Author: Matthias Schumacher | Date: 25. August 2010 | Please Comment!

Sonntagmorgen, 2.34 Uhr. Die Partygesellschaft setzt sich zusammen aus Wodkaleichen, In-der-Kurve-Hängenden und erstaunlich gleichgeschlechtlichen Pärchen kurz vor dem GV. Eine polnische Austauschstudentin glaubt, im Korridor schemenhaft einen Blowjob erkannt zu haben:

„Irgendwer hat Lampe geschossen. Ich nicht gesehen. Klang sehr nach das Blasen“ sagt sie und versichert, seit sie ihren Nebenjob habe, wisse sie genau, wie sowas klinge. Nach einem doppelten Glas Rum gegen die Ungewissheit räumt sie ein, es hätte natürlich auch der dort abgestellte Mops gewesen können, der sich schmatzend am Schuhwerk der Gäste zu schaffen machte. Jemand wirft daraufhin „Zoodomie!“ in den Raum und dass man mal durchzählen solle. „Wer fehlt?“ Unerschütterliches Desintresse. Einer, der glaubt, etwas beitragen zu müssen, zieht den Kopf aus dem Top seiner Ex, deren Neuer paralysiert daneben sitzt, und grunzt was von dicken Möpsen.

Dem noch immer hyperengagierten Gastgeber, der nicht einsehen will, dass es so früh vorbei sein soll, bleibt oft nur ein Ausweg, um sich nicht geschlagen geben zu müssen: Waterloo! „Oh oh oh oh Waterloo“. Ein Song, der auf die Dopingliste gehört. Auch nach 36 Jahren.
ABBA – Allzweckwaffe, wenn nichts mehr geht.

Doch was tun, wenn der letzte Blumenkübel vollgekotzt ist, wenn die Klobürste lediglich als Statist fungiert, wenn die frischen Kratzer im Laminat mehr und mehr unter Zigarettenasche verschwinden und bereits das zweite Paar die gute Satin-Bettwäsche vollgesaut hat? Was wenn es schon 2.34 Uhr ist?
ABBA – damit man endlich geht:

Unter Ausschluss vorangegangenen Cannabiskonsums (und auch nur bei besonders hartleibigen Zeitgenossen) sind Björn und Benny pur anzuwenden:

(No) thank you for this music!

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