist ihr trotzend ungeschickt
Am Morgen ausgewichen.

Ein zweiter Sturm zur Mittagszeit
Riss ihre Blüten nieder,
Sie bückt’ sich nach – zur Erde weit -
Und wiegte hin und wider.

Zum dritten Sturm zur Abendstunde, 
Taubblind im Donnerwetter,
Entzweit mit einer Splitterwunde
Verlor sie ihre Blätter.

Bei Nacht und Sturm, Granatenschauer,
Im Kampf mit Feuerflut,
Fällt sie in sich und ohne Trauer
Stumpf in ein Meer aus Blut

von Frauen, Männern, Kind um Kind.
- Die Welt murmelt ein Wort -
Durch die Straßen pfeift der Wind,
Stürmt donnernd drüber fort.

Verfasst am 26.02.2012 in Berlin
© Matthias Schumacher, 2012

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