Author: Matthias Schumacher | Date: 27. Februar 2019 | Kommentare deaktiviert für Herr Jé, ein eBook!
Herr Jé - Kurzgeschichte _ Matthias Schumacher

Herr Jé ist dem Tode nah, verhandelt mit ihm und verschwindet.
Matthias Schumacher lässt in drei heiteren Kurzgeschichten den Dicken mit dem schütteren Haar erstmals auf die Menschheit los – und die Menschheit auf Herrn Jé.

TZT:


Author: Matthias Schumacher | Date: 5. Juni 2019 | Kommentare deaktiviert für Rant eines Aliens

MATTHIAS SCHUMACHER plant seinen Abflug. Doch vorher nehmt das!

Da ist was dran an den Chemtrails. An den Reptiloiden. Große Verschwörung und die Flacherdler haben Recht. Das Klima ist uns zu Kopf gestiegen. Alles wird nur noch in Hinterzimmern und erst nach Übergabe schwarzer Koffer beschlossen. Handynutzung lässt tatsächlich das Hirn schmelzen und Masturbation krümmt den Rücken. Wie soll man da noch aufrecht gehen? Die Matrix: Ein Schrotthaufen. Gott ist ein Rothschild. Man mischt uns was ins Essen und die blaue Elise ist tatsächlich ein Ameisenbär.

Wir glauben dem einen alles und dem anderen kein Wort. Nicht aus guten Gründen, sondern wegen diffuser Gefühle. Das Wort: nie so mächtig. Das Wort: nie so machtlos. Die Wahrheit: Hier ein Verkaufsschlager, hier ein Ladenhüter. Nie war Bildung leichter zugänglich, nie waren wir zugänglicher für Verblödung.

Nein, wir springen nicht vom Hochhaus, weil es irgendwer vorgemacht hat. Aber je öfter uns routinierte Vielspringer in Insta-Stories von dieser schönsten aller Erfahrungen berichten… da kommen wir schon ins Grübeln und teilen die frohe Botschaft. Hashtag #ManLebtNur100Mal

Grüne bei 27 Prozent, SPD bei 12. Boris‘ Brexit-Bums, Twitter-Trump. Schwänzende Schüler, weil fridays nur ohne deutsches Schulwesen die Future genesen wird. Und dann klicken 14 Millionen einen Wahlwerbespot für Linksgrün und schon ist man auf dem SPIEGEL-Cover und die Republik steht Kopf – bis zum Tipping Point. 
Helene Fischer war nie SPIEGEL-Titel. Ihre „Atemlos“-Videos haben über 110 Millionen Klicks. Helene, die schöne Schlagerfee, die für diese Aufrufzahlen 5 Jahre brauchte, ist aber nichts gegen Rumpel-Rezo, der in 55 Minuten x-mal auf den Boden stampft, bis sich die Erde auftut und die Große Koalition verschlingt. Endlagerung, jetzt!

Mit Spinnen Gold erzeugen? Jetzt, endlich. Dank YouTube.
Zerstöre Schwarz und Rot, dann bleibt nur Gold für dich.

Jetztzeit in einem Land, in dem keiner mehr Zeit haben will. Zeit am Ende. Endzeit. Alles jetzt. Zehntausende Pflegekräfte! Merkels Pflege-Azubi lässt grüßen. Kohleausstieg, heute! Dieselverbot, heute! Vollbeschäftigung, Mindestlohn und bedingungsloses Grundeinkommen. Heute! Alles Bio, am liebsten schon gestern. Man pocht aufs Heute als gäbe es kein Morgen. Und Antworten auf Fragen, die keiner gestellt hat, erhalten wir zuverlässig bei Will, Maischberger und Illner. Die Talkshow als letzte Konstante für alle, die zwischen Lohnuntergrenze und Seehofers Obergrenze taumeln. Woran kann man sich noch festhalten, wenn alles wankt? Selig, wer watteweich in den Blasen sozialer Netzwerke gebettet ist. Da geht keine Schere auseinander, da sind nur Gleiche unter Gleichen. Ehrenmänner und Ehrenfrauen.

Echt jetzt: Für die nächste Bruchlandung suche ich mir einen anderen Planeten aus.

