Author: Matthias Schumacher | Date: 7. Oktober 2010 | Please Comment!

Heinrich Heine, der Exilant, weinte 1843 heiße Tränen der Sehnsucht nach seiner Heimat und ward um den Schlaf gebracht. Im dritten Jahrtausend verlassen jährlich mehr Menschen Deutschland als zu uns kommen. Nichts wie weg! Romantik des Fernwehs. Woanders ist es immer besser.

Verlassen Sie Deutschland noch vor dem Morgengrauen! Gehen Sie den direkten Weg! Gehen Sie nicht durch Sachsen-Anhalt!

Deutschland umnachtet.

Demnächst werden Wolfgang Joop und Bill Kaulitz auf arte „Durch die Nacht“ streifen. Durch die Pariser Nacht. Heine ist längst fort.

Nachts sind alle grau und die Grausamkeiten, die der Tag aus uns holt, überspielt die Burka der Finsternis. Derweil wälzt sich ein ehemaliger Wettermoderator auf einem kühlen Nagelbrett, seine Zukunft steht buchstäblich auf Messers Schneide. Bittere Tränen nach wilden Jahren der Wollust. Der zügellose Peitschenknall der Geliebten – nur eine prickelnde Sinnestäuschung. Vielleicht wird es nie wieder so sein.

Anlässlich des Einheitsjubiläums hat der Bundespräsident für Deutschland die Scharia ausgerufen. Der Islam gehöre inzwischen auch zu Deutschland. Wulff im Schafspelz. Der Päsident wirkt blass und blutleer. Schafe werden in Islam und Judentum geschächtet. Ungläubige – im Koran Freiwild. Man tut gut, sich als Katholik konversionsbereit zu zeigen.

Nicht nur der intellektuelle Modemacher und die ihm anvertraute androgyne Heulboje sollten sich nun in acht nehmen. Überall riecht es nach Fleisch und blitzende Klingen hobeln sie in triefende Fetzen. Wer hat Angst vorm schwarzhaarigen Dönermann?

2.34 Uhr: Im Nachtprogramm sucht man für 120 Euro + eine Geldleitung ein Tier mit nur einem A. Eine Anruferin hat im Buchstabensalat eine GANZ entdeckt. Moderatorenmaschine: „Mäuschen, GANZ ist leider falsch.“ Mäuschen: „Ja warum heißt die denn Ganz?“ Maschine: „Weiß ich auch nicht.“ Tränen irgendwo in Deutschland. Wieder 50 Cent verzockt. Neues Spiel – wieder kein Glück!

Darauf ein Glas Spätburgunder! Das Kopftuchmädchen vom Spätkauf hat ihn mir mit einem breiten Lächeln verkauft, das von Verkäuferinnen nordischen Typs nur noch nach einem Besuch von Sigmar Gabriel, dem Heilsbringer in Buddhaform, zu erwarten ist. Buddha genießt hierzulande den guten Ruf einer japanischen Winkekatze.

Nacht auch in Stuttgart. Wie jede Nacht. Nacht und Tränen. Doch das Gas ist längst ausgespült und mit ihm ein paar Augen. Wie soll man sie da noch schließen? Wasserwerfer: welch Wort! Mit Hoch- und Nachdruck verschleudert er mit bis zu 20 bar das lebensnotwendige Element ins Volk der Hartzer und Rentner. Ohne Ansehen der Person. Ohne Standesvorbehalte. Vor ihm sind alle gleich. Pöbelfluter. Mobspritze. Aber Was-ser-wer-fer ist viel sympathischer. Das hat was von Springbrunnen.

Zu Zeiten Heines baute Johann Nikolaus von Dreyse den ersten Hinterlader, was nicht im Ansatz so prachtvoll romantisch wie Wasserwerfer klingt. Den Schulversagern sei erklärt, es handelt sich bei einem Hinterlader um ein Gewehr und nicht um einen Homosexuellen. Praxistaugliche Homosexuelle gab es bereits vor 1836. Jeder ordentliche Amokläufer benutzt heute, um etwa den vermasselten Spickversuch in der ersten Klasse zu rächen, einen Hinterlader. Von Dreyse sei Dank. Der Tod ist ein Meister aus Deutschland. Spuren des Terrors führen immer wieder nach Hamburg. Die Amokläufer von Erfurt, Emsdetten und Winnenden hatten keinen Migrationshintergrund.

In der Nacht aber läuft kein Vernunftbegabter Amok. Da weint man. Um Zerschossene, Versprengte und Bespritzte, um Söhne, die in Mode oder Pop machen, um manche, die mit Wasser werfen oder Einsatzbefehle erteilen, um Verfolgte und Unterdrückte. Man sammelt Kraft für den nächsten Tag. Dann ist wieder Demo. Gegen Kernkraft oder einen Bahnhof. Die Betreiber der Website ehrenmord.de registrieren in diesem Jahr bereits 13 Morde und Versuche. In Deutschland! Großdemos fanden nicht statt.

Der Tag bricht an. Deutsche Schüler rüsten in Kreuzberg zum Kampf um die Integration ihrer Minderheit. Das gehört inzwischen auch zu Deutschland.
Der Halbmond ist für alle da.

Leave a reply!