Author: Matthias Schumacher | Date: 28. Juni 2020 | Kommentare deaktiviert für Sie nennen es Freiheit

Es ist dieses bisschen Zivilisiertheit, das uns davon abhält, uns gegenseitig die fünf Zentimeter Material einzutreten, die wir Tür nennen, und dem anderen das Sofa oder die Gurgel aufzuschlitzen.
In der digitalen Wohnwelt sitzen wir mit offener Tür. Angreifbar. Verletzlich. Es kommt rein, wer will. Wir schauen zu, wie man unsere Wände beschmiert.
Das hat sich halt so eingebürgert, denken wir. Muss man mit leben, aushalten, heißt es. Kannste nix machen, sagt man. So sind die Leute eben.
Und während unsere analogen Nachbarn im Idealfall die Polizei riefen, gefällt dieses Treiben der digitalen Nachbarschaft im Normalfall.

Sie nennen es Freiheit. 

 

Verfasst am 27./28.VI.2020 in Berlin.
© Matthias Schumacher

 

Author: Matthias Schumacher | Date: 20. Juni 2020 | Kommentare deaktiviert für Staffel-Finale beim Podcast »Menschheitsstunde«

Nach 16 überragend erfolgreichen Episoden geht der Podcast »Menschheitsstunde« in die Sommerpause. Am Freitag, dem 28.08.2020, startet Staffel 2 und Matthias Schumacher öffnet die »Menschheitsstunde« für alles, wirklich alles. Nicht mehr ausschließlich auf Corona fokussiert und daher noch unterhaltsamer und informativer startet der Autor und Dichter motiviert in die zweite Welle. Pointiert, ironisch, bissig bis pathetisch. Matthias Schumacher präsentiert seine One-Man-Show mit Themen aus Gesellschaft, Kultur und Politik dann wie gewohnt freitags in 16 weiteren Folgen und bekommt professionelle Unterstützung… 

Das Staffel-Finale der »Menschheitsstunde«…

bei Spotify und Deezer und iTunes

Author: Matthias Schumacher | Date: 14. April 2020 | Kommentare deaktiviert für NEU! Mein Podcast »Menschheitsstunde« JETZT auf iTunes, Spotify und Deezer anhören

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Und so wende ich mich erstmals mit einem Podcast an die Nation.

Jeden Freitag gibt es eine neue Folge der »Menschheitsstunde« auf iTunes, Spotify und Deezer. Es geht natürlich um die Coronavirus-Pandemie und um alles, was irgendwie damit in Verbindung gebracht werden kann.

Ich plaudere über Dinge, die mir auffallen und kurios erscheinen, und teile meine Gedanken, na klar, auch meine Ängste und Hoffnungen. Es soll locker zugehen. Auch wenn ich manchmal nah am Pathos gebaut bin, bricht im Podcast mitunter fast ein Comedian aus mir heraus.

Für meine treuen LeserInnen ist die »Menschheitsstunde« eine Möglichkeit, mich noch einmal ganz anders kennenzulernen. Denn bisher habe ich hier und andernorts nur vorgefertigte und ausgefeilte Texte abgeliefert, nun wird also improvisiert. Eine neue und spannende Erfahrung für mich. Ganz allein vor einem Mikrofon…

Folgt mir, nagelt mich in Eure Playlists!

Author: Matthias Schumacher | Date: 22. März 2020 | Kommentare deaktiviert für Nicht zu verwechseln!

Matthias Schumacher (Autor) und Hans Heilner (Dichter)

 

Author: Matthias Schumacher | Date: 21. März 2020 | Kommentare deaktiviert für Hans Heilner liest »Das Ausmaß« (Gedicht)

Hans Heilner liest sein dystopisches Gedicht zur Coronavirus – Pandemie.
 