Leute, die Ihr mir noch folgen könnt, folgt mir! Wir sind Aliens! Wir Gemäßigten, Schwergläubigen, Zweifelnden. Rettet Euren letzten Funken Verstand vor den Radikalen und Extremisten, rettet Eure grauen Zellen vor den Schwarz-Weiß-Denkern. Und Ihr, die Ihr weiterhin TV schaut und noch nie eine Netflix-Serie gesehen habt, schließt Euch mir an! Aus #NieMehrCDU wird #NoMoreArea51 und #NeverEverEarth. Klar, wir waren nie auf dem Mond, aber sagt AKK auch Bescheid, die setz ich dahinter ab, wo sie offenbar herkommt.

Und falls mein Warp-Kern streikt, lasst uns wenigstens tanzen, tanzen, tanzen, damit schon bald endlich vom Himmel fällt, was Deutschland JETZT wirklich am dringendsten braucht: Regen! Langen, langen Regen.

Foto: Simon Liu (Flickr), CC 2.0

Verfasst 04./05.VI.2019 in Berlin
von Matthias Schumacher.
Author: Matthias Schumacher | Date: 26. März 2019 | 9 Comments »

Vorhin, im #Netz, da hab‘ ick se jehört, die innere Stimme. Da hat se jesprochen: #Mensch, hat se jesagt, einmal kneift jeder ’n #Arsch zu – du auch, hat se jesagt, und dann stehste vor Jott dem Vater, der alles jeweckt hat, vor dem stehste denn, un der fragt dir ins Jesichte: #User WilliVKpnick, wat haste jemacht mit deiner #Lizenz zum #Leben? Un dann muß ick sagen: #YouTube #Facebook, #Twitter, #Blog, #Kommentarbereich, #Kommentare, Twitter, #Instagram, #YouTube #Comments muß ick sagen, da bin ick uff andren rumjetrampelt und andere uff mir. Da hab‘ ick mir rumjetrieben und jeschrieben – im #Internet – Tach und Nacht. Und #Gott, der #Urheber von alles, sagt zu mir: Geh off, sagt er, #WTF, #Netzsperre, #Uploadfilter, sagt er, detwegen hab ick dir det Leben nich jeschenkt, det biste mir schuldig, sagt er, wo isset?

– frei nach Zuckmayer –

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Author: Matthias Schumacher | Date: 27. Februar 2019 | Kommentare deaktiviert für VERFLOGEN. Ich kann nicht mehr fliegen, hab’s einfach verlernt, und meine Ziele liegen weit, so weit entfernt. Vielleicht könnte ich gehen – übers Meer. (Die Zeit ist vorbei!) So bleibe ich hier stehen, flügellos und vogelfrei. Ich stehe, wenn es stürmt, und stehe, wenn es schneit, und rings um mich da türmt sich sandgewordne Zeit, die durch meine Finger rann und droht, mich zu begraben – Ein Vogel, der nicht fliegen kann, den fressen bald die Raben. Ich konnte einmal fliegen in einem Traum um alle Welt, doch alle Träume liegen tot um mich – an mir zerschellt.

Verfasst 26. bis 28.XII.2008 in Berlin von
Matthias Schumacher.

Erster Entwurf
– Handschrift –


Zweiter Entwurf
– Handschrift –


Klassische Endfassung
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VERFLOGEN

Ich kann nicht mehr fliegen,
Hab’s einfach verlernt,
Und meine Ziele liegen
Weit, so weit entfernt.

Vielleicht könnte ich gehen –
Übers Meer. (Die Zeit ist vorbei!)
So bleibe ich hier stehen,
Flügellos und vogelfrei.

Ich stehe, wenn es stürmt,
Und stehe, wenn es schneit,
Und rings um mich da türmt
Sich sandgewordne Zeit,

Die durch meine Finger rann
Und droht, mich zu begraben –
Ein Vogel, der nicht fliegen kann,
Den fressen bald die Raben.

Ich konnte einmal fliegen
In einem Traum um alle Welt,
Doch alle Träume liegen
Tot um mich – an mir zerschellt.

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Author: Matthias Schumacher | Date: 22. Dezember 2018 | Kommentare deaktiviert für Neuauflage: „Hans‘ Wunsch“

Eine Weihnachtsgeschichte vom Sehnen und Hoffen, vom Glauben und einer Gewissheit, die wertvoller ist als alle Wahrheit.

Vollständig und behutsam überarbeitete Neuauflage der anrührenden Kurzgeschichte!

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