Author: Matthias Schumacher | Date: 24. Dezember 2011 | Please Comment!

Mit 108 geht man leise. Doch ein Profi wie Johannes Heesters geht trotzdem mit einem Knall. Der muss sitzen. Auf den Punkt. Einer wie Heesters geht nicht, bevor die TV-Jahresrückblicke abgedreht und versendet sind, wo man ihn doch nur zusammen mit all den anderen großen Toten des Jahres in einer Minute durchgehechelt hätte. 108 Jahre in drei Bildern, ein paar Tönen.
Nichts für eine Ausnahmeerscheinung!

Einer wie Jopie geht für sich, kündigt sein Fortgehen zaghaft an, damit die Journaille all die längst verfassten Nachrufe noch mal aufpolieren kann – und dann lässt er sie zappeln, baut Spannung auf.

Und wenn er geht, dann an einem Tag wie diesem. Einem Heiligen Abend, wo sonst nicht viel passiert auf der Welt. Wo die Medien froh sind über jede Meldung, die zwar wichtig ist, aber nicht so viel Arbeit macht. Wo die Notbesetzung Fertiges aus der Schublade ziehen kann und nur eine Zeile wie Spiegel Online darunter setzen muss, um Aktualität zu schaffen: „Am Heiligen Abend starb Johannes Heesters im Alter von 108 Jahren in Starnberg.“ An einem solchen Abend hat er, der Star, die Bühne für sich allein.

So ist das Geschäft. Das kannte Johannes Heesters wie kein Zweiter. Das hat sich rumgesprochen. Bis nach ganz oben. Vielleicht stand in der Einladungs-SMS: „Am 24./25.12. feiert mein lieber Sohn mal wieder Geburtstag. Partytime! Wie gehabt im Himmel. Jopie tritt auf. LG Gott :-)“ Viel Vergnügen!


♺♺

Leave a reply!