Author: Matthias Schumacher | Date: 18. März 2020 | Kommentare deaktiviert für Hans Heilner

Hans Heilner ist das lyrische Ich von Matthias Schumacher. Neue Gedichte und Songtexte werden ausschließlich unter diesem Pseudonym erscheinen. Unter seinem bürgerlichen Namen veröffentlicht Matthias Schumacher letztmalig im Frühjahr 2020 eine Gesamtausgabe seiner Lyrik aus den Jahren 1999 bis 2019. Unter dem Künstlernamen Hans Heilner ist bereits das eBook »Reiter toter Pferde toter Reiter« mit 20 frischen Gedichten erschienen. 

Author: Matthias Schumacher | Date: 14. März 2020 | Kommentare deaktiviert für »Berlin wird leben!« – Kleiner Versuch einer großen Rede

Matthias Schumacher mit einer Liebeserklärung an die Hauptstadt anlässlich des Corona-Shutdowns.

Berlin in Krisenzeiten. Wieder einmal. Und wieder einmal kann man schon jetzt ausrufen: Berlin wird leben! Berlin ist unkaputtbar, weil die Mentalität der Berlinerinnen und Berliner unkaputtbar ist.

Wir wissen in diesen Tagen nicht, was auf unsere Stadt zukommt. Aber wir wissen, wer hier lebt. Es ist ein besonderer Menschenschlag. Und wer glaubt, Berlin, das sei das Brandenburger Tor, der Fernsehturm, die Gedächtniskirche, wer meint, Berlin sei die Summe seiner Sehenswürdigkeiten, der irrt gewaltig. Berlin war auch Berlin, als es nach dem Zweiten Weltkrieg in Trümmern lag. Berlin sind die Menschen, die hier leben. Die zugezogenen und die gebürtigen Berliner. Alle von nah und fern, die sich hier anschnauzen im morgendlichen Berufsverkehr oder leise „‘schuldijung“ sagen, wenn man sich in der überfüllten S-Bahn auf die Füße tritt.

Es ist schon ein kleines Wunder: Berlin saugt unermüdlich Menschen aus aller Herren Länder an und würfelt sie wild durcheinander, aber im Grunde ändert sich nichts. Berlin steckt an. Es berlinifiziert jeden, der hier seine Zelte aufschlägt und macht ihn bald zu einem von vielen. Dagegen kommt kein Virus an. Unserem Zusammengehörigkeitsgefühl und unserem Zusammenhalt wird Covid-19 nichts anhaben, es wird uns im Gegenteil zu Höchstleistungen antreiben. Komm du nur, wirst schon sehn, wat de davon hast!

Der Berliner geht gerne seiner Wege, rennt einen fast übern Haufen, kann kalt und schnodderig sein, aber wenn es drauf ankommt, hat er Herz, Wärme und ein jutet Wort uff den Lippen.

Berlin hat Krieg, Luftbrücke, Teilung und Mauerjahre überstanden. Hunger, Krankheit, Tod. Was uns nun droht, wir können es erahnen. Wir sehen Bilder auf den Endgeräten, die wir hier nicht sehen wollen. Es ist das Gebot der Stunde, das Richtige zu tun. Die Lage erfordert von den Berlinerinnen und Berlinern konkret das, was sie am besten können und was so unvereinbar klingt: Zusammenrücken und Abstand halten.

Ich habe es nicht auf einen Satz wie ein John F. Kennedy bringen können und das „Völker der Welt, schaut auf diese Stadt“ von Ernst Reuter verbietet sich heute. Es muss nun jeder an seine Stadt denken und schauen, wie man vor Ort die Sache meistert.

Krisenzeiten waren in Berlin auch immer Zeiten großer Worte, unvergesslicher Sätze, die mehr waren als Anweisungen und das Verkünden der neuesten Beschlüsse. In der Krise erkennt man schnell, wer volksnaher Politiker oder nur Politikverwalter ist, wer nur reagiert und wer agiert. Agieren heißt auch, die passenden großen Worte zu finden. Wir sehen wenig erstaunt: Es ist niemand da, der imstande ist, sie zu formulieren und auszusprechen. Darum hier mein kleiner Versuch, betitelt mit einem eingedampften Zitat aus Willy Brandts Rede vom November 1989. „Berlin wird leben!“ Was auch sonst?!

Und wenn wir nun den Laden vorübergehend dicht machen, wenn wir runterfahren, so ist das ja kein Ende. Das Berlin-Gefühl, das große Wir wird sogar noch wachsen. So war es immer in Berlin. Wir sind die Hauptstadt und man darf selbstbewusst sagen: Ohne uns geht’s nicht.

Am Ende einer solchen Liebeserklärung sei mir ein Blick in die Zukunft erlaubt. Diese schöne Zukunft mit bumsvollen Restaurants und wummernden Clubs, endlosen Schlangen vor den Strandbädern, binnen 5 Minuten ausverkauften Premieren, gut gehenden Geschäften von Grünau bis Reinickendorf, von Köpenick bis Spandau. Ich sehe Fans, die sich nach einem Sieg von Hertha oder Union in den Armen liegen und bald die U-Bahn zum Wanken bringen. Und vielleicht klopfen sich sogar Hausbesetzer und Polizisten in der Rigaer Straße gegenseitig auf die Schultern, wenn alles vorbei ist. Hier ist alles möglich.

Berlin wird leben! Das ist keine Vision. Das ist keine Prophezeiung. Das ist schlichte Gewissheit. Nee, een Naturjesetz.

© Matthias Schumacher
Verfasst am 14.III.2020

 

Author: Matthias Schumacher | Date: 26. Februar 2020 | Kommentare deaktiviert für »Reiter toter Pferde toter Reiter«

Gedichte von Hans Heilner.
Herausgegeben von Matthias Schumacher.

 

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Author: Matthias Schumacher | Date: 10. Oktober 2019 | Kommentare deaktiviert für Halle, 09.10.2019

Author: Matthias Schumacher | Date: 13. September 2019 | Kommentare deaktiviert für Flimmerstunde und Fliegeralarm

Matthias Schumacher erinnert sich an seine Kindheit in der DDR und folgt damit keiner großen Linie und keinem Fünfjahresplan. Erinnerungsstücke, die wie Steine aus einer Mauer fallen, zufällig wie die Lottozahlen. Garantiert ohne Ostalgie.

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Jahre meiner Kindheit. Sterbejahre der DDR.
Die 80er, an deren Ende sich das kleine Land zwischen den Fronten des Kalten Krieges auflöste wie Brausepulver, das man sich in die Hand geschüttet und gründlich bespuckt hat. Es blubbert, schäumt hoch, plustert sich auf, wirft Blasen und man schluckt es runter, bevor es ganz unappetitlich wird. Manchmal stößt mir die DDR noch heute auf. Das ist ein anderes Thema. Bleiben wir in der Zeit, wo ich beim Anblick von Brausepulver nur an Brausepulver dachte …

Noch ein bisschen ABBA, viel Nena, Trio, Nik Kershaw, Shakin‘ Stevens. Mein Leben spielte sich zwischen „Ein Colt für alle Fälle“, „Schwarzwaldklinik“ und den „Waltons“ ab. Zu Weihnachten gab es Mehrteiler wie „Anna“ und „Patrick Pacard“. Ich liebte „Remington Steele“, „Trio mit vier Fäusten“ und natürlich „Löwenzahn“. Ich verpasste keine Folge von „Spaß am Montag“ mit dem Wuslon Zini, einem merkwürdigen animierten Lichtwurm, später hieß es „Spaß am Dienstag“ und irgendwie war dann die Luft raus. Keine Ahnung. Seit Manfred (Krug) und Lilo (Pulver), Horst (Janson) und Ute (Willing) nicht mehr dabei sind, schaue ich übrigens aus purem Protest die Sesamstraße nicht mehr. Und verdammt noch mal, ich will Herrn von Bödefeld zurück!

Habe ich schon erwähnt, dass ich damals viel in die Glotze geschaut habe? Ich habe damals viel ferngesehen. Meistens Westfernsehen, aber auch den „Kessel Buntes“ und die „Flimmerstunde“. Filme mit Agnes Kraus waren Pflicht, „Geschichten übern Gartenzaun“ sowieso und wenn Benno Geschichten machte, war die ganze Republik begeistert. Es hatte nicht selten etwas von Durchhaltefernsehen, wenn das feste Ensemble des DDR-Fernsehens, vorneweg Herbert Köfer, in einer neuen Fernsehserie, die letztlich nicht anders war als alle anderen, die Widrigkeiten des realsozialistischen Alltags aufgriffen und meisterten. Da erkannte sich jeder Werktätige sofort wieder.

Für die ganz jungen Menschen, die diesen Text lesen, sei erwähnt, dass Fernsehen in der DDR in der Regel schwarz-weiß stattfand. Farbfernseher waren für die meisten Arbeiter und Bauern unbezahlbare Luxusgüter. Meine Oma kaufte sich kurz vor der Wende (konnte ja keiner ahnen) ein Farbgerät für 6000 Mark, dafür hatte sie ein ganzes Leben lang gespart. Kein Wunder bei einem Lohn von 600 Mark monatlich.

1983 wurde ich widerwillig eingeschult. Ich ahnte, dass die Schule und ich immer auf Kriegsfuß stehen würden und das Desaster am Ende meiner Schulzeit hat die Ahnung Wirklichkeit werden lassen. Dieser Kriegszustand hinderte mich allerdings nicht daran, in den ersten sechs Schuljahren stets der zweitbeste Schüler unserer Klasse zu sein. Immer der Zweite! Was dazu führte, dass ich auch nur zum stellvertretenden Gruppenratsvorsitzenden gewählt wurde und später im Freundschaftsrat den Agitator geben musste. Ja ich musste, weil Pioniere „immer bereit“ waren und Neinsagen einfach nicht drin war. So war das damals. Außerdem war man ja als Schüler, Pionier und Timurhelfer, als intensiver Frösi-Leser und leidenschaftlicher Westfernsehengucker auch überzeugt vom Sozialismus. Und dass Ernst Thälmann unser Vorbild war, stand außer Frage. Thälmann hatte kein Westfernsehen. Wahrscheinlich war er deshalb noch ein wenig überzeugter als die meisten von uns. Vorbilder bekam man in der DDR vorgesetzt. Da hatte man keine Wahl. Überhaupt kam man in der DDR selten in die Verlegenheit, etwas zu wählen.

Und all dieser Pionierkram war schon sehr zeitraubend, aber auch schön. Ja es war schön! Als Kind, das weder 15 Jahre auf einen Trabbi warten muss und auch keinen Urlaub auf Mallorca anstrebt, fühlt man sich durchaus wohl in einer Diktatur. Ich musste als Kind nicht fürchten, in Bautzen zu landen. Höchstens im Heim oder später im Jugendwerkhof, aber ich war ja zweitbester Schüler in unserer Klasse, stellvertretender Gruppenratsvorsitzender… Sowas schützt. Obwohl unsere ganze Familie immer etwas aufmüpfig war.

Mein Vater war in den 70er Jahren Hausmeister in einer Schule. Als im Chaoswinter 1978 keine Kohlen mehr da waren, um das Gebäude zu heizen, rief Vater kurzerhand beim Staatsrat an. Sowas ging damals und blieb selten ohne Folgen. Die erste Folge waren 1A-Kohlen schon am nächsten Morgen. Die zweite Folge eine Abmahnung vom Schuldirektor, der sich übergangen fühlte und mit einem Parteiverfahren drohte, was an meinem Vater, der nie Parteimitglied war, abprallte.

Die 80er in der DDR waren schon eine merkwürdige Zeit. Man hatte als Kind immer das Gefühl, es könne jeden Moment losgehen. Irgendwas. Die wöchentlichen Alarme, meist Mittwoch, bei denen die Sirenen auf den Dächern probeweise angeworfen wurden, sorgten sicherlich nicht nur bei mir für ein flaues Gefühl im Magen. Ich erinnere, dass einmal, versehentlich, das Signal für Fliegeralarm ausgelöst wurde und mein Herz zu rasen begann, wie es dies sonst nur tat, wenn wir im Intershop an den Überraschungseiern vorübergingen. Und wenn in der Regel am 1. September nach achtwöchigen Sommerferien das neue Schuljahr begann, jagten zuweilen beim Fahnenappell Düsenjäger über unsere Köpfe hinweg. Tiefflieger. Zur Übung und als Demonstration der Stärke und Überlegenheit unserer friedlichen Heimat. Als Kind schwankt man da zwischen Entsetzen und Faszination.

Ich könnte hier noch viel erzählen von Kuchenbasaren für Nicaragua, vom Smog, den es bei uns nicht gab, das war alles nur Nebel, Smog machte an der Grenze halt, ebenso die Umweltverschmutzung und das Waldsterben. Ich könnte vom Supergau in Tschernobyl berichten, der in der DDR runtergespielt wurde, von Pioniernachmittagen und wie ich es schaffte, nicht zum Pioniertreffen nach Karl-Marx-Stadt zu müssen. Das ist ja alles nicht mehr wahr, und wer mir den Pionierknoten beibrachte, was spielt das noch für eine Rolle?

Ich muss so acht Jahre alt gewesen sein, als ich an der Hand meiner Mutter in Berlin Unter den Linden stand, so nah am Brandenburger Tor wie wir herankamen. Grenzer, Absperrungen, Mauer. Und ich wusste, da wirst du erst rüberkommen, wenn du Rentner bist, vielleicht nie. Mögen es 100, 200 Meter gewesen sein, sie waren unüberwindbar. Weit, weit weg. Und heute so nah. Gleich um die Ecke. Die ersten paar Meter hinter dem Brandenburger Tor heißen inzwischen „Platz des 18. März„. Manchmal stehe ich dort, schaue gen Osten, zurück, dem kleinen Jungen von damals nach. Er ist verschwunden und frei.

Vor 30 Jahren fiel die Mauer und ich gehe auf die Mitte 40 zu. Ohne Wende müsste ich noch 22 Jahre warten, bis ich die Quadriga mal von hinten sehen dürfte. Übrigens: Frauen gingen in der DDR regulär mit 60 in Rente, Männer erst mit 65. Gleichheit und Gerechtigkeit Made in GDR.

So weit dieses Damals zurückliegt, so weit voraus auch der Tag, an dem die Kinder und Jugendlichen von heute ähnlich wie ich auf ihre Jugendzeit zurückblicken werden. Sie werden von ihrer Freiheit berichten und ihren Grenzen auch, von Zwängen und Pflichten, von Dingen, die dann unvorstellbar scheinen werden. Sie werden darüber lachen, wie viel ihre Smartphones gekostet haben und ihren Kindern berichten, dass deren Großeltern damals noch TV schauten. Und einige werden vielleicht von diesem Gefühl erzählen, dass irgendetwas jeden Moment hätte losgehen können. Irgendwas.

Verfasst in Berlin
von Matthias Schumacher.

 

Author: Matthias Schumacher | Date: 9. September 2019 | Kommentare deaktiviert für Die Rose

Und einsam welkt die Rose,
Die man vergessen hat,
Die Blätter werden lose,
So stirbt sie – Blatt um Blatt.

Sie welkt, vergeht, wird nimmer blühn,
Man macht sich nichts daraus,
Denn all ihr Feuer, alles Glühn
Verließ schon lang das Haus.

Was fort ist, kann man schätzen,
Doch muß es weitergehn,
Man wird sie bald ersetzen –
Als wäre nichts geschehn.

 

Verfasst im Januar 2004 in Berlin
von Matthias Schumacher